Unternehmen in Griechenland droht plötzlicher Tod

24. September 2013 / Aufrufe: 2.686

Kleinen und mittleren Unternehmen droht ein „plötzlicher Tod“

Die Händler protestieren gegen die überraschende Abschaffung der Ratenzahlung bei Steuern und Geldstrafen.

Die Unternehmerwelt protestiert gegen die überraschende Anordnung, die das griechische Finanzministerium bezüglich der Abschaffung der Ratenzahlung bei der Begleichung nach einer Steuerprüfung verhängter zusätzlicher Steuern, Gebühren, Abgaben und Strafzuschläge erließ.

Ohne jede Vorwarnung und die misslichen Folgen der wirtschaftlichen Krise ignorierend, die sowohl die Liquidität, aber auch die Kreditwürdigkeit der Unternehmen in den Keller getrieben haben, beschlossen die Verantwortlichen des Ministeriums auf Verlangen der Troika die unbegründete Abschaffung des bestehenden Systems bezüglich der Entrichtung von dem Finanzamt verhängter zusätzlicher Steuern und Geldstrafen, und führen somit tausende kleine und mittlere Unternehmen in eine ‚pauschale Eliminierung'“, gab der Nationale Dachverband der Handelsverbände (ESEE) bekannt.

Gemäß dem Beschluss / der Bestimmung des Finanzministeriums (Bestimmung des Artikels 66 des Gesetzes 4074/2013) ist also vorgesehen, dass für die Fälle, in denen bis zum 31 Juli 2013 keine Strafgeldbescheide ergangen sind, oder für die Fälle, in denen Strafgeldbescheide ergangen sind, die sich jedoch noch nicht im Stadium der verwaltungsgerichtlichen Lösung der Differenz befinden, die Gewerbetreibenden ab 01/08/2013 verpflichtet sind, 60% des Gesamtbetrags der Geldstrafe innerhalb von 10 Werktagen ab der Zustellung des Strafgeldbescheids und die verbleibenden 40% des Betrags bis zum letzten Werktag des Folgemonats zu entrichten.

Wie leicht verständlich wird, tragen derartige unverhüllte Züge nicht nur nicht zur Normalisierung und harmonischen Funktion des Marktes bei, sondern stellen dagegen eine Schlinge am Hals tausender Selbständiger dar, die in ihrem Unvermögen, der Flut ihrer Verpflichtungen zu entsprechen, von Wut, Ärger und Enttäuschung über die befolgte Einnahmepolitik beherrscht sind.

Das vorherige System gab trotz seiner Mängel der Unternehmerwelt einen Hauch der Zuversichtlichkeit und Flexibilität, da es die Möglichkeit zur Inanspruchnahme eines günstigen Systems zur Abzahlung der aus logistischen Differenzen herrührenden zusätzlichen Steuern in 12 bis 36 Raten bot, welchen Parameter die für die Planung der Wirtschaftspolitik des Landes Verantwortlich leider ohne Grund und Anlass „rechtzeitig“ abzuschaffen vollbrachten.

Die Zuweisung der Verantwortung dafür, dass die reale Wirtschaft sich nicht erholt, wird fortan konkrete Empfänger haben, da die „beschleunigte“ Steuerentrichtung die Unternehmen in die „automatischen Schließung“ und für den Fiskus zum vollständigen Verlust zusätzlicher Steuern und Abgaben führen wird.

Der ESEE fordert das Finanzministerium auf, seinen Erlass zurückzunehmen und die sofortige Entrichtung von 1/5 des Gesamtbetrags mit der Unterzeichnung des Berichts über die Anerkennung der regulären Steuerprüfung beizubehalten, jedoch bezüglich des Restbetrags der festgestellten Steuern wieder die Begleichung in – sei es auch weniger – Raten einführt.

(Quelle: euro2day.gr, To Vima)

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  1. Panhellene
    24. September 2013, 09:42 | #1

    Die griechische Politik tut alles, um die Wirtschaft zu ruinieren. Ist erst mal der letzte Betrieb geschlossen, braucht das Land auch keine Finanzämter mehr! Griechenland ist dann auf dauernde Hilfe von außen angewiesen, aber wer gibt dem Pleitestaat dann noch Geld in Milliardenhöhe? Die versagenden griechischen Politiker – allen voran Samaras – werden jede Schuld von sich weisen und diese der EU bzw. den Deutschen zuschieben.

  2. Papajoannou
    24. September 2013, 10:04 | #2

    Das nennt sich Aderlass! Alles eine abgekartete Sache! Da macht einem doch niemand mehr weis, dass in Griechenland irgendwas gerettet werden soll. Ganz im Gegenteil: Nieder mit allem, heißt das Motto, damit dann die Aasgeier kommen können. Sch*** Merkel & Co. Der Teufel soll sie holen!!!

  3. Pavlos
    24. September 2013, 10:28 | #3

    Wo ist das Problem? Zahl mal als Selbständiger in Deutschland deine Steuern nicht … der Hammer kommt heftig und schnell, außer natürlich, du heißt VW oder Porsche.

  4. Ottfried Storz
    24. September 2013, 14:34 | #4

    In den Niederlanden, Frankreich und Deutschland (von den Ländern weiß ich es) erfolgt relativ zügig die Zwangsvollstreckung und ggf. der Insolvenzantrag, wenn offene Schulden beim Finanzamt nicht bezahlt werden.

  5. Papajoannou
    24. September 2013, 15:00 | #5

    @Pavlos
    Solche Vergleiche hinken. In Deutschland wurde die Steuerhinterziehung auch nie so kultiviert bzw. gar gefördert wie hier in Griechenland.

  6. KostasK
    24. September 2013, 15:24 | #6

    Diese Schnell-Wechsel-Praxis ist blödsinn. Hat man erst mal die Unternehmen „sanft“ an die Bezahlung der Verbindlichkeiten herangeführt, macht man so das letzte bisschen Glaubwürdigkeit und Bereitschaft kaputt. Dazu sollten die Regierungsverbrecher, in Anerkennung der eigenen Sünden, auch mal einen Haircut für die Schuldner, die Einsicht gezeigt haben, in Betracht ziehen! Allein schon wegen der unschuldigen Arbeitnehmer, die dann auch vor dem nichts stehen werden.

  7. Götterbote
    24. September 2013, 16:03 | #7

    Ein Vorgang, der in Deutschland ganz normal ist. Wer seine Steuern beim Finanzamt nicht zahlt, hat ziemlich schnell den Insolvenzantrag im Briefkasten. Von daher sollte man das nicht unbedingt als überzogen ansehen. Allerdings muss man fragen, ob dies in jetziger Situation so sinnvoll ist und man nicht geeignetere Maßnahmen ergreifen sollte.

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