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Archiv für die Kategorie ‘Wirtschaft’

Was sehen Chinesen in Griechenland?

20. Mai 2013 / Aufrufe: 815 Keine Kommentare

Angesichts des chinesischen Interesses an dem Athener Flughafen Eleftherios Venizelos in Griechenland stellt sich die Frage, was sie mit dem Airport anfangen werden.

Die “Anlage” der Cosco im Hafen von Piräus erwies sich als eine außerordentliche Investition, mit besonders hohen Renditen für die Gesellschaft, aber auch für die chinesische Wirtschaft. Kann der internationale Flughafen von Athen (ATH) eine entsprechend gewinnbringende Investition sein?

Die griechische Regierung vertritt, in den letzten 10 Jahren des Betriebs des ATH seien der staatlichen Beteiligung entsprechende Dividenden in Höhe von 1,15 Mrd. Euro ausgeschüttet worden, und behauptet, wer ihren Anteil übernimmt, werde eine goldene Eier legende Gans erwerben. Zusätzlich zu dieser Argumentation wird unterstrichen, der neue Vertrag über die Überlassung des Flughafens sei zur Stärkung des Gewinnverlaufs geplant worden, da im Lauf der Zeit bis zum Auslaufen des Vertrags 2021 drastisch die Beträge sinken werden, die in die Tilgung des Kredits der Europäischen Investitionsbank fließen (105 – 110 Mio. Euro).

Sinkende Passagierzahlen machen Eleftherios Venizelos weniger attraktiv

Der potenzielle Wertzuwachs des “Eleftherios Venizelos” aus der möglichen Verlängerung des Überlassungsvertrags um 20 Jahre wurde auch von der (damaligen) deutschen Seite bei den ersten Verhandlungen mit den Chinesen der HNA und den Franzosen der Vinci über der Verkauf des Portefeuilles der Hochtief Airport als Argument bemüht. Das geschah jedoch 2012, vor einer Zeit, die für die Gegebenheiten der Flugindustrie eine Ewigkeit gestaltet.

Wenn die Dinge so einfach wären, würden alle rennen, um den Flughafen “Eleftherios Venizelos” zu kaufen. Die Wahrheit ist jedoch, dass in den beiden letzten Jahren der Rückgang des Passagieraufkommens und die Verluste der Fluggesellschaften, die dem ATH wie einem peripheren Flughafen begegnen, die wirtschaftlichen Gegebenheiten rasch verändert haben. Wie sehr wohl noch, wenn die peripheren Flughäfen weiterhin an den Anteilen des Passagieraufkommens des ATH nagen?

Die Frage lautet also: was ist für die Chinesen vorteilhafter, Athen oder die Peripherie?

Staat verklagt sich selbst, um Airport zu “Schnäppchen” zu machen

Wären die Dinge anders, hätte der Fiskus sich bei dem Freispruch des ATH durch den Internationalen Gerichtshofs von London, der urteilte, der Flughafen sei von den 163 Mio. Euro MwSt. frei zu sprechen, die ihm von dem Fiskus angelastet worden war, nicht dumm gestellt. Zu einer Stunde also, wo der Fiskus auch den letzten Schuldner mit Gefängnisstrafen jagt, verschließt er vor den Schulden des (ihm gehörenden) Flughafens die Augen, damit er für die Ausländer als “Schnäppchen” charakterisiert werden kann.

So erließ das Schiedsgericht in der Verhandlung der Sache (Anmerkung: nach griechischem Recht) sein Urteil, mit dem es beschloss, der Internationale Flughafen Athen schulde dem griechischen Fiskus nicht die Beträge der angelasteten MwSt. nebst den Beträgen der verhängten Strafsteuern und erklärte auch die einschlägigen Feststellungsakte als rechtswidrig ergangen. Für die Historie sei angemerkt, dass zwischen den beiden Seiten ein Rechtsstreit bezüglich eines angelasteten MwSt.-Betrags von 44 Mio. Euro für die Periode 1998 – 2009 anhängig war, der wegen der Zuschläge den Gesamtbetrag von 163 Mio. Euro erreichte.

Und etwa so geschah das tatsächlich Irreale, dass eine Gesellschaft staatlicher Interessen und Mehrheit, wie es der ATH noch ist (mit der staatlichen Beteiligung von 55%), sich gegen den Hauptaktionär (und im weiteren Sinn gegen den griechischen Steuerzahler) wendet und zu dessen Lasten gewinnt – einzig davon geleitet, … nicht zu zahlen!

Solche Trick waren wahrscheinlich notwendig, damit der Vorschlag, den die Chinesen für den Kauf des staatlichen Beteiligungsanteils am “Venizelos” unterbreitet haben sollen, ein “sehr großes Paket” umfasst, das auch für Athen verlockende Bedingungen bereithält. Dieses Paket umfasst den Erwerb des Anteils der Hochtief (26,7%), den die kanadischen Rentner aufkauften (worüber wir uns in der vergangenen Woche fragten, ob es sich um Zwischenkäufer handelt oder nicht), in Kombination mit:

  • der Verwertung des Handelsparks des Flughafens (vielleicht in Zusammenarbeit mit dem Koutsolioutsos der KAE) (Anmerkung: gemeint sind die Duty Free Shops),
  • der Schaffung neuer Logistik-Zentren,
  • der Anbindung des Flughafens (mittels Attika-Straße und Vorstadtbahn) mit Ausgang nach Elevsina, aber auch der neuen Strecke der TRAINOSE ab Piräus (Betriebsstätten der Cosco),
  • aber auch der Wiederherstellung einer ständigen Luftverbindung Athen – Peking auf Vorschlag der Ais China.

Bilder des “Aufschwungs”

Im Folgezeitraum werden in den Überlebenskampf für die Flughäfen und die Gesellschaften fast alle eintreten. Wie die Low Cost Gesellschaft Ryanair, die kurz vor der Privatisierung erschien und ein “Rettungsprogramm” für den griechischen Tourismus vorschlug, mit ihr selbst im Mittelpunkt: dass also sie selbst 10 Mio. Touristen ohne Flughafensteuern zum “Eleftherios Venizelou” befördert und damit ihre Gewinne und ihre Wettbewerbsfähigkeit gegenüber jeder andern Gesellschaft maximiert.

