Tourismus wird Griechenland nicht retten

22. Juni 2020 / Aktualisiert: 31. Juli 2020 / Aufrufe: 1.334

Der Tourismus kann Griechenlands Wirtschaft helfen, sie jedoch nicht retten.

Seit der Epoche, wo in Griechenland verbreitetet wurde, nicht die Kellner der Ausländer werden zu wollen, sind Jahrzehnte verstrichen. Manche Dinge ändern sich jedoch nicht. 2020 sollte ein weiteres goldenes Jahr für Griechenlands Tourismus werden. Etliche Menschen der Branche sputeten sich, dies als gegeben vorwegzunehmen, und schritten zu Renovierungen und anderen Investitionen, dabei auf größere Gewinne hoffend.

Viele glaubten, dies aus den Geldern der (Vor-) Buchungen finanzieren zu werden, die Pandemie des neuen Coronavirus Covid-19 stellte jedoch alles auf den Kopf. Die große Mehrheit schaffte die Arbeiten zu beenden, jedoch scheinen etliche Unternehmer nicht bezahlt worden zu sein. Eine Frage bleibt, wie viele der Kredite, welche die Hoteliers aufgenommen haben, in den „roten Bereich“ geraten werden, da nicht alle für ihre Konsequenz berühmt sind.

Coronavirus beschert Griechenland massive Einnahmeverluste

Griechenlands Premierminister Kyriakos Mitsotakis verkündete neulich von der Insel Santorin die „Eröffnung“ des Tourismus und hob dabei die guten Ergebnisse Griechenlands im Kampf gegen das neue Coronavirus hervor. Er wird jedoch sehr zufrieden sein müssen, wenn die touristischen Einnahmen 8 – 9 Mrd. Euro erreichen – gegenüber 19 Mrd. Euro im vergangenen Jahr. Etliche Marktfaktoren sehen sie in diesem Jahr bei 4 – 5 Mrd. Euro „landen“ und damit eine Schrumpfung der Steuereinnahmen (hauptsächlich aus der Mehrwertsteuer) herbeiführend und die Rezession vertiefend. Dazu sind aus dem Inlandstourismus herrührende und schätzungsweise auf ungefähr 2,5 Mrd. Euro veranschlagte Einnahmen hinzuzurechnen.

Obwohl die Meinungen divergieren, nehmen Etliche an, dass auch das Jahr 2021 kein so gutes Jahr wie 2019 sein wird. Gleich ob sie recht haben oder nicht, gab die Pandemie uns die Gelegenheit, festzustellen inwieweit all Jene damit richtig liegen, unsere Eier nicht alle in den selben Korb zu legen.

Im vorliegenden Fall hat die griechische Wirtschaft nicht so sehr von einer, zwei oder mehreren Branchen abhängig zu sein. Stattdessen hat sie sich zu differenzieren, indem sie Mittel in der Form von Anreizen auch in andere extrovertierte Zweige mit handelbaren Gütern und Dienstleistungen leitet. Auf diese Weise könnte sie ebenfalls den allmählichen Übergang zu einem unterschiedlichen Produktionsmodell realisieren, das sich mehr auf die Investitionen und Exporte und weniger auf den Konsum stützt.

Tourismus kann Griechenlands Wirtschaft helfen, jedoch nicht retten

Dies bedeutet nicht, dass die Tourismus-Industrie Griechenlands zu vernachlässigen ist, die in den 80er Jahren mit der Phrase verspottet wurde, die Griechen sollen keine Kellner werden, und heute von dem politischen Personal in den Himmel gehoben wird. Der Nachdruck hat jedoch auf der Steigerung der Pro-Kopf-Aufwendung der Touristen und nicht ihrer Anzahl zu liegen. Und natürlich der „Reinigung“ der in dem touristischen Zweig fließenden Gelder, damit mehr die nationale Wirtschaft und weniger die Taschen der Involvierten profitieren. Damit nicht gilt, dass die erste oder zweite Sache, die der ausländische Reiseveranstalter mit dem griechischen Hotelier vereinbart, das Land ist, in dem er ihm das Gels zahlt.

Natürlich werden Manche dieser Tangierung nicht zustimmen. Neulich erklärte Andreas Andreadis, geschäftsführender Vorstand des Konzerns „Sani Ikos“, das Produktionsmodell Griechenlands dürfe sich nicht ändern. Stattdessen haben wir unser Touristik-Modell neu zu definieren und das Land zu einem Lifestyle-Ziel zu machen.

Letzteres ist eine völlig respektable Ansicht. Wenn uns jedoch die Pandemie etwas zu lehren hat, ist dies, dass die griechische Wirtschaft ein Trampelpfad ist. Es ist nicht richtig, darauf zu beharren. Der Tourismus kann helfen, wird uns jedoch nicht retten.

(Quelle: euro2day.gr)

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