Griechenland: fungiert nicht als Filipinas der Deutschen

13. November 2012 / Aufrufe: 1.018

Der Parteivorsitzende der Unabhängigen Hellenen forderte bei der Haushaltsdebatte in Griechenland die Regierung auf, nicht wie die Philippinerinnen der Deutschen zu handeln.

Das Parlament in Griechenland genehmigte in der Nacht des 11 November 2012 den Staatshaushalt 2013 – und zwar vermutlich nicht nur zur Erleichterung der griechischen Regierung. An der Abstimmung nahmen 299 der insgesamt 300 Angeordneten teil, von denen 167 mit „ja“ und 128 mit „nein“ stimmten, die übrigen vier enthielten sich der Stimme.

Die Haushaltsdebatte verlief erwartungsgemäß streckenweise äußerst turbulent. Panos Kammenos, Parteivorsitzender der Unabhängigen Griechen (ANEL), attackierte in seiner Rede die griechische Regierung und Premierminister Antonis Samaras heftig, forderte sie auf, nicht wie Philippinerinnen der Deutschen zu agieren, und beschuldigte sie, das Volk und ihre Abgeordneten erpresst zu haben, um die neuen Sparmaßnahmen durchzusetzen.

In seiner Rede betonte Panos Kammenos eingangs, am vergangenen Mittwoch (am 07 November 2012, bei der Debatte der Gesetzesvorlage für das neue Memorandum) Fragen an die Regierung gerichtet zu haben, die unbeantwortet blieben. Herr Kammenos fragte den Premierminister, ob die Verschuldung überlebensfähig ist und die von der Regierung gefassten Maßnahmen wirklich die letzten sind, sowie auch nach dem Verbleib des Berichts der Blackrock über die Überlebensfähigkeit der griechischen Banken.

Sie haben das Volk hereingelegt und die Wahlen durch Erpressung gewonnen

Eine weitere Frage erhebend wollte der Parteivorsitzende der ANEL von der Regierung wissen, ob sie an ein Europa der Nationalstaaten oder ein föderales Europa mit Aufhebung der nationalen Souveränität glaubt, worüber in einer Volksabstimmung zu entscheiden sei.

Sie erpressten das Volk und gewannen die Wahlen„, sagte P. Kammenos, „indem sie vom Bankrott sprachen, jedoch jetzt, am 16 November, wenn die Rücklagen ausgehen, werden wir bankrott gehen und es wird keine Hilfe geben. Sie haben das Volk hereingelegt und die Abgeordneten erpresst„, betonte er, „Lügen haben kurze Beine„.

Das Problem der Verschuldung„, fügte der Vorsitzende der Unabhängigen Hellenen an, „ist politisch mit einseitiger Streichung der Schulden lösbar, und die unmoralische Verschuldung durch die Unternehmen wird nicht das griechische Volk bezahlen„, und betonte: „Wir verlangen die Bestrafung all jener, die Hand an die öffentlichen Gelder legten.“ Der Haushalt – fuhr er fort – „erinnert uns an den Kapitän der Titanic, der verlangte, dass die Musik weiterspielt, während das Schiff versank“ und charakterisierte ihn als „Grabstein der produktiven Kräfte„, wie es die Landwirte sind.

Im weiteren Verlauf richtete Herr Kammenos seine Pfeile gegen Deutschland und vertrat, „wir werden zu einem deutschen Europa geführt, das über die Völker herrschen wird„, und führte an anderer Stelle an: „Die Erpressungen Deutschlands werden nicht durchgehen.“ Den Premierminister wiederum rief er auf, anstatt „wie ein Parteifunktionär von Merkel“ zu agieren, in sich in die USA, wo die Regierung Obama über die Nicht-Überlebensfähigkeit der griechischen Verschuldung sprach, aber sogar auch nach Moskau und europäische Hauptstädte zu begeben.

