Griechenlands Steuer-Drama in Zahlen

9. Dezember 2019 / Aktualisiert: 24. Dezember 2019 / Aufrufe: 321

Das Steuerdrama in Griechenland während der Memoranden in Zahlen.

Ein am 04 Dezember 2019 an die Öffentlichkeit gegebener Bericht der OECD (Revenue Statistics 1965 – 2018) bestätigt ein weiteres Mal das absolute Championat Griechenlands bei der Erhöhung der Steuern als Prozentsatz des BIP in der Periode 2008 – 2018.

Der Bericht zeigt in den besagten zehn Jahren einen Steueranstieg um 6,9 Prozentpunkte, von 31,8 % auf 38,7 % des BIP, als Resultat eines unbarmherzigen Hagels erhöhter und neuer Steuern in Kombination mit der Rezession von 25 % – der größten, die eine europäische Wirtschaft in Friedenszeiten je erlebte.

Griechenlands Einnahmen sanken trotz horrender Steuererhöhungen

Bezeichnend ist wiederum, das Portugal, das ebenfalls eine wirtschaftliche Krise, Konvergenzprogramme und Memoranden durchlebte, einen Anstieg des Verhältnisses von Steuern zu BIP um 3,2 Prozentpunkte ausweist.

In Griechenland kamen die Steuern „mit der Schaufel“, die Einnahmen des Haushalts fielen jedoch kontinuierlich geringer aus. Laut den Angaben der OECD betrug 2010 die Summe der Einnahmen (Steuern und Abgaben) 95,9 Mrd. Dollar. Vier Jahre später waren sie auf 85,3 Mrd. Dollar abgestürzt. 2017 waren sie weiter auf 79,1 Mrd. Dollar gesunken, um 2018 auf 84,4 Mrd. Dollar, also immer noch ungefähr 11,5 Mrd. Dollar weniger als damals anzusteigen, als die Krise ausbrach.

An der Front der Einnahmen aus der Mehrwertsteuer, bei der Griechenland mit einem MwSt.-Regelsatz von 24 % mittlerweile zu den „teuersten“ Ländern der EU zählt, betrugen 2010 die Einnahmen 15,958 Mrd. Euro, stürzten bis 2015 im freien Fall auf 12,8 Mrd. Euro ab und waren 2017 auf ungefähr 14,6 Mrd. Euro gestiegen. Parallel befindet Griechenland sich unter den 7 (von 35) Ländern, in denen die Einnahmen aus den Versicherungsbeiträgen der Arbeitnehmer 15 % der Gesamteinnahmen übersteigen.

Schließlich kommt ein Blick auf die Immobilienbesteuerung, um die ungeheuren Belastungen aufzuzeigen, welche die ENFIA und die Zusatzsteuer brachten. 2010 betrugen die Einnahmen aus der Immobilienbesteuerung gerade einmal 0,2 % des BIP. Nun tangieren sie 2 %. In absoluten Zahlen lagen wir im vergangenen Jahr, bevor die Senkungen bei der ENFIA begannen, bei 3,6 Mrd. Euro.

(Quelle: euro2day.gr), Autorin: Elena Laskari

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