Dieser Vorschlag, der sowohl das Feuer der heutigen Leitung des ATH als auch der größten griechischen Fluggesellschaft – der Aegean – auf sich zog, wäre vielleicht unbemerkt geblieben, wenn er nicht als Arbeitsszenarium in der Plänen der Hochtief selbst enthalten gewesen wäre. Der Vizepräsident der Gesellschaft, Holger Linkweiler, gab in einem eigenen Artikel darüber, wie ein Flughafen “im Fall des Zusammenbruchs des von ihm bedienten größten Luftfrachtunternehmens reagieren kann” (Anmerkung: über den Flughafen von Budapest sprechend, wo der Verkehr nach dem Zusammenbruch der staatlichen MALEV um 35% zurückging), auch die Lösung: er schloss ein Terminal, entließ einige hundert Beschäftigte und erhöhte den Anteil der Low Cost Gesellschaften (wie Ryanair) von 26% im Jahr 2011 auf 50% im Jahr 2012 und machte somit bis Ende des Jahres 85% des verlorenen Passagierverkehrs wett.

Bilder aus dem Griechenland des kommenden Wachstums. Interessant, oder?

(Quelle: To Pontiki)

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Griechenland: Der Tote wird geschminkt

18. Mai 2013 / Aufrufe: 7.805 7 Kommentare

Trotz aller Schönfärbereien lässt sich nicht verbergen, dass Griechenland nicht etwa auf einen Aufschwung, sondern auf die Vollendung seiner Plünderung zusteuert.

Die wirtschaftliche Realität des Landes wurde einige Tage von der Reise Samaras nach China überschattet, von der kein erschütterndes Ergebnis vermutet wird. Nachhaltiger überschattet wird sie vermutlich dagegen von dem Beharren der politischen und diplomatischen Führung der USA, in ihren Plänen für unsere Region Griechenland systematisch zu ignorieren.

So sehr man jedoch auch die wirtschaftliche Situation in Griechenland schminkt, lässt diese sich nicht verstecken. In den vergangenen Tagen zeigten sich dagegen mittels der offiziellen Daten allen die Herrlichkeit, die politische Nacktheit und das Ausmaß des Zusammenbruchs. Ebenfalls wurden der Öffentlichkeit alle Tricks zum Verstecken der Realität vorgeführt.

Die Fakten widerlegen die Beschönigungen

1. Die Freudenausbrüche über die steigenden Exporte hörten nach der Feststellung der “Bremsung” abrupt auf.

2. Das Ziel der Kommission für die Einnahmen aus Privatisierungen wurde um ungefähr 30% revidiert: von 2,6 auf 1,9 Mrd. Euro. Parallel wird der Ausverkauf elementarer Dienste und Güter an Privatleute beschleunigt – siehe DEI, Trinkwasser usw. – Basisinfrastrukturen, wie Flughäfen, Eisenbahn und Häfen, damit noch etwas Kleingeld in die Kasse kommt, aus der die Tilgungsraten bedient werden.

3. Der von der Regierung propagierte Überschuss ist in der Realität ein primäres Defizit von 300 Mio. Euro im ersten Quartal des Jahres 2013. Wenn jedoch die fälligen Verbindlichkeiten des Fiskus an den Privatsektor mit einbezogen werden, erhöht es sich dann um ungefähr das Neunfache, auf 3 Mrd. Euro, und im Vergleich zu der entsprechenden Vorjahresperiode um 70% gestiegen.

4. Sogar auch dieses mittels der kreativen Buchführung der Regierung gezeigte “magische Bild” beruht jedoch auf der Minimalisierung der Aufwendungen für öffentliche Investitionen. Einfach gesagt jubiliert die Regierung darüber, dass sie es nicht fertigbringt, ihre Zielvorgabe zu erreichen, über den absoluten investiven Notstand, über die völlige Auflösung des Staates und über die Tatsache, sich zu einem ansehenslosen “Schnorrer” gewandelt zu haben.

5. Um die Löcher zu stopfen kommt die neue Besteuerung der Flurstücke, zu der durchsickerte, dass sie – wie üblich – “horizontal”, also außerordentlich ungerecht für die Armen sein wird, wie es im übrigen auch mit allen übrigen horizontalen Einnahmemaßnahmen geschah, die während der drei Memorandums-Jahre ergriffen worden sind. Sogar auch die elektronische Ausgabe der Zeitung “Vima” charakterisierte in einem Leitartikel die neue Steuer als “rückschrittlich”. Das einschlägige “Dementi” des Finanzministeriums (YPOIK) bezüglich der Substanz war nicht einmal ein … Dementi.

6. Aus diesem Rahmen ist auch die erwartete neue Kürzung der Renten nicht hinausgefallen, die ein weitere Schritt in die Richtung der … “nationalen Rente” von 360 Euro (und vielleicht die einzige “garantierte” Rente in den kommenden Jahren) sein wird.

7. Bezüglich der Arbeitslosigkeit bedarf es keiner vielen Worte, da jede Bekanntmachung eine weitere kräftige Ohrfeige für das unehrliche wirtschaftliche Bild ist, welches die Regierung nur dank der “nahestehenden” Massenmedien weiterhin “verkaufen” kann.

8. Die griechische Statistikbehörde (ELSTAT) gab eine Bekanntmachung über den Rückgang der Inflation im April 2013 auf 0,8% aus. Wovon würde die Regierung wünschen, dass es nicht … gesehen wird? Dass die Preise, die weiterhin ansteigen, sich auf die kritischen “Gruppen” der Waren und Dienstleistungen beziehen, die sich auf die Grundaufwufwendungen der Haushalte beziehen:

  • “Ernährung und alkoholfreie Getränke”, wegen des Anstiegs der Preise hauptsächlich bei Frischobst, Frischgemüse, frischen Kartoffeln, frischen Fischen, Fleisch allgemein.
  • “Spirituosen und Tabak” (5,0%), wegen der Erhöhung der Zigarettenpreise.
  • “Kleidung und Schuhwerk” (2,2%).
  • “Wohnen” (6,9%), wegen Erhöhung hauptsächlich des Heizöls und der Elektrizität. (Ein Teil des Anstiegs wurde aus dem Rückgang der Preise bei den Wohnungsmieten, Dienstleistungen für Reparatur und Wartung von Wohnungen und dem Erdgas ausgeglichen.)

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Inflation in Griechenland auf historischem Tiefstand

14. Mai 2013 / Aufrufe: 1.103 Keine Kommentare

Die Inflation hat in Griechenland im April 2013 das niedrigste Niveau seit 1968 erreicht.

