Wie Griechenland seinen Tourismus retten kann

10. April 2020 / Aktualisiert: 16. Mai 2020 / Aufrufe: 2.327

Wie Laut der Deutschen Bank in von dem Coronavirus geprägten Zeiten Griechenland und andere Länder ihren Tourismus retten können.

Die Pandemie, die Reisebeschränkungen und die Lockdowns führten zum Zusammenbruch sowohl der inländischen als auch grenzüberschreitenden Reisen, während alle Beförderungstypen signifikant beeinflusst werden.

Wenn die Beschränkungen in den nahenden Sommermonaten in Geltung bleiben, werden die traditionellen touristischen Ziele wie die Mittelmeerländer und insbesondere auch Griechenland signifikante wirtschaftliche Verluste erleiden, merkt die Deutsche Bank an.

Länder wie Griechenland erlitten bereits irreversible Einnahmeverluste

Die weitere Entwicklung der Pandemie des Coronavirus ist außerordentlich unklar, und deswegen vermag niemand zu sagen, wann und in welchem Grad die Reisebeschränkungen in der EU und jenseits dieser gelockert werden oder gar völlig aufgehoben werden können. Eins ist jedoch sicher: in ungefähr drei Monaten wird die touristische Hauptsaison beginnen. Die Reise- und Tourismus-Branche generiert in vielen Mittelmeerländern einen signifikanten Teil des gesamten BIP. In Italien und Spanien beläuft sich dieser Anteil entsprechend auf ungefähr 13 % und 14,6 % (Durchschnittswert auf nationaler Ebene). In Griechenland erreicht er sogar 20,6 % des gesamten BIP. Zusätzlich verzeichnen die touristischen „hot spots“ in diesen Ländern erheblich höhere Anteile.

Die Reisebeschränkungen, Lockdowns, Hotelschließungen und Stornierungen kultureller Veranstaltungen, Messen und Konferenzen haben bereits zu unwiderruflichen Einnahmeverlusten auf allen heimgesuchten Sektoren (Reisebüros, Hotel- und Restaurantbesitzer, Veranstalter von Handelsmessen, Transportgesellschaften usw.) geführt und treffen die Mittel vieler Unternehmen. Die Insolvenzrisiken sind in die Höhe geschossen, merkt die Deutsche Bank an. Trotz allem entsteht ein großer Teil der touristischen Gesamteinnahmen während der Dauer der touristischen Hauptsaison, wenn sowohl die Preise als auch die Auslastung der produktiven Kapazität der Firmen signifikant höher als der jährliche Durchschnittswert sind.

Wenn die Reisebeschränkungen in den Sommermonaten in Geltung bleiben, werden die lokalen Unternehmen, die Arbeitnehmer auf dem Sektor des Tourismus und selbst die nationalen Wirtschaften der heimgesuchten Länder sich eventuelle … mit dem Abgrund konfrontiert sehen. Ebenfalls können, wenn die Reisebeschränkungen sich im Sommer fortsetzen, in den Herkunftsländern der Touristen (wie Deutschland, Vereinigtes Königreich, Holland oder die skandinavischen Länder) die gesellschaftlichen Spannungen angesichts des Umstands steigen, dass die Menschen auch nicht zu Ostern (einer weiteren traditionellen Reiseperiode) reisen können werden und unwahrscheinlich ist, dass die Dinge bis Mai 2020 wieder zur Normalität zurückgelangen. Derzeit fährt eine große Mehrheit darin fort, die Reisebeschränkungen hinzunehmen. Es ist jedoch wahrscheinlich, dass dies sich mit dem Verstreichen der Zeit ändert.

Balance zwischen Gesundheitsrisiken und wirtschaftlichen Verlusten

Trotz allem können laut der Ansicht der Deutschen Bank die Firmen auf dem touristischen Sektor und die lokalen Verwaltungen an touristischen Zielen bereits jetzt Maßnahmen ergreifen, die den Touristen zu helfen vermögen, selbst in den Jahren eines Coronavirus mit akzeptablen Risiken zu reisen, wenn die (Infektions-) „Kurve“ abflacht.