Er unterstrich wiederum, Griechenland müsse vollumfänglich seinen mineralischen und natürlichen Reichtum ausnutzen und auf diese Weise seine geostrategische Lage verstärken. „Das Märchen der Drachme hat ein Ende zu finden, damit wir die geopolitischen Züge beginnen, welche sie in die Ecke drängen werden„, erklärte er und fügte an, „ihr verkauft das Tafelsilber und die Eigentumstitel des Landes„.

Die Ausführung des Etats wird nicht gelingen und zu einer Explosion der Arbeitslosigkeit, aber auch der gesellschaftlichen Explosion führen, schätzte Panos Kammenos ein und betonte, „Griechenland hat Hoffnung, solange es Abgeordnete gibt, die sich den deutschen Plänen entgegenstellen„.

(Quelle: in.gr)

  1. Adrianós
    13. November 2012, 00:33 | #1

    „“Das Problem der Verschuldung“, fügte der Vorsitzende der Unabhängigen Hellenen an, “ist politisch mit einseitiger Streichung der Schulden lösbar, und die unmoralische Verschuldung durch die Unternehmen wird nicht das griechische Volk bezahlen““

    Das ist nichts anderes als eine Bankrotterklärung.
    Es sollte schon klar sein, dass als Konsequenz folgen wird, dass damit niemand Griechenland etwas leihen wird und wir als Bankrotteure angesehen werden.
    Wie soll es denn dann weitergehen?
    So naiv zu glauben, dass uns die EU dann noch weiterhilft, nachdem wir sie um ihr Geld gebracht haben das sie uns geliehen haben, braucht keiner zu sein!

    Nicht die Deutschen oder die Troika sind das Problem.
    Zumal ich den Kommentar zutiefst rassistisch den Bewohnern der Phillippinen gegenüber empfinde!!!
    Zurecht regen wir uns über Ausdrücke wie Pleitegriechen auf und dann sowas!

  2. pedrobergerac
    13. November 2012, 02:10 | #2

    Ich möchte hier eine Lanze für das griechische Volk brechen. Ich schließe mich nicht den Hetzparolen der Uninformierten Nachplapperer an.
    Informieren Sie sich über den Plan B der Wissensmanufaktur. Dann werden sie erkennen, dass wir ALLE nur verarscht werden, und dass ein Steuerboykott das legitime Mittel als Zeichen des Widerstands zur Abschaffung der Demokratie ist.

    Wir werden von Verbrechern regiert und sollten endlich aufhören, sie auch noch zu wählen.

  3. Frank
    13. November 2012, 12:04 | #3

    @ Adrianós

    Volle Zustimmung! Dennoch wünsche ich mir manchmal, Griechenland würde sich für diesen Weg entscheiden. Dann hätte das Drama endlich ein Ende. Griechenland wäre kein EU-Mitglied mehr. Wäre dann interessant zu beobachten, woher man sich fehlendes Geld beschafft. Von den Russen oder den Chinesen? Die würden bestimmt auch helfen.

  4. GR-Block
    13. November 2012, 12:29 | #4

    Ich stimme Ihnen zu, der Titel ist eine Zumutung. Der Journalist sollte zur Rechenschaft gezogen werden. Hier könnte sich ein Staatsanwalt Lorbeeren verdienen.
    Allerdings stimme ich nicht zu, dass die Konsequenz eines Schuldenschnitts wäre, dass niemeand mehr Kredite gibt. Stattdessen würde GR entsprechend unserer Wirtschaftsideologie wieder auf dem konkurrierenden Weltmarkt Handelspartners finden, die aus eigenem Interesse für eine Finanzierung der Geschäfte zu Weltmarkt-Bedingungen sorgen würden. Das ist das übliche Verhalten in einem freien Markt. Das Monopolyspiel amerikanischer Ratingfirmen und europäischer Banken würde durchbrochen werden.
    Die „moralische Verpflichtung“ als EU-Mitglied europäische Banken an der gr. Finanzkrise verdienen zu lassen, ist für GR ein Minusgeschäft. Es führte dazu, dass aus 120% Schulden 180% wurden. Das ist ein deutlicher Hinweis dafür, dass zu viele gr. Lobbyisten in Interessenskonflikten stecken und im Notfall gegen das Volk und für Firmen aus F, UK und D entscheiden.