Die Inflation blieb für den zweiten aufeinanderfolgenden Monat negativ, da sie im diesjährigen April um 0,6% sank (auf Jahresbasis), gegenüber einem Rückgang von 0,2% im März. Trotz dieser Tatsache verzeichnete die Griechische Statistikbehörde (ELSTAT) jedoch auch Anstiege um bis zu 25% bei Produkten und Dienstleistungen, die den sogenannten “Warenkorb der Hausfrau” bilden. Preiserhöhungen wurden beispielsweise bei Fleisch (1%), Frischfisch (1,8%), Frischobst (5,25), Frischkartoffeln (24,3%), Kleidung – Schuhwerk (2,2%), Heizöl (25,1%), Stromtarifen (12,3%) und Tabak (5,9%) verzeichnet.

Auf der Gegenseite gab es weitere Preissenkungen (hauptsächlich wegen des Versuchs, den Umsatz zu halten), wie beispielsweise bei Möbeln – Bodenbelägen (3,6%), Rechnern (5,7%), Weiße Waren (4%), Haushaltsgeräten (4,3%), Haushaltsdienstleistungen (8%), ärztlichen – zahnärztlichen – paramedizinischen Dienstleistungen (4,3%), Reparatur- und Wartungsdienstleistungen im Wohnungsbereich (2,8%), Büchern (3,8%), Telefoniediensten (5,1%), Freizeitdienstleistungen (3,2%), Friseuren – Friseursalons (4%), Schuldgeldern (4%) und Autos (5,6%). Ebenfalls wurden Rückgänge bei den Wohnungsmieten (5,5%) – wegen der Einkommensbeschränkungen der Vermieter -, bei Benzin (7,2%) – wegen des Rückgangs der internationalen Kraftstoffpreise – und bei Medikamenten (8,8%) – wegen der neuen Liste – verzeichnet.

Spezieller wurde von der ELSTAT Folgendes veröffentlicht:

Aus dem Vergleich des allgemeinen Verbraucherpreisindexes des Monats April 2013 mit dem entsprechenden Index des Monats April 2012 ergibt sich ein Rückgang um 0,6%, gegenüber einem Anstieg von 1,9%, der bei dem selben Vergleich 2012 zu 2011 verzeichnet wurde. Im Vergleich zu März 2013 zeigte der allgemeine Index für April 2013 einen Anstieg um 0,5%, gegenüber einem Anstieg um 0,8% bei dem entsprechenden Vergleich des vorherigen Jahrs.

Der Rückgang des allgemeinen Indexes um 0,6% rührte aus den folgenden Änderungen her:

1. Aus den Rückgängen der Indizes:

  1. Um 3,6% bei der Gruppe “Dauergüter – Haushaltsartikel und Dienstleistungen”, hauptsächlich wegen der Preissenkungen bei Möbeln – Bodenbelägen, Schlafzimmertextilien – Weiße Waren, Haushaltsgeräte und Haushaltsdienstleistungen.
  2. Um 4% bei der Gruppe “Gesundheit”, hauptsächlich wegen des Rückgangs der Preise der Medikamente und ärztlicher, zahnärztlicher und paramedizinischer Dienstleistungen.
  3. Um 4,3% bei der Gruppe “Transporte”, hauptsächlich wegen des Rückgangs der Preise für Fahrzeuge und Autotreibstoffe (Benzin). Ein Teil des Rückgangs wurde durch den Anstieg der Flugzeugpreise neutralisiert.
  4. Um 5,1% bei der Gruppe “Kommunikationen”, hauptsächlich wegen des Rückgangs der Preise für Telefondienstleistungen.
  5. Um 2,9% bei der Gruppe “Freizeit – Kulturelle Aktivitäten”, hauptsächlich wegen des Rückgangs der Preise für audiovisuelle Ausrüstung – Rechner, Freizeitdienstleistungen und Bücher.
  6. Um 4% bei der Gruppe “Bildung”, hauptsächlich wegen der Rückgangs der Preise bei den Schulgeldern für private Schulen, Fremdsprachen, Nachhilfeschulen, IEK und postgraduale Studien.
  7. Um 1,6% bei der Gruppe “Hotels – Cafés – Restaurants”, hauptsächlich wegen Preissenkungen der Restaurants Konditoreien – Kaffeehäuser – Kantinen und der Hotels.
  8. Um 2,3% bei der Gruppe “Sonstige Güter und Dienstleistungen”, hauptsächlich wegen der Preissenkungen bei Friseurläden – Frisiersalons – Körperpflegeartikeln, persönlichen Artikel und Transportversicherungen.

2. Aus den Anstiegen der Indizes:

  1. Um 0,6% bei der Gruppe “Ernährung und alkoholfreie Getränke”, hauptsächlich wegen der preise bei Frischobst, Frischgemüse, frischen Kartoffeln, frischen Fischen, Fleisch allgemein. Ein Teil des Anstiegs wurde aus dem Rückgang der Preise bei Getreideprodukten und Präparaten, Olivenöl, Fruchtsäften ausgeglichen.
  2. Um 5% bei der Gruppe “Spirituosen und Tabak”, hauptsächlich wegen der Erhöhung der Zigarettenpreise.
  3. Um 2,2% bei der Gruppe “Kleidung und Schuhwerk”, hauptsächlich wegen der Preiserhöhungen bei Konfektions- und Schuhartikeln.
  4. Um 6,9% bei der Gruppe “Wohnen”, hauptsächlich wegen des Anstiegs der Preise für Heizöl und Elektrizität. Ein Teil des Anstiegs wurde aus dem Rückgang der Preise bei den Wohnungsmieten, Dienstleistungen für Reparatur und Wartung von Wohnungen und dem Erdgas ausgeglichen.

Außerdem sank die harmonisierte Inflation im April um 0,6%, gegenüber ebenfalls einem Rückgang um 0,2% im März und einem Anstieg um 1,5%, der im April 2012 gegenüber April 2011 verzeichnet wurde. Im Vergleich April – März 2013 zeigte der harmonisierte Index einen Anstieg um 0,5%, gegenüber einem Anstieg um 0,8%, der bei dem entsprechenden Vergleich des vorherigen Jahrs verzeichnet wurde.

