Varoufakis verpetzt Eurogruppe

23. Februar 2020 / Aufrufe: 784

Griechenlands ehemaliger Finanzminister Yanis Varoufakis beschloss die Veröffentlichung seiner Mittschnitte von Sitzungen der Eurogruppe.

Wie bekannt wurde, sollen die berüchtigten Tonaufnahmen von den im ersten Halbjahr 2015 abgehaltenen Sitzungen der Euro-Gruppe, die Griechenlands ehemaliger Finanzminister Yanis Varoufakis jüngst auf einem USB-Stick auch dem griechischen Parlamentspräsidenten Kostas Tasoulas übergeben hatte, ohne jedoch akzeptiert zu werden, schließlich mittels der Website der MeRA25 am 10 März 2020 und nicht bereits Ende Februar 2020 „on air“ gehen.

Bei einer vorgestern von der Partei MeRA25 im Zentrum Athens organisierten journalistischen Versammlung erklärte Yanis Varoufakis, es seien konkrete Auszüge von außerordentlichem Interesse für Griechenland ausgewählt worden und befinden sich in der Phase der Übersetzung, welcher Vorgang mehr Zeit erfordert als er anfänglich eingeschätzt hatte.

„Der Spiegel“ erhielt Kopien der Eurogruppen-Mitschnitte

Parallel erklärte Yanis Varoufakis, weil er selbst anlässlich einer Reise nach Australien in der ersten Woche des März 2020 abwesend sein werde, beschlossen zu haben, dass die Veröffentlichung der Tonaufnahmen später geschehen soll, weil – wie er charakteristisch sagte – „ich nicht fehlen möchte, wenn es zu dem „Knall“ kommt„. Weiter stellte der Sekretär der MeRA25 klar, dass außer den ausgewählten Mitschnitten auch alle Tonaufnahmen vollständig, sei es auch ohne Übersetzung, aus – wie er bedeutungsvoll meinte – „nicht nur historischen Gründen“ veröffentlich werden sollen.

Eindruck rief jedenfalls die Enthüllung hervor, dass die Tonaufnahmen bereits an die ausländische Presse – wie die deutsche Zeitschrift „Der Spiegel“ – gegeben worden sind, die ebenfalls am 10 März 2020 zu den einschlägigen Veröffentlichung schreiten wird. Es sei in Erinnerung gerufen, dass die konkrete Zeitschrift in all den Jahren der wirtschaftlichen Krise eine besonders harte Haltung gegenüber Griechenland beibehalten hatte. Laut Yanis Varoufakis werden die Tondokumente verborgene Seiten der Sitzungen, jedoch hauptsächlich die Arroganz der europäischen Amtsträger wie auch ihren Antihellenismus beleuchten.

Auf die Frage, warum er er den konkreten Moment wählte um die Aufnahmen an die Öffentlichkeit zu bringen, antwortete der Sekretär der MeRA25, dies sei geschehen, weil Finanzminister Christos Staikouras ihm die 40 Mrd. Euro der „roten Kredite“ ankreidete, aber auch, weil ihm von der SYRIZA Verantwortungen für die Vereinbarungen angelastet wurden, die er nicht mit den Finanzministern des Südens traf.

Herr Varoufakis betonte weiter die Verbohrtheit, dass bei den Sitzungen der Euro-Gruppe keine Protokolle geführt werden, und fügte an, er habe nichts Heimliches getan, da alle Teilnehmer Tonaufnahmen machten. Schließlich enthüllte er, dass das britische Verlagshaus, mit dem er einen Fünfjahres-Vertrag hat und schuldete, sein Buch „Adults in the Room“ herauszubringen, ihm 100.000 Pfund anbot um es nicht herauszubringen, ohne dass parallel sein Vertrag verletzt wird.

(Quelle: dimokratianews.gr, Autorin: Maria Panagiotou)

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