  5. GR-Block
    13. November 2012, 13:03 | #5

    Nein, nicht die Völker sind das Problem, aber ihre Großindustrien. Erlauben Sie mir ein Gleichnis:
    Die „unschuldigen“ Völker lassen ihre Unternehmen mit staatslicher Subvention wie Heuschrecken über ein anderes Land kommen (Zitat Müntefering), das dadurch vollkommen kahlgefressen wird. Danach beschuldigen sie die dortigen Bauern, sie hätten keine Produktion, weil sie genetisch bedingt faul sind. Zu guter Letzt gewähren sie ihnen überteuerte Kredite („Hilfe“) mit denen teure chemischen Düngemitteln aus eigener Produktion. Das (!) treibt die Schulden der Bauern hoch, nicht ihr verschwenderisches Leben.
    Das Argument, dass korrupte griechische Politiker an der Situation Schuld seien, nützt Ihnen nicht. Diese kann man im eigenen Land juristisch verfolgen. Nicht aber Unternehmen, die durch ihre nationalen Korruptionsgesetze aber auch überkommene, marktverzerrende EU-Regelungen abgesichert sind.
    Die EU muss ihre Hausaufgaben machen und vor allem die selbsternannte Lehrmeisterin.

  6. Heinz
    13. November 2012, 13:45 | #6

    @ Frank

    Und Russen und Chinesen würden das Alles natürlich völlig umsonst machen. Man merkt, das Sie mit denen noch keine Geschäfte gemacht haben. Ich wünsche es Ihnen auch nicht.

    PS:
    Wie man so hört, hat die russische und auch die chinesische Elite sich ganz persönlich bedient und ist in sehr kurzer Zeit so reich geworden, wie viele westliche „Kapitalisten“ über mehrere Generationen hinweg. Was also sollen die besser machen in und für Griechenland?

  7. Karlie
    13. November 2012, 14:15 | #7

    Alter Wein in neuen Schläuchen!

    Feindbilder werden aufgebaut, die bösen Deutschen, die dummen Griechen etc. und dabei wird völlig übersehen, dass die einzelnen Länder längst einen grossen Teil ihrer Souveränität an die ungewählten Technokraten in Brüssel abgegeben haben. Deutschland ist desswegen genauso in einer Misere wie Griechenland oder andere EU-Staaten.
    Ursache und Grund für die Probleme werde weiterhin nicht erwähnt.
    Zu nennen wären da unter anderem der ungeheure Lobbyismus der Finanz- und Grossindustrie, die auf Grund ihrer Finanzmacht schon lange das Sagen hat. Mit Hilfe eines korrupten und verlogenen Finanzsystems und deren Handlander, Politiker, wurde den Ländern die Globalisierung oktroyiert, die Souveränität gestohlen und die Völker in Zwang und Schuldschaft geführt.
    Das Geplänkel und die Profilierungsdebatten in den Parlamenten ist Futter für das ‚dumme‘ Volk, die ursächlichen Probleme werden weder diskutiert noch angegangen. Kein Wort über das Finanz- oder Wirtschaftssystem, kein Wort über die Urheber dieses Elends und kein Wort über die Mithilfe korrupter Politikmarionetten.
    Alles wie gehabt, wer auch nur Ansatzweise die Geschichte studiert wird sehen, dass solche Situationen schon mehrere male bestanden und immer haben sie zu Kriegen geführt, sei es der Opiumkrieg des englischen Imperiums, die Kriege zwischen Russland und Japan, die Weltkriege und auch die darauf folgenden Konflikte im nahen und fernen Osten: Finanzielle und Wirtschaftliche Intressen werden und wurden vor das Wohl des eigenen Volkes gestellt. Dies um einer kleinen Clique von superreichen Parasiten zu dienen.
    Wir haben weder eine Banken- noch einer Wirtschaftskrise, vielmehr sind wir in einer massiven Bewusstseinskrise, die uns alle dahin geführt hat wo wir nun stehen. Das abgeben der Eigenverantwortung, die Kontrolle der Medien und Hochfinanz die sind nicht einfach so passiert. Das ist was jeder Einzelne zugelassen hat und immer noch tut.