(Quelle: Marketbeast.gr

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Kanal von Korinth in Griechenland wirft wieder Gewinn ab

13. Mai 2013 / Aufrufe: 345 2 Kommentare

Zwei Jahre nach der Entprivatisierung bringt der Kanal von Korinth in Griechenland dem Staat erstmalig wieder beachtliche Gewinne ein.

Der Vorstand der (inzwischen wieder) staatlichen Korinth-Kanal AG genehmigte einstimmig die Senkung des Aktienkapitals um 200.000 Euro. Der Vorschlag wurde auf Basis der Prognosen der Unternehmensleitung über Gewinne in Höhe von 1 Million Euro im Jahr 2013 angenommen. 2012 beliefen sich die Gewinne aus der Nutzung des Kanals auf 200.000 Euro. In der Bekanntmachung der Gesellschaft lautet es:

Der Vorschlag zur Reduzierung des Aktienkapitals und die entsprechende Kapitalrückzahlung an das Finanzministerium stellt das Ergebnis der ordentlichen und rationellen Verwaltung der Finanzen der Gesellschaft dar und hat zum Ziel, in der schwierigen Periode, welche die Wirtschaft und die Bürger des Landes durchleben, zur Verstärkung der Einnahmen des Staatshaushalts beizutragen.

Private Geschäftsführung trieb das Unternehmen in Verluste

Es ist anzumerken wert, dass die Gesellschaft es – unter staatlicher Kontrolle – fertiggebracht hat, Gewinne zu verzeichnen und die “Löcher” zu stopfen, welche ihre Verwaltung durch die private “Periandros A.G.” schuf. Im Jahr 2009, dem letzten Jahr der privaten Geschäftsführung, belief sich der Verlust des Geschäftsjahrs auf 900.000 Euro, während im Jahr 2010, in dem die staatliche Kontrolle wiedererlangt wurde, die Betriebsverluste 3,5 Mio. Euro tangierten und wegen der mangelhaften Wartung ernsthafte Sicherheitsthemen entstanden waren.

Somit wird ersichtlich, dass ein Unternehmen vitaler Bedeutung, das an einen privaten Träger überging und in die Verlustzone getrieben wurde, innerhalb eines sehr kurzen Zeitraums unter staatlicher Kontrolle wieder in ein gewinnbringendes Unternehmen umgewandelt wurde und in einem signifikanten Maß die Betriebskosten (um mehr als 75%) reduzierte. Es zahlt sogar Kapital an den griechischen Staat zurück!

Zur selben Zeit beharrt die Drei-Parteien-Regierung unter Antonis Samaras darauf, öffentliche Unternehmen und Vermögenswerte an Privatleute zu verschleudern und den Staat um äußerst wichtige Einnahmen zu bringen.

(Quelle: Avgi)

Unglaubliche Tricks mit Kfz-Preisen in Griechenland

13. Mai 2013 / Aufrufe: 1.370 4 Kommentare

Die Manipulation der Fahrzeug-Fabrikpreise durch einige Kfz-Importeure in Griechenland verursacht sowohl Marktverzerrungen als auch Einnahmeverluste für den Fiskus.

Das Thema der bei dem griechischen Zoll offiziell deklarierten Kfz-Fabrikpreise beschäftigt die unabhängigen Fahrzeughändler seit Jahrzehnten, hat in den letzten Jahren jedoch auch einen Reibungspunkt im Rahmen des Wettbewerbs zwischen den Importeuren dargestellt.

Der Grund fokussiert sich auf die Tatsache, dass gewisse Importeure die Möglichkeit haben, die Fabrikpreise ihrer Fahrzeuge zu manipulieren, wann immer sich die steuerlichen Gegebenheiten in Griechenland ändern, und somit einen unlauteren Wettbewerb gegenüber den übrigen Händlern schaffen, während sie parallel auch die Importe gebrauchter Fahrzeuge aus anderen EU-Mitgliedstaaten nachhaltig “blockieren”.

Fabrikpreise als Instrument zur unlauteren Manipulation des Marktes

Aufzeigend sei angeführt, dass 2009, als der damalige Finanzminister die Taxierungsgebühr um 50% senkte, gewisse Importgesellschaften sich sputeten, die Fabrikpreise ihrer Modelle zu erhöhen, damit der Import der selben Modelle als Gebrauchtwagen aus einem anderen EU-Mitgliedstaat unrentabel wird. Ab dem Augenblick dagegen, als die Luxussteuer in Kraft trat, wurden die Fabrikpreise diverser Modelle wieder drastisch gesenkt, damit bei ihrem Import nicht zusätzlich die neue Steuer entrichtet zu werden braucht!

Die zum Teil tatsächlich ungeheuren Differenzen zwischen Fabrik- und Einzelhandelspreisen wiederum lassen sich auf Basis der Fabrikpreise aller Importgesellschaften feststellen, die bei der Preisstelle des Zolls eingereicht worden sind. Ein erstes Beispiel bezieht sich auf den Fabrikpreis eines kleinen Modells, das im Einzelhandel für 9.000 Euro angeboten wird und dessen Fabrikpreis bei unter 5.000 Euro liegt. Wegen seines kleinen Motors beläuft sich die Taxierungsgebühr (12%) für den Wagen auf 1.100 Euro, während die MwSt. nicht einmal 600 Euro erreicht. Eine einfache Addition beweist, dass der Bruttogewinn der konkreten Importfirma sich bei mehr als 2.500 Euro bewegt!

Bei einem anderen Modell mit einem Fabrikpreis von ungefähr 10.000 Euro beläuft sich die Taxierungsgebühr auf 1.229 Euro und die MwSt. auf ungefähr 2.300 Euro. Der Import des konkreten Wagens schlägt folglich nebst den Abgaben mit insgesamt ungefähr 13.500 Euro zu Buche. Sein Einzelhandelspreis bewegt sich jedoch bei 19.000 Euro! Bei einem weiteren Fahrzeug mit einem Einzelhandelspreis von über 30.000 Euro präsentiert die Importfirma einen Fabrikpreis von unter 6.000 Euro! Praktisch bedeutet dies, dass das konkrete Modell nebst entrichteter Taxierungsgebühr und MwSt. 9.000 Euro nicht übersteigt! Bis zu den 30.000 Euro verbleiben ungefähr 21.000 Euro.

