Weniger Matratzengeld in Griechenland

1. Januar 2020 / Aufrufe: 284

In Griechenland gebunkertes Bargeld nahm 2019 weiter ab, fließt jedoch nur zu einem kleinen Anteil in das Banksystem zurück.

Das in den Jahren der heftigen wirtschaftlichen Krise in Griechenland unter den Matratzen versteckte Geld wird von Monat zu Monat weniger und kehrt – zu einem jedoch geringen Anteil – zu den Banken zurück.

Wie die Daten zeigen, gingen die „gebunkerten“ in Umlauf befindlichen Banknoten in dem Zeitraum Januar – September 2019 um 6,6 Mrd. Euro auf 23,4 Mrd. Euro bzw. 12 % des BIP zurück, gegenüber ungefähr 30 Mrd. Euro (16 % des BIP) im entsprechenden Zeitraum des Jahres 2018.

70 % der Bankguthaben in Griechenland gehören privaten Haushalten

Laut den offiziellen Angaben der Griechischen Bank floss ein Teil der besagten Gelder in das griechische Banksystem und trug zum Anstieg der Einlagen bei. In der selben zeitlichen Periode stiegen die Guthaben des privaten Sektors um 5,4 Mrd. Euro an, wovon 4,7 Mrd. Euro von den privaten Haushalten und die übrigen 700 Euro von den Unternehmen herrührten – mit dem Resultat, dass die Summe der Bankguthaben 139,7 Mrd. Euro erreichte.

Der bessere Verlauf der – 70 % der Gesamtheit repräsentierenden – Guthaben der privaten Haushalte wird von der Griechischen Bank auf die sich fortsetzende Stärkung der Beschäftigung und des wirklichen verfügbaren Einkommens der Haushalte zurückgeführt. Die qualitativen Charakteristika zeigen, dass sie sich hauptsächlich auf Tagesgelder, also einfache Sparbücher und Girokonten beziehen. Die Vorliebe der Haushalte, ihre Einlagen direkt verflüssigbar zu halten, setzte sich fort wegen:

  • der historisch niedrigen Zinssätze und
  • der inzwischen ausgedehnten Nutzung der elektronischen Zahlungen bei den alltäglichen Geschäftsvorgängen.

Obwohl die Festgeldeinlagen der Haushalte im Vergleich zu dem Durchschnittswert der entsprechenden Anlagen der Eurozone noch befriedigende Renditen bieten, gingen sie in der Periode Januar – September 2019 um 737 Mio. Euro zurück.

Den Angaben der Griechischen Bank zufolge verlangsamt sich der Änderungsrhythmus der Termingelder der Haushalte schrittweise seit dem zweiten Halbjahr des Jahres 2018 und nachfolgend, während er ab September 2019 negativ wurde. Zu dem Rückgang der Termineinlagen trug in dieser Periode auch die weitere Schrumpfung des Zinssatzes bei, den sie bieten.

Rückläufige Entwicklung bei Guthaben der Unternehmen Griechenlands

Die 14 % der Gesamtheit repräsentierenden Guthaben der Unternehmen verzeichneten während der untersuchten Periode einen kleinen Rückgang um 167 Mio. Euro (bzw. um 0,8 % im Vergleich zu 2018) und der Jahresrhythmus ihres Anstiegs ging während der Dauer des Jahres allmählich zurück und gestaltete sich im Oktober 2019 auf 3,7 %, sich im Verhältnis zu den vorherigen Jahren signifikant gemäßigt habend. Im Gegensatz zu dem Segment der privaten Haushalte wirkte der Finanzierungsfluss in Höhe von 622 Mio. Euro von den Banken an die Unternehmen für diese Einlagen unterstützend.

Die Minderung der Guthaben der Unternehmen rührte hauptsächlich aus den Tagesgeldern / Sichteinlagen her. Der jährliche Änderungsrhythmus dieser Guthaben blieb jedoch als Folge der sich im Gang befindlichen wirtschaftlichen Erholung positiv und während der Dauer des Jahres grundsätzlich stabil bei rund 7,3 %.

Der Rückgang der Unternehmenseinlagen im Jahr 2019 reflektiert wahrscheinlich den Rückgang der Netto-Betriebsüberschüsse der Unternehmen im ersten Halbjahr 2019 im Vergleich zu der entsprechenden Periode des Jahres 2018, wegen des kräftigen Anstiegs des Einkommen aus abhängiger Arbeit (+8,7 %) oder auch des signifikanten Anstiegs der Importe langlebiger Konsumgüter und Zwischengüter in den neun Monaten Januar – September 2019 im Vergleich zu der entsprechenden Periode des Jahres 2018.

Zu der Entwicklung der Unternehmensfestgelder trug auch der Rückgang des Zinssatzes dieser Einlagenkategorie zwischen Dezember 2018 und Oktober 2019 um 36 Basispunkte bei, der zu einer Schrumpfung der Differenz des Zinssatzes zwischen Termin- und Sichteinlagen der Unternehmen auf ein historisch niedriges Niveau führte.

(Quelle: euro2day.gr, Autor: Anastasia Papaioannou)

Kommentare sind geschlossen