    „Hast du 100’000 Euro Schulden bei der Bank, hast du ein Problem. Hast du 50 Millionen Schulden bei der Bank, hat die Bank ein Problem.“

    Was die Griechen angeht, die sollten sich einmal klar machen das dies auch für Griechenland gilt. Es ist in erster Linie ein Problem der Banken und damit deren Aktionäre, die als Hedgefonds, Grosskapitalisten oder Gesellschaften wie Versicherungen etc. die Politik unter Druck setzen und den Völkern weismachen wollen, dass sie für deren Verluste aufkommen müssen.

    Entweder die Griechen wachen auf und sehen die wirklichen Zusammenhänge oder sie legen sich selber das Joch der Sklaverei auf die Schultern.

  8. GR-Block
    13. November 2012, 15:21 | #8

    @ Heinz
    „Und Russen und Chinesen würden das Alles natürlich völlig umsonst machen…“
    Wer das behauptet, mit dem wird kein Staat Geschäfte machen. Warum behaupten Sie das? Weil Sie „helfen“ wollen? GR hatte auf dem Weltmarkt Angebote im Bereich 1% Zinsen. Da ist die EU sofort mit Ihren Beratern nach vorne geprescht und hat gedroht. Zypern scheint davon gelernt zu haben. Deren Troika besteht nicht nur aus deutschen und dänischen Beratern. Diesmal sind die Griechen dabei. Als Wiedergutmachung der EU an GR. Hoffenntlich überlebt das Zypern.
    Die „Hilfs-„Kredite haben u.a. deutsche Unternehmen bereichert. Die vielgeschmähten Banken sind dabei nur die Finanzzwischenlager und Blitzableiter für den Volkszorn.
    Deutsche (aber auch französische und englische) Unternehmen sind hier die Hauptakteure. Sie teilen den Markt mit legalen ung illegalen Mitteln auf. Sie zetteln Handelskriege an und manchmal auch Weltkriege. Selbstverständlich nur unter dem Aspekt ihrer Wettbewerbsfähigkeit. Das zerstört Werte und kostet Arbeitsplätze.
    Machen Sie ruhig weiter mit Ihrer „Lobbyarbeit“. Irgendwann ist ihr Arbeitsplatz auch dran, wenn Sie denn einen haben.

  9. GR-Block
    13. November 2012, 15:40 | #9

    @ Heinz
    …hat die russische und auch die chinesische Elite sich ganz persönlich bedient und ist in sehr kurzer Zeit so reich geworden…

    Natürlich, genau das haben wir der alten Sowjetunion gewünscht. Jetzt, wo es erreicht ist, sie deswegen zu tadeln, heißt nur eins: wir wollten dass sie zusammenbrechen, damit wir mit unserem Knowhow-Vorsprung ihre Wirtschaft übernehmen. Dass der Kapitalismus so einfach gestrickt ist und ihn die Russen in kürzester Zeit implemetieren könneten ist nicht Pech, wie mancher glaubt. Es ist unsere Arroganz. Sie hat uns auch immer eingeredet, die Chinesen werden das Bildungsrennen gegen uns nicht bestehen.

    Zitat Jassir Arafat: Bildung ist eine Frage von 10 Jahren. Seine Schätzung trifft auf China erschreckend genau zu. Heute ist der Zeitrahmen für Schwellenländer kleiner.

  10. Ariadne
    13. November 2012, 17:10 | #10

    Ein solcher Ausspruch eines Parteivorsitzenden (egal welchen Landes) ist ungeheuerlich und nicht hinnehmbar. Drückt er doch nichts anderes aus als eine Arroganz, die ihresgleichen sucht. Überraschend allerdings kommt dieser Ausspruch nicht, denkt man an die herablassende Haltung der Griechen gegenüber den Albanern, ja der ganzen übrigen Menschheit. Philippinas werden da auf der untersten Hierarchiestufe angesiedelt. Was sollte Griechen denn zu besseren Menschen machen als Philippinas oder andere Nationalitäten? Wodurch heben sich Griechen so toll hervor? (Und jetzt kommt mir nicht mit Platon, Aristoteles und Konsorten. Diese sind den meisten Griechen ohnehin nur dem Namen nach bekannt. Was diese tatsächlich gesagt oder geschrieben haben, wissen leider die wenigsten Griechen, auch wenn sie sich noch heute fataler- und irrtümlicherweise in deren Glanz sonnen wollen.)