Noch imposantere Fakten finden sich allerdings, wenn man sich zu höheren Fahrzeugklassen begibt, wo proportional der Hubraum, jedoch nicht auch die Fabrikpreise steigen. So wird beispielsweise ein Sedan-Modell mit Dieselmotor und über 2 Liter Hubraum in Griechenland auf Basis eines Fabrikpreises von 7.500 Euro verzollt, und trotz der Tatsache, dass die Taxierungsgebühr höher ausfällt (+50%), erreicht das in Rede stehende Fahrzeug zusammen mit der MwSt. nicht einmal 13.000 Euro. Was den Einzelhandelspreis des konkreten Modells betrifft, wird dieser auf über 37.000 Euro veranschlagt! Es ergibt sich also eine Differenz von 24.000 Euro.

Exorbitante Handelsspannen bei Luxuswagen und Super-Cars

Noch eine Klasse höher gehend sieht man dann die tatsächliche “Orgie”, die von machen Importfirmen gefeiert wird, da ein superluxuriöses Modell mit einem Einzelhandelspreis von über 70.000 Euro mit einem Fabrikpreis von unter 12.000 Euro verzollt wird, was zum Ergebnis hat, dass sich sowohl die Taxierungsgebühr als auch die MwSt. auf außerordentlich niedrigen Ebenen bewegen und auch keine Luxussteuer entrichtet wird! Gemäß den Tabellen des Zolls sind für das konkrete Modell für Taxierungsgebühr und MwSt. insgesamt weniger als 8.500 Euro zu zahlen, mit dem Resultat, dass Fabrikpreis plus Abgaben und Steuern sich insgesamt bei unter 20.000 Euro bewegen! Die Differenz zu dem Einzelhandelspreis liegt folglich bei 50.000 Euro.

Man könnte sagen, dass in der Kategorie der Super-Cars und superluxuriösen Modelle jedes Maß verloren gegangen ist, da für Fahrzeuge mit einem Einzelhandelspreis von über 100.000 Euro Fabrikpreise von sogar unter 20.000 Euro ausgewiesen werden, so dass auf sie auch keine Luxussteuer erhoben wird!

Anfänglich haben wir ein Modell mit einem Fabrikpreis von unter 20.000 Euro, bei dem sich die Taxierungsgebühr bei ungefähr 9.500 Euro und die MwSt. bei 4.500 Euro bewegt. Zusammen mit seiner Verzollung erreicht der Wagen weniger als 34.000 Euro. Der Einzelhandelspreis des konkreten Fahrzeugs beläuft sich auf mehr als 115.000 Euro! Ein anderes Modell mit einem PS-starken Motor erscheint mit einem Fabrikpreis von unter 40.000 Euro, mit dem Ergebnis, dass es mit Entrichtung der Taxierungsgebühr, MwSt. und Luxussteuer nicht über 83.000 Euro liegt. Um das konkrete “Traum-Modell” jedoch zu erwerben, hat man mehr als 230.000 Euro zu zahlen!

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Krach in Griechenland größer als der amerikanische

12. Mai 2013 / Aufrufe: 289 Keine Kommentare

Die Haushaltsstelle des Parlaments in Griechenland veröffentlichte am 10 Mai 2013 einen vernichtenden Bericht über den katastrophalen Kurs der griechischen Wirtschaft.

In dem ersten Quartalsbericht für 2013 der staatlichen Haushaltsstelle des griechischen Parlaments wird eingeschätzt, dass gegen Ende 2013 die Rezession in Griechenland weltweit die drittgrößte und hinsichtlich ihrer Dauer die am längsten anhaltende Rezession der letzten 100 Jahre sein und sogar auch die große Rezession der USA übertreffen wird.

Gemäß dem Bericht wird veranschlagt, Griechenland werde bis Ende 2013 im Vergleich zu 2007 ungefähr 1/4 seines BIP verloren haben. Die Autoren des Berichts gestehen sogar ein, der Versuch der volkswirtschaftlichen Sanierung sei hart und sein Ausgang unsicher. Die Quellen der Unsicherheit schaffen die geringer als angezielt ausfallenden Steuererstattungen sowie die – gegenüber den Vorgaben – höheren Einnahmen des öffentlichen Investitionsprogramms, die jedoch nicht mit den entsprechenden Aufwendungen einhergehen.

Laut dem Bericht existieren keine wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Spielräume für weitere Austeritäts-Maßnahmen, zumal zu einem Zeitpunkt, wo Griechenland unter den Ländern der EU bei der Arbeitslosigkeit auf dem ersten Platz liegt. Das Institut für Arbeit der GSEE schätzt sogar ein, dass 2013 die Arbeitslosen 29% des Arbeitskräftepotentials tangieren, als ihre Anzahl auf über 1.450.000 steigen wird!

[Quellen: 6meres.gr, Quartalsbericht Januar - März 2013 (griechisch, PDF)]

Investitionen in Griechenland mit vielen Hürden

12. Mai 2013 / Aufrufe: 773 6 Kommentare

Die labyrinthische Bürokratie und schleppende Umsetzung der Reformen in Griechenland halten ausländische Investoren weiterhin von Griechenland fern.

Die wirtschaftliche Situation in Griechenland sowie die Perspektiven und Gelegenheiten für ausländische Investoren stellten das Thema einer Tagung der Industrie- und Handelskammer München dar. Zugegebenermaßen unternahmen sowohl der Staatssekretär des griechischen Entwicklungsministeriums, Notis Mitarakis, als auch der Präsident des Organismus “Investieren in Griechenland“, Aristomenis Syggros, aber auch Stelios Stavridis, Präsident des Fonds für die Verwertung staatseigenen Vermögens (TAIPED), jede Bemühung, in München ein Griechenland zu präsentieren, welches jene Reformen umsetzt, die notwendig sind um Investoren anzuziehen.

Zumindest diejenigen Investoren, die an der Veranstaltung teilnahmen, sind jedoch weiterhin unschlüssig.

Der “steinige Weg” der ausländischen Investoren in Griechenland

Wie die Deutsche Welle berichtet, stellt ein Beispiel das deutsch-griechische Joint-Venture Giesecke & Devrient – Matsoukis dar. Die Gesellschaft mit Sitz in Athen beschäftigt 200 Personen und ist auf die Produktion von Sicherheits-Druckerzeugnissen wie Reisepässe, Briefmarken, Tickets, Steuerbanderolen spezialisiert. Gerade einmal 20% der Produktion werden auf dem griechischen Markt vertrieben, während 80% in den Export gehen.

