Explosion der Armut in Griechenland

10. Dezember 2019 / Aufrufe: 390

Der aktuelle Zwischenbericht der GSEE dokumentiert den dramatischen Anstieg der Armut in Griechenland während der Jahre der Memoranden.

Den aus dem Zwischenbericht des Instituts für Arbeit (INE) der GSEE über die griechische Wirtschaft hervorgehenden Schlussfolgerungen zufolge stieg in Griechenland in der Epoche der Memoranden und der Krise die Armutsquote um 149 % (!) an, wobei die Arbeitslosen auf der „Fußmatte der Gesellschaft“ bleiben.

Wie in dem Bericht angeführt wird, bezieht die Armutsquote sich auf den „Anteil der Bevölkerung, der ein Einkommen von unter 60 % des Durchschnittseinkommens der Wirtschaft (des Landes)  bezieht„. Wenn jedoch das durchschnittliche Einkommen – wie in in den letzten Jahren in Griechenland geschehen – rapide sinkt, vermag der Index den Anteil der Verlagerung der Bevölkerung an die „Schwelle zur Armut“ nicht auszumachen.

43 % der Arbeitslosen Griechenlands leben an der Elendsgrenze

Aus diesem Grund präsentierten die Wissenschaftler des INE einen weiteren Index, der diesen Anteil mit 2008 als stabilem Basisjahr zeigt. Dieser Messung zufolge stieg zwischen den Jahren 2010 und 2018 die Armutsquote um 149 % an und erreichte 47,5 % der Bevölkerung.

Dem heftigsten Problem begegnet die sich im Status der Arbeitslosigkeit befindliche Bevölkerung. Konkret befinden sich 43 % der Arbeitslosen (mehr als 4 von 10), 24,7 % der nicht aktiven Bevölkerung (Personen, welche die Bemühungen um eine Rückkehr auf den Arbeitsmarkt aufgegeben haben), 21,8 % der keine Arbeitnehmer darstellenden Beschäftigten (Freiberufler, Selbständige und Landwirte) und 11 % der Arbeitnehmer an der Grenze zu Mittellosigkeit. Den geringsten Anteil präsentieren mit gerade einmal 8,7 % die Rentner.

Ein gleichermaßen signifikanter Armuts-Index ist jener, der den Zustand materieller Entbehrung der Haushalte wiedergibt. Dieser Index betrifft alle, die sich nicht wenigstens vier oder mehr als notwendig geltende Güter oder Dienstleistungen zu leisten vermochten, wie beispielsweise ausreichende Heizung, eine jeden zweiten Tag Geflügel, Fleisch, Fisch oder Gemüse gleichen Nährwerts umfassende Ernährung, einen einwöchigen Urlaub und die Bewältigung außerordentlicher Aufwendungen.

2016 erreichte dieser Anteil 22,4 %, um 2017 auf 21,1 % und 2018 auf 16,7 % zu sinken, jedoch auf viel höheren Niveaus als in der Periode vor der Krise zu bleibend (2009 betrug er nur 11 %). In dem Bericht des INE wird charakteristisch angeführt: „Die Armutsquote stieg während der Dauer der tiefen wirtschaftlichen Krise und der Austeritäts-Politiken steil an, während sie in dem Zeitraum 2016 – 2018 eine rückläufige Tendenz präsentierte, als die Wirtschaft Tendenzen einer Stabilisierung und eines verhaltenen Aufschwungs zeigte.

(Quelle: dimokratianews.gr, Reportage: Nasos Chatzisakos)

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