  11. Lapalulli
    13. November 2012, 18:33 | #11

    @ GR-Block Der Zumutungen gibt es in diesen Wochen und Monaten viele in Ellada. Ein anderes schönes Beispiel für Menschenverachtung ist eine TV-Diskussion im Mai oder Juni 2012. Titel: „Europa oder Afrika?“ Es ging um die Frage, für welche Ausrichtung sich die griechischen Wähler entscheiden würden. Die beiden Kontinente standen für Euro und Drachme. Wohl niemand von den Programmmachern war sich dessen bewusst, dass die Afrikaner dadurch ebenso abgewertet wurden wie Griechen, die man als „Pleitegriechen“ o.ä. bezeichnet hat (FOCUS).

  12. Bavaria
    13. November 2012, 18:38 | #12

    Die Sache ist eigentlich ganz einfach: Hat Griechenland Kredite aufgenommen, wenn ja wofür. Und wo ist das Geld geblieben? Ist es verfrühstückt worden? Wenn ja – von wem, und wer hat davon gewusst? Muss geliehenes Geld zurückgezahlt werden? Ja – so ist es im Kleinen, aber auch im Großen.
    Im übrigen träfe ein zweiter Schuldenschnitt sehr wohl die Steuerzahler der anderen Euro-Staaten, denn die griechischen Schulden liegen inzwischen zu zwei Dritteln bei öffentlichen Geldgebern, u.a. der EZB. Wer müsste dann wohl den Ausfall der griechischen Kredite bezahlen?
    Und drittens empfehle ich allen den neusten „Spiegel“. Da gibt es einen interessanten Artikel über den unverschämten Reichtum im armen Griechenland, und darüber, wie unverfroren er zur Schau gestellt wird.
    Ich bestreite nicht, dass alles was jetzt passiert für die einfachen Menschen eine Katastrophe ist.
    Aber Mitschuld trifft alle, die sich in den zurückliegenden Jahren nicht gefragt haben, wo das ganze Geld für unzählige Wohltaten herkam, nachdem sich eigentlich jeder, den ich kenne davor gedrückt hat, Steuern zu zahlen.