Die Gründe, warum die Gesellschaft Giesecke & Devrient 2007 das Joint-Venture mit dem griechischen Unternehmen Matsoukis beschloss, stehen damit in Zusammenhang, dass der Druck von Reisepässen etliche Handarbeit erfordert. Mit den Löhnen, welche die Gesellschaft in Deutschland zahlte, konnte sie nicht international wettbewerbsfähig sein. Andererseits war das Niveau der Qualifikation des griechischen Personals gut, betont der Gesellschaftsfunktionär Hans Wolfgang Kunz. Ausbildungsseminare – hauptsächlich in Deutschland – steigerten seine beruflichen Fähigkeiten noch mehr.

Im Gegensatz zu den guten Erfahrungen aus der deutsch-griechischen Kooperation im Rahmen des Joint-Ventures charakterisierte Herr Kunz die Beziehungen zu dem griechischen Staat jedoch als “steinigen Weg” und merkte an: “Die bürokratischen Hürden, denen wir selbst auch heute noch begegnen, sind sehr groß. Hier wird sich noch viel ändern müssen. Einige Dinge haben sich gebessert (…), jedoch funktionieren die Behörden weiterhin bürokratisch, es vergeht sehr viel Zeit, bis sie Entscheidungen treffen. Wir könnten noch stärker tätig werden, wenn wir nicht die bürokratischen Hürden hätten.

Die labyrinthische Bürokratie ist ein Hemmnis

Einige der von Herrn Kunz angeführten charakteristischen Beispiele sind folgende: der Beschluss der zuständigen Behörde über die Renovierung der Front eines Gebäudes erging drei Jahre nach der Antragstellung, die Änderung eines Punktes der Satzung der Gesellschaft erfolgte nach sechs Monaten, während für jeden Antrag ein Strafregisterauszug nötig ist.

Analoge Erfahrungen hat auch die Gesellschaft für Nahrungsmittel und Kosmetikprodukte Amway, die in Griechenland seit 1996 mit der Tochtergesellschaft Amway Hellas vertreten ist. Firmenleistungsmitglied Michael Meißner beschrieb, was sich jedes Mal ergibt, wenn er bei dem Staat die Registrierung von Produkten der Gesellschaft beantragt:

Wenn wir es mit anderen europäischen Märkten vergleichen, wo wir unsere Produkte auch registrieren lassen müssen, sehen wir, dass die Verfahren dort kürzer sind. In Griechenland verstreicht dagegen ab dem Zeitpunkt der Antragstellung deutlich mehr Zeit bis zu seiner Untersuchung, bis man irgendeine Benachrichtigung erhält und schließlich die Genehmigung erteilt bekommt. Diese zeitraubenden Verfahren haben Auswirkungen auf das Unternehmen, weil sie mehr Aufwand und Ausgaben kosten. Und noch etwas anderes: weil das Produkt nicht auf dem Markt vertrieben wird, verliert der griechische Staat Steuern.

Die Reformen müssen umgesetzt werden

Die Bürokratie, die Korruption, die Verzögerung in der Rechtsprechung, aber auch das Gefühl, dass die Reformen nicht umgesetzt werden, fungieren als Hemmnisse für die ausländischen Investoren, unterstrich der Präsident der Deutsch-Griechischen Industrie- und Handelskammer in Athen, Michalis Maillis. Dies sind auch die Gründe für die Abwesenheit der deutschen Investitionen seit Jahren.

Trotzdem beharrt Herr Maillis, die ausländischen Investoren werden zurückkommen, und betont: “Wenn es die Umstände gibt, werden sie von allein kommen um die Gelegenheiten zu nutzen, die sie sehen werden. Und es wird Gelegenheiten geben. Griechenland bietet große Möglichkeiten. Wir müssen uns zusammenreißen und schnellstmöglich die Voraussetzungen schaffen.

(Quelle: Marketbeast.gr)

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Griechenland hat "Patent" auf "Schnitt" der Guthaben

5. Mai 2013 / Aufrufe: 1.982 Keine Kommentare

Ein historischer Rückblick zeigt, dass in Griechenland das vieldiskutierte bail-in schon praktiziert wurde, als es diesen Begriff noch gar nicht gab.

Die Sache mit der “Beschneidung” der Guthaben verweist uns neunzig Jahre zurück, in das Jahrzehnt von 1920 und zu den berüchtigten Zwangsanleihen der Regierung Gounaris – Protopapadakis sowie der Diktatur unter Pagkalos.

Bis damals hatten in Griechenland die Bürger viele Male gesehen, wie sich ihre Einkommen durch wiederholte Abwertungen der Drachme verflüchtigten. Was sie jedoch 1922 und 1926 erlebten, überstieg nicht nur in der griechischen Geschichte jede vorherige “gesetzliche Konfiszierung” von Einkommen, (Bank-) Guthaben und Vermögen.

“Haircut” um 50% … per Schere!

Kurz vor der kleinasiatischen Katastrophe fand sich das monarchische Regime von jedem internationalen Markt für Kredite ausgeschlossen. Es konnte auch nicht zur Prägung einer neuen Währung schreiten, da die internationale wirtschaftliche Kontrolle, unter der sich das Land verband, dies verbot. Zusätzlich waren während der vorherigen Periode – einschließlich auch der unter Venizelos – die Spielräume zum Drucken neuer Banknoten ausgeschöpft worden. Die Finanzierungsbedürfnisse für den Kleinasien-Krieg konnten jedoch nicht aufgeschoben werden.

Wie damals angesichts der Aufstellung des Etats veranschlagt wurde, benötigte Griechenland dringlich ungefähr 1,5 Mrd. Drachmen. Der verzweifelte Versuch des Premierministers Gounaris, bis Anfang 1922 Kreditgeber zu finden, schlug völlig fehl. Ende Februar 1922 kehrte er mit leeren Händen und verzweifelt nach Athen zurück und rief das Kabinett zusammen, dem er die Sackgasse beschrieb. Auch eine neue Erhöhung der Besteuerung und Abgaben konnte unmöglich unmittelbare Einnahmen einbringen.

Somit wurde schließlich auf Vorschlag des Ministers für Finanzen und Verproviantierung zur Aufnahme eines Zwangskredits mittels der Zweiteilung der Banknoten geschritten. Die Hälfte mit dem Abbild des Gründers der Nationalbank, G. Stavrou, blieb in Umlauf und behielt 50% des anfänglichen Wertes bei. Die andere Hälfte – mit der Krone – wurde bei der Bank gegen Obligationen mit zwanzigjähriger Laufzeit eingetauscht.