Eine dieser Maßnahmen ist die Stornierung von Massenveranstaltungen. Ein Konzert mit tausenden Menschen bringt höhere Risiken als eine Familie mit sich, die eine Bergwanderung oder Fahrradtour antritt. Zusätzlich können die touristischen Einrichtungen dafür sorgen, große Bestände an Antiseptika und Desinfektionsmitteln zu führen, und sich darum bemühen, einen ausreichenden Abstand zwischen ihren Besuchern zu gewährleisten. Die Einschränkung des Zugangs zu gewissen touristischen Sehenswürdigkeiten würde bei der Reduzierung der (Menschen-) Ansammlungen helfen. Die Umsetzung einer Besucherhöchstzahl auf Basis der Quadratmeter (sprich Fläche) kann ebenfalls nützlich sein.

Unter der Voraussetzung, dass die Anzahl der Infektionsfälle an den Urlaubszielen weiterhin zurückgeht, werden diese Vorbereitungen sicherlich die Bereitschaft der Urlauber steigern, Gebiete zu besuchen, die derzeit von dem neuen Virus COVID-19 heimgesucht werden. Parallel werden die Touristen möglicherweise aufgefordert sein, spezielle ärztliche Bescheinigungen vorzulegen um zu bestätigen, die Gefahr einer neuen Pandemie-Welle nicht zu erhöhen. Das wird natürlich erfordern, dass Tests erfolgen können.

Für Viele sei der Urlaub einfach nur „die beste Jahreszeit“, merkt die Deutsche Bank an und endet: Die Reisen spielen jedoch ebenfalls eine signifikante wirtschaftliche Rolle. Im Sommer 2020 werden die Regierungen (wie auch die Regulierungsbehörden), die touristischen Unternehmen und die Touristen eine Balance zwischen den Risiken für die Gesundheit einerseits und der Beschränkung der wirtschaftlichen Verluste andererseits zu finden haben.

(Quelle: sofokleous10.gr)

  1. GR-Block
    10. April 2020, 18:10 | #1

    Vielleicht sollte man die Corona-Krise nutzen, um die wirtschaftlich ungesunden Verhältnisse in GR, bezüglich des BIP-Anteils aus dem Tourismus, radikal zu ändern: „In Italien und Spanien beläuft sich dieser Anteil entsprechend auf ungefähr 13 % und 14,6 % … In Griechenland erreicht er sogar 20,6 % …“ Das macht GR hochgradig abhängig!
    IT war von vorne herein ein Industriestaat und sein Tourismus nur ein Sahnehäubchen auf dem nationalen BIP. SP wurde nach seinem Beitritt mit vielen Investitionen aus den FUKG-Staaten in eine ähnliche Lage versetzt. Dagegen gehörte GR zu keiner Zeit zu dem inneren Kreis des fEUdalismus. Auch nicht in den 150 Jahren deutscher Könige. Mit dem Beitritt in die EWG 1981 wurde stattdessen eine beispiellose, von „Strukturfonds“ abgefederte Deindustrialisierung (2. Wirtschaftssektor) betrieben und gleichzeitig der Agrarsektor (1. Wirtschaftssektor) zurückgedrängt. D.h. der stabilste Sektor, nämlich der 1., wie auch der lukrativste, nämlich der 2., wurden zu weiten Teilen ausländischen Produzenten überlassen.
    Der Dienstleistungssektor (3. Wirtschaftssektor) basiert aber nicht wie in den FUKG-Staaten mehrheitlich auf dem Bankensektor, sondern auf das Putzen von Fußböden und waschen von Bettwäsche in den Bettenburgen für Touristen. Und die fallen nunmal in Krisenzeiten einfach nur weg, wie in der Vergangenheit gezeigt. Damit sind die reinen „Urlaubsländer“ eine Art Wohlstands-Versicherung für die Völker der FUKG.

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