  13. GR-Block
    13. November 2012, 21:05 | #13

    @ Bavaria
    „Die Sache ist eigentlich ganz einfach“ Nein ist sie nicht.
    „Hat Griechenland Kredite aufgenommen, wenn ja wofür. “ Für überteuerte Waren und Dienstleistungen aus dem EU-Ausland.
    „Und wo ist das Geld geblieben?“ In den Kassen der SIEMENS, DAIMLER, FERROSTAHL, MAN und deren korrupten Lobbyisten in Athen.
    „Ist es verfrühstückt worden?“ Nein es wurden damit gutbezahlte Arbeitsplätze für uns und dicke Konten in der Schweiz für die Lobbyisten geschaffen.
    „Wenn ja – von wem,“ Fragen Sie den Lobbyisten Herrn Pangalos. Der sagte richtig: „wir alle haben es ausgegeben…“ Die blöden Griechen aber glaubten, sie seien gemeint und wurden ausfallend.
    „… und wer hat davon gewusst?“ Wir alle.
    „Muss geliehenes Geld zurückgezahlt werden?“ Nicht wenn man deutscher Lanzer ist.
    „Ja – so ist es im Kleinen, aber auch im Großen.“ Nein, im Großen ist es nicht so (s.u.).
    „Im übrigen träfe ein zweiter Schuldenschnitt sehr wohl die Steuerzahler der anderen Euro-Staaten, denn die griechischen Schulden liegen inzwischen zu zwei Dritteln bei öffentlichen Geldgebern, u.a. der EZB. Wer müsste dann wohl den Ausfall der griechischen Kredite bezahlen?“ Das war der Plan. Dafür wollte man 3 Kreditpakete schnüren. Zwei sind schon durch. Herr Schäuble packt schon das dritte. Ob das klappt? Schaun wir mal…
    „Und drittens empfehle ich allen den neusten “Spiegel”. “ Der Spiegel ist nie zu empfehlen, wenn es um die Schuld(en) korrupter, deutscher Großindustrie geht. Sie heißt übrigens „Groß-„Industrie, weil sie Schuld(en) nie zurückzahlt, trotz Gerichtsurteile.
    „Da gibt es einen interessanten Artikel über den unverschämten Reichtum im armen Griechenland, und darüber, wie unverfroren er zur Schau gestellt wird.“ Seinen Reichtum muss man feiern und seine Armut bedauern, sonst wird man zum Heuchler.
    „Ich bestreite nicht, dass alles was jetzt passiert für die einfachen Menschen eine Katastrophe ist.“ Jetzt wollte ich Sie schon „Heuchler“ nennen, aber das geht zu weit. Nein, Sie haben Unrecht, weil Sie Ihre Informationen von einem Journalismus beziehen, der nur auf seine Wirkung, nicht aber seinen Wahrheitsgehalt Wert legt. So etwas kann beim besten Willen keiner entwirren.

  14. Ariadne
    14. November 2012, 09:54 | #14

    @ GR-Block
    Natürlich ist es so im Grossen wie im Kleinen. Nehmen Sie einen x-beliebigen Häuslebauer, der eine Hypothek aufnimmt und anständig seine entsprechenden Zinsen bezahlt. Nach 20 Jahren kann er der Bank auch nicht vorrechnen, dass die von ihm während dieser Zeit bezahlten Zinsen den eigentlichen Hypothekarkredit bereits überstiegen haben. Seinen ursprünglichen Kredit muss er trotzdem abzahlen, Zinsen hin oder her. Das erwarte ich auch von Griechenland!

  15. Stipsi Fan
    14. November 2012, 11:55 | #15

    @GR-Block
    vielen Dank für Ihre guten Beiträge! Nur mit Überblick kann man sehen, was dort wirklich passiert und uns auch noch passieren wird. Ich glaube, GR ist nur ein Test der Grossindustrie und Hochfinanz wie weit sie gehen können. GR ist auch prädestiniert, weil die meisten Menschen dort nicht von unserer „Immer mehr haben wollen“ Mentalität getrieben sind, sondern von mehr eine „Miteinander Leben wollen“ Haltung haben. (@Norbert)
    Davon könnten wir Deutsche uns eine dicke Scheibe abschneiden. Geiz, Gier, Habsucht gab es in GR -jedenfalls im ländlichen Bereich“ kaum. Eine Insel der Glückseeligen für einen geplagten, vereinsamenden Deutschen. Ich hoffe nur, dass das alles nicht verlorengeht. Ich würde so gern etwas tun für dieses wunderbare Volk.

  16. Bavaria
    14. November 2012, 12:58 | #16

    @ GR-Block
    „Hat Griechenland Kredite aufgenommen, wenn ja wofür. ” Für überteuerte Waren und Dienstleistungen aus dem EU-Ausland.
    Und warum haben die Griechen sie gekauft? Hat sie jemand dazu gezwungen Porsche oder Mercedes zu fahren, hat man sie dazu gezwungen, gigantische Olympische Spiele auszurichten, von denen schon allein die zugegebenermaßen sehr schöne, aber auch gigantomanische Eröffnungsfeier Millionen gekostet hat. Das es auch kleiner geht hat London gerade bewiesen.
    Nein, Nein – diese Ausrede ist mir zu billig. Geschäfte machen immer zwei Seiten: einer der verkauft und einer der kauft.
    Und…. meine Informationen stammen nicht nur aus der Zeitung. Ich gehe mit wachen Augen und offenen Ohren durch die Welt, auch in den drei Monaten, die ich Jahr für Jahr in Griechenland verbringe.