Um die Pille zu “vergolden”, wurde für die Obligationen ein Zinssatz von 6,5% gewährt (wogegen der laufende Zinssatz sich auf 3% – 4% belief), eine Lotterie ausgelobt, aus der die “Gewinner” diverse Geldbeträge gewinnen würden, und auch ein merkwürdiges Kreditsystem eingeführt (Inhaber der Obligationen hätten angeblich einen Kredit in halber Höhe des Wertes der Obligationen zu einem Zinssatz von 6% erhalten und somit 0,5% gewinnen können!).

Die Vermögenden blieben verschont

Die ganze Regelung wäre tatsächlich zum Lachen gewesen, wenn die Maßnahmen nicht die Schwächeren wirtschaftlich vernichtet hätten, da von dem “Schnitt” die ausländischen Staatsangehörigen und Gläubiger des Staates, aber auch all jene ausgenommen wurden, die über Devisen verfügten. Also die Vermögenden und Besitzenden. Das Merkwürdige ist, dass es auch heute noch etliche gibt, welche die Maßnahme als genial und effizient erachten. Die Fakten zeigen jedoch, dass es eine Tragödie war.

Für einen kurzen Zeitraum wurde der Geldumlauf eingeschränkt, stellte sich jedoch noch schärfer wieder ein, während die Preise, über die sich die Regierung Sorgen machte und deswegen angeblich zu dem Zwangskredit schritt, in die Höhe schossen (zusammen mit dem Pfund). Der Preisindex stieg innerhalb des laufenden Jahres um 60% an. Wenn auch die Verluste der Kaufkraft um 50% durch den “Schnitt” mit einbezogen werden, waren die Resultate für die Mehrheit des Volkes tragisch. Bevor Griechenland militärisch zusammenbrach, war in Kleinasien die Drachme zusammengebrochen.

Charakteristisch ist, dass sich in dem Prozess gegen die Verantwortlich für die Kleinasien-Katastrophe (und den Todesurteilen gegen die Sechs, unter ihnen Gounaris und Protopapadakis) im November 1922 der scharfe “wirtschaftliche Vorwurf” auch auf den Schnitt der Drachme erstreckt. Mit diesem wurden sie beschuldigt, dass “sie dem Volk seine Ersparnisse aus der Tasche zogen und mit beiden Händen an die gierigen Stylobaten der höfischen Absolutismus verteilten” … .

Die Erfindung des “Cuts” sollte sich jedoch vier Jahre später (diesmal um 1/4) wiederholen.

Schwere Beschuldigungen seitens Opposition und Zeitungen

Die Zerschneidung der Banknoten in der Mitte wurde von dem “Kriegs-Parlament” mit einer Differenz von gerade einmal 3 Stimmen angenommen (151 Ja – 148 Nein) – obwohl die “Vereinigte Regierungsopposition” über 260 Abgeordnete verfügte. Das Hauptargument der Regierung war, dass keine andere volkswirtschaftliche Lösung existierte. Es erfolgte sogar eine namentliche Abstimmung.

“Ethnos” war eine der “venizelischen” Zeitungen, die heftig gegen den Kredit wetterte und am 24 März 1922 schrieb: “Der gesamte Schweiß des griechischen Volkes, zu Geld gewordener Schweiß ganzer Jahre, wurde auf die Straße geworfen. Alle Ersparnisse der unter Volksschichten, die darauf stolz waren und als eine sichere Stütze für einen Notfall, für einen Krankheitsfall, für die Rehabilitierung ihrer Kinder, für ihr Alter hielten, letztendlich all dieses Blut verflüchtigte sich … . Innerhalb von 24 Stunden brachte die Regierung es mittels ihrer Monstergeburt fertig, die kleinen Vermögen zu annullieren, hauptsächlich die kleinen Sparguthaben in Mitleidenschaft zu ziehen … . Die absurde gesetzliche Regelung erschütterte zutiefst das Vertrauen des Volkes in die Währung … .” Scharfe Anschuldigungen erheben auch andere Zeitungen, die sich fragten, ob es sich um “Kredit oder Konfiszierung” handele.

Die Regierung versuchte, die Anschuldigungen abzuwiegeln, indem sie einige (Zeitungen) bestach (es ist die Rede von “Zuwendungen” von 100.000 Drachmen). Es ist nicht eindeutig, ob dies in diesen Tagen oder später erfolgte, als Petros Protopapadakis das Amt des Premierministers antrat (Mai – August 1922). Unmittelbar nach Ergreifung der Maßnahme folgte jedenfalls eine Panik, da die Bürger sich sputeten, die Banknoten mittels jeder Art von Käufen – hauptsächlich nicht benötigter Dinge – loszuwerden.

Als er mir die Lösung vorschlug, dachte ich, er sei verrückt geworden

Laut der vorherrschenden Ansicht, die der Biograph des Petros Protopapadakis überliefert und Spyros Markezinis in seiner Historie weitergibt, fand sich die “magische Lösung” unter folgenden Umständen: “Dimitris Gounaris war – wegen des Misslingens der Kreditaufnahme enttäuscht – aus dem Ausland zurückgekehrt und schritt wiederum zur einschlägigen Unterrichtung seiner engen Mitarbeiter. Schließlich blieben nur Gounaris und Protopapadakis (Minister für Finanzen und Verproviantierung). Letzterer, sich abrupt erhebend, sagte an Gounaris gerichtet: – Dimitrakis, ich habe das Geld gefunden! Gounaris verschlug es die Sprache und schaute ihn mit weit geöffneten Augen an. Anstatt weiterer Erklärungen entnahm Protopapadakis seine Geldbörse einen 100-Drachmen-Schein, zerschnitt ihn in zwei Teile und hielt den ekstatischen Augen seines Freundes die Stücke vor. Gounaris verstand nicht, was geschah. Ich glaubte, er war verrückt geworden, sagte er später. Nachdem Protopapadakis sich an dem Anblick seines sprachlosen Freundes ergötzt hatte, beschloss er, ihm seinen Plan zu erklären.

