Hinweise an Investoren in Griechenland

4. Januar 2020 / Aufrufe: 272

Wie Investoren in Griechenland steuerliche Abenteuer und Fettnäpfchen vermeiden.

Anlässlich des Auslaufens des Jahres 2019 und des Umstands, dass in Griechenland in wenigen Monaten die Steuererklärungen für das vergangene Jahr eingereicht werden, halte ich für nützlich, den Investoren einige grundlegende Themen in Erinnerung zu rufen, damit sie steuerliche Abenteuer und schwere Geldstrafen vermeiden, die an Unwissenheit und nicht einem Vorsatz liegen.

Diese Hervorhebungen beziehen sich nicht nur auf die großen, sondern auch kleinere Investoren, für die eine zukünftige Steuerprüfung entweder durch das KEFOMEP (Prüfzentrum für Steuerpflichtige großen Reichtums) oder eine andere zuständige Stelle des Finanzministeriums zu unangenehmen Überraschungen führen kann.

Aktien, Obligationen, Immobilien und Gemeinschaftskonten

Aktien: Die Besitzer von Aktien werden ab dem Moment, wo sie ihnen gehörende Titel mit Gewinn verflüssigen und über 0,5 % einer Gesellschaft besitzen, mit einer Zugewinnsteuer von 15 % belastet. Achtung! Diese Besteuerung wird nicht „an der Quelle“ einbehalten, womit es der Verantwortung des Investors obliegt, den Zugewinn in seiner jährlichen Steuererklärung zu deklarieren.

Ebenfalls darf man nicht denken, über 0,5 % einer börsennotierten Gesellschaft haben nur Aktionäre mit sehr hohen Vermögenswerten. Es mag natürlich schwer sein, dass eine Privatperson über mehr als 0,5 % der OTE, des OPAP oder der Motor Oil verfügt, jedoch soll nicht vergessen werden, dass es etliche auf unter fünf Mio. Euro veranschlagte Gesellschaften gibt. Und dass diese Gesellschaften 2011, 2012 und 2013 sehr viel mehr waren. Wenn also in den vorherigen Jahren eine notierte Gesellschaft an der Börse auf 3 Mio. Euro veranschlagt war, konnte ein Investor 0,5 % der Aktien mit gerade einmal 15.000 Euro erwerben!

Jedoch wird die Gesamtheit der Investoren, die ihre Aktien verkaufen, mit Solidaritätsabgabe belastet (gleich ob sie mit Zugewinnsteuer belastet werden oder nicht, also unabhängig von dem Anteil an der Gesellschaft, den jeder besitzt)! Auch in diesem Fall ist dieser Betrag in der Steuererklärung anzugeben, weil keine automatische Einbehaltung an der Quelle erfolgt.

Die Aktionäre werden ebenfalls mit einer Steuer auf eingenommene Dividenden belastet (10 % für 2019, 5 % ab 2020 und nachfolgend). Trotz des Umstands, dass diese Dividendensteuer an der Quelle einbehalten wird, sind die einschlägigen Einnahmen in die Steuererklärung einzubeziehen, damit sie bei der Zahlung der Solidaritätsabgabe mitgerechnet werden.

Firmenanleihen: Der Investor, der eine Gesellschaftsobligation bei ihrer öffentlichen Zeichnung erwirbt, wird nicht mit Zugewinnsteuer belastet, wenn er die Obligation entweder bis zu ihrem Auslaufen hält oder sie mit Gewinn auf dem Sekundärmarkt verflüssigt. Ebenfalls wird er mit der einschlägigen Steuer auch nicht belastet, wenn er die Obligation vom Sekundärmarkt kauft und bis zu ihrem Auslaufen hält. Dagegen bezahlt er 15 % Zugewinnsteuer, falls er die Gesellschaftsobligation auf dem Sekundärmarkt kauft und vor ihrem Auslaufen mit Gewinn verflüssigt!

Es ist offensichtlich, dass der Investor verpflichtet ist, dieses Ereignis in seiner jährlichen Steuererklärung zu vermerken, damit er sowohl mit der Zugewinnsteuer als auch mit der entsprechenden Solidaritätsabgabe belastet wird. Die Steuern auf die Zinsen der Gesellschaftsanleihen (15 %) werden dagegen an der Quelle einbehalten und automatisch in der Steuererklärung deklariert, damit die entsprechende Solidaritätsabgabe ermittelt wird.

Immobilien: Die Eigentümer von Immobilien werden mit ENFIA und – sofern die Immobilien vermietet werden – Mietsteuer belastet (jährliche Steuerdeklaration E2).

Finanzprodukte: Außerhalb eines organisierten Markts gehandelte Finanzprodukte wie Devisen (FOREX), CFDs, Optionen (Vorzugsrechte), strukturierte Produkte usw. werden ebenfalls mit Zugewinnsteuer (plus Solidaritätsabgabe) belastet.

Gemeinschaftliche Investitionskonten: Die Investoren haben auf die Fälle einer Existenz von Gemeinschaftskonten (joint accounts) hinsichtlich der Besteuerung zu achten, weil alles, was in Griechenland für unsere Banken gilt, auch für die griechischen Bürger gelten wird, die mit ausländischen Banken zusammenarbeiten. Und dies, weil scheint, dass für ihr Gemeinschaftskonto das selbe wie auch in Griechenland gelten wird, wenn die Rolle des Treuhänders Banken aus der Schweiz, Jersey, Gensey und Singapur inne haben. Es gilt jedoch nicht in jedem Land das Selbe. Beispielsweise beträgt bei einem Gemeinschaftskonto in Großbritannien im Fall des Ablebens eines Mitinhabers die Erbschaftssteuer 40 %.

(Quelle: euro2day.gr, Autor: Alexandros Moraitakis, Präsident der Nuntius Brokerage and Investment Services SA)

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