  17. Heinz
    14. November 2012, 14:40 | #17

    @ GR-Block

    Bei Krediten gibt es zwei Seiten: Den Kreditnehmer und den Kreditgeber. In der Regel ist es da so, dass der Kreditnehmer für etwas Geld braucht, das er unbedingt haben will. Also bittet er um einen Kredit. Wird ihm der gewährt, dann unter der natürlichen Bedingung, dass er das Geld auch zurück zahlen will. Die Prüfungen beim Kreditgeber können sich nur darauf beziehen, ob der Kreditnehmer das auch kann. Den Willen kann er nicht prüfen.

    Was der Kreditnehmer mit dem Geld anfängt ist seine Sache. Dafür ist der Geber nicht verantwortlich, er lässt sich Sicherheiten geben. Wo der Nehmer kauft ist dem Geber üblicherweise auch egal, es sei denn, es ist ein Koppelgeschäft. Aber auch hier bleibt die Verantwortung für das ganze Geschäft beim Nehmer. Er will den Kredit.

    Was dann tatsächlich mit dem Geld geschieht, auch dafür bleibt die Verantwortung beim Kreditnehmer. Denn er verfügt darüber frei nach den vertraglichen Vereinbarungen. Wenn das Geld dann unter korrupten Eliten aufgeteilt wird, ist das dem jeweiligen Zustand der Organisation zuzuschreiben, die als Kreditnehmer fungiert, im Beispiel Griechenland also der Staat, vertreten durch die jeweilige Regierung. Sie wiederum wurde von den Bürgern des Staates legitimiert, die Geschäfte des Landes zu führen, wozu eben auch Kreditaufnahmen gehören.
    Funktioniert das, wie wir jetzt wissen, in aller Regel nicht, weil mit der Verantwortung der Führung des Landes Schindluder getrieben wird, dann liegt das auch in der Verantwortung der sog. „Vierten Staatsgewalt“, der Presse. Auch die hat in Griechenland völlig versagt, was hier im Blog schon damit begründet wurde, dass diese sich in den Händen der Reeder befindet. Ich kann das nicht prüfen.

    Nun ist es so, dass die Chinesen die treibende Kraft bei der Forderung nach Rückzahlung der Kredite sind, egal, wer das leistet. Denn die Chinesen haben griechische Schuldverschreibungen in großem Stil eingekauft. Hätte man also den Schuldenschnitt gemacht, wären die Chinesen die Hauptbetroffenen gewesen. Ihnen ist es also nicht egal, wie das weiter läuft. Und damit auch nicht Europa, denn wir leben alle von gegenseitigen Geschäften, auch welchen mit China.

    Griechenland ist keine Exportnation, sondern wird auf lange Sicht Importüberschüsse produzieren. Denn das Wenigste von dem, was alltäglich konsumiert wird, kann selbst erzeugt werden, zumal die Strukturen dafür erst einmal geschaffen werden müssten. Als Beispiel mögen nur die Exporte von Olivenöl, Tomaten usw. usw. dienen.
    Kehrte Griechenland zur Drachme zurück, hätte das fatale Folgen. Durch den bescheidenen Wert der Drachme würde jeder vernünftige Erzeuger seine Waren im Ausland verkaufen, weil er dort sehr viel mehr dafür bezahlt bekommt. Also auch die Nahrungsmittel. Was nun?

    Griechenland hat also überhaupt keine andere Chance, als im Euroverbund zu bleiben, denn nur dort ist das Land überlebensfähig. Wer Anderes sagt, sollte dies auch mal „seriös“ argumentieren.

    Und zu den sonstigen Verschwörungstheorien, hasserfüllten Kommentaren über andere Europäer speziell der Deutschen, aber auch jeglicher volkswirtschaftlicher Grundlagen entbehrenden „Tatsachen“ die hier mitunter verbreitet werden, muss ich ja keine Stellung nehmen.

  18. GR-Block
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