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Drogen-Richtpreise in Griechenland

14. September 2013 / Aktualisiert: 13. Mai 2017 / Aufrufe: 4.374

Polizei und Ministerium für öffentliche Ordnung in Griechenland erstellten eine Preisliste für Drogen, die als Leitfaden für das Strafmaß in der Rechtsprechung dienen soll.

Gemäß der Bestimmung des Artikels 23 Par. 2 des Gesetzes N. 4139/2013 wird die Schwere der angedrohten Strafe für Drogenvergehen in Zusammenhang mit zwei Elementen geregelt: a) dem gewerbsmäßigen Vertrieb von Drogen und b) dem erhofften Gewinn des Täters. Als Grenze der Höhe des Betrags des erhofften Vorteils im besonders herausragenden Fall des Absatzes b des obigen Artikels wird der Betrag von 75.000 Euro gesetzt,

Wenn also der Täter in einen Fall verwickelt ist, in dem der veranschlagte wirtschaftliche Vorteil den Betrag von 75.000 Euro übersteigt, ist das vorgesehene Strafmaß höher und reicht bis zu lebenslänglicher Haft, während bei geringeren Beträgen auch die Strafe geringer ausfällt.

Fehleinschätzungen führen zu unverhältnismäßigen Strafen

Der Staatsanwalt des Areopag betonte in einem Schreiben vom 07-05-2013 an das Drogendezernat der Polizei-Generaldirektion Attika (GADA), dass bei der Rechtsprechung in Drogenfällen häufig große Abweichungen in den Einschätzungen der polizeilichen Zeugen bei der Bestimmung des „erhofften Vorteils des Täters“ festgestellt werden, was zum Ergebnis hat, dass die Gerichte unverhältnismäßig harte oder milde Strafen im Verhältnis zu der Schwere der Straftat verhängen. Um bei der Zusammenstellung der Prozessakte dem Thema einheitlich zu begegnen, wurde es deshalb für erforderlich beurteilt, dass diese kritische Größe im Rahmen der Voruntersuchung in jedem Fall definiert wird.

In diesem Rahmen wurde von der zuständigen Dienststelle der GADA und des Ministeriums für öffentliche Ordnung eine Tabelle erstellt , in der aufzeigend die Preise der Drogensubstanzen aufgeführt werden(Referenzjahr: 2012), und an die Staatsanwaltschaft des Areopag sowie auch die polizeilichen Generaldirektion des ganzen Landes geschickt.

Art der DrogePreisspanne (€)
min.max.
Kleinmengen
Cannabis, bearbeitet (pro Gramm)1525
Cannabis, unbearbeitet, aus europäischer Hydrokultur (pro Gramm)1020
Cannabis, unbearbeitet, albanischer Herkunft (pro Gramm)310
Heroin, braun (pro Gramm)845
Opium (pro Gramm)310
Kokain, Pulver (pro Gramm)35120
Amphetamine, Pulver (pro Gramm)515
Ecstasy (Tablette)525
Ecstasy MDMA (pro Gramm)50100
LSD (pro Dosis)515
Großmengen
Cannabis, bearbeitet (pro Kilo)4.0007.000
Cannabis, unbearbeitet, aus europäischer Hydrokultur (pro Kilo)5.00012.000
Cannabis, unbearbeitet, griechischer Herkunft (pro Kilo)1.0003.000
Cannabis, unbearbeitet, albanischer Herkunft (pro Kilo)8001.900
Heroin, braun (pro Kilo)8.00018.000
Opium (pro Kilo)3.0006.000
Kokain, Pulver (pro Kilo)32.00060.000
Amphetamine, Pulver (pro Kilo)2.4003.000
Ecstasy (1.000 Tabletten)2.5003.500
Ecstasy MDMA (pro Kilo)20.00030.000

In dem selben Schreiben der GADA wird allerdings auch betont, es müsse berücksichtigt werden, dass natürlicherweise mit großen Abweichungen zu rechnen ist, da die Preise der Drogen von verschiedenen Faktoren gestaltet werden, wie:

  1. dem Herkunftsland der Droge,
  2. dem Vertriebsstadium der Droge,
  3. der Reinheit der Drogensubstanz,
  4. der verkaufte Mengen (Groß- / Einzelhandel)
  5. sowie auch den speziellen Umständen des Verkaufs, die den erhofften Gewinn differenzieren, wie beispielsweise bei Drogen, die in Gefängnisse eingeschmuggelt und dort verkauft werden.

Schließlich ist noch einmal ausdrücklich anzumerken, dass es sich um Preisbeispiele und ein nicht verbindliches bzw. bindendes Schreiben handelt.

Reaktionen und Paradoxe

Obwohl es großen Eindruck hervorruft, dass Areopag und Drogendezernat gemeinsam zur Erstellung einer Liste mit aufzeigenden Drogenverkaufspreisen schritt, besteht laut dem Gesetzgeber der Grund darin, der Justiz und der Polizei die Arbeit zu erleichtern.

Quellen der Polizei widersetzen sich jedenfalls der neuen gesetzlichen Regelung und betonen, es sei nicht leicht, den erhofften Vorteil (eines Täters) zu bestimmen.

Ebenso können sich paradoxe Situationen ergeben: Liefert beispielsweise ein Drogenhändler einem Dealer ein Kilo Kokain zum Preis von 45.000 Euro, wird er geringer bestraft als der Dealer, der das Kokain grammweise verkauft und 80.000 Euro erzielt.

(Quelle: Ethemis.gr, diverse Medienberichte)

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