Es erscheint merkwürdig, ist jedoch ein wunderbares System

Den Gesetzentwurf dem Parlament vorlegend, zog Protopapadakis einen Hunderter aus der Tasche: “Hier, meine Herren, sehen Sie einen Hundert-Drachmen-Schein. Wir zerschneiden ihn (und er zerschnitt ihn). Die eine Hälfte mit dem Abbild des Georgios Stavrou hat einen Wert von 50 Drachmen. Die andere (Hälfte) mit der Krone wird eine Obligation über 50 Drachmen sein, die – bei der Bank eingereicht – 6% Zinsen abwerfen wird. Das in Geld bestehende Vermögen der Bürger wird auf die Hälfte abgewertet.” Weil jedoch die Zuhörer in Lachen ausbrachen, rief Herr Protopapadakis: “Lachen Sie nicht, es erscheint Ihnen merkwürdig, ist jedoch ein wunderbares System. Anstatt Banknoten im Wert von 1,5 Mrd. Drachmen auszugeben, womit das Pfund ungefähr 250 Drachmen erreichen würde, zerschneiden wir die 25-, 100-, 500- und 1.000-Drachmen-Scheine in zwei Teile. Einerseits werden wir das halbe Geld haben, aber die Gefahr der Aufwertung der ausländischen Devisen ausschließen.” (Das Parlament lacht wieder.) “Lachen Sie nicht, meine Herren“, wiederholte er. “Ich benötige 1,6 Mrd. Drachmen. Und auf diese Weise werde ich sie leichter finden … .

(Quelle: Ethnos.gr)

ELGEKA gründet Gesellschaft in Deutschland

2. Mai 2013 / Aufrufe: 339 2 Kommentare

Die griechische ELGEKA SA schreitet mittels ihrer zyprischen Tochtergesellschaft zur Gründung einer Aktiengesellschaft in Deutschland.

Die Elgeka (Cyprus) Ltd, Tochtergesellschaft der börsennotierten griechischen ELGEKA SA, schritt am 26 April 2013 zur Entrichtung des Betrags von 200.008 Euro, um ihre Mehrheitsbeteiligung an der neu gegründeten Aktiengesellschaft “Elgeka AG” mit Sitz in Hamburg / Deutschland zu decken.

Es sei angemerkt, dass die 1974 in Thessaloniki als ELGEKA G. KATSIOTIS GmbH gegründete und 1980 in die  ELGEKA SA umgewandelte Muttergesellschaft derzeit die größte Handelsgesellschaft auf dem Lebensmittelsektor in Griechenland ist.

Vertrieb mediterraner Produkte in Deutschland, Österreich und Schweiz

Das Aktien-Nennkapital der neuen Gesellschaft beläuft sich auf 50.000 Euro, aufgeteilt auf 50.000 Aktien im Nennwert von je 1,00 Euro, während parallel wegen des Ausgabe-Agios der obigen Aktien die Verpflichtung der Aktionäre zur Entrichtung – analog zu dem Beteiligungsanteil ihrer Aktien – zusätzlicher Einlagen in Höhe von insgesamt 350.000 Euro bestand. Der Beteiligungsanteil der “ELGEKA (CYPRUS) LTD” an der in Rede stehenden Gesellschaft beträgt 50% plus 1 Aktie, sprich 25.001 Aktien.

Gegenstand der Aktivität der neuen Gesellschaft werden unter anderem Kauf, Verkauf, Promotion und Vertrieb von Lebensmittel-Produkte verschiedener Handelsmarken (Private Labels) und Konsumgütern jeder Natur sowie auch ähnlicher Produkte, hauptsächlich mediterraner Produktion oder Herkunft, hauptsächlich auf den Inlandsmärkten Deutschlands, Österreichs und der Schweiz sein. Ebenfalls die Durchführung von Vertriebsprogrammen zur Verbringung der obigen Produkte an Einzel- und Großhandelsverkaufsstellen und Catering-Unternehmen, die Handelsvertretung und die Erbringung von Dienstleistungen in Bezug auf Handelsmarken und Franchise-Verträge.

(Quelle: Voria.gr)

Die große Flucht der Wissenschaftler aus Griechenland

1. Mai 2013 / Aktualisiert: 03. Mai 2013 / Aufrufe: 1.775 4 Kommentare

Griechenland verliert seine qualifiziertesten Wissenschaftler, die ins Ausland auswandern und Ländern wie Deutschland fertig ausgebildete Experten zum Nulltarif bescheren.

Giannis Angelos Trantos befindet sich im 5. Jahr seines Studiums an der medizinischen Fakultät der Universität von Athen. “Die Zukunft für die meisten meiner Kommilitonen ist Arbeitslosigkeit oder Auswanderung“, sagt er. “Ich möchte in Griechenland bleiben, weil ich nicht denke, dass es unser Traum ist, nach unseren Studien wissenschaftliche Emigranten zu werden. Leider ist dies jedoch die Zukunft, die sie uns bieten“, meint der junge Student.

Wenn Krankenhäuser wegen Unterfinanzierung schließen, wenn andere Behandlungseinrichtungen personell unterbesetzt sind, wenn unsere Zukunft in der Luft hängt und die Regierenden uns … als Generation abschreiben, dann denkt ein Teil der jungen Generation leider an die Flucht ins Ausland.” Giorgos Lentzas, Student an der Abteilung für Massenmedien der Aristoteles-Universität Thessaloniki, erklärt auf der selben Wellenlänge, “der Weggang ins Ausland ist eine Einbahnstraße“.

Ein Blick auf die Fakten enthüllt jedoch, dass sich damit für Griechenland und entsprechend auch die anderen Länder der europäischen Peripherie eine (weitere) Katastrophe anbahnt.

Der qualitative Schaden ist noch größer als der quantitative Verlust

Zehntausende junge Wissenschaftler und Spezialisten verlassen in den letzten Jahren scharenweise Griechenland, um ihr Glück im Ausland zu suchen. Mit der Krise, der Arbeitslosigkeit, der Angst vor einem Leben ohne Zukunft vertreibt das Land seine Kinder. Mehr als 120.000 griechische Wissenschaftler und Spezialisten haben Griechenland verlassen, erklärt Lois Lamprianidis, Professor für Geo-Ökonomie an der Universität von Thessaloniki, der eine große Untersuchung an einem Muster 2.800 griechischer Wissenschaftler durchführte, die im Ausland arbeiten.

Gegen Ende 2010 befanden sich 10% des Wissenschaftlerpotentials des Landes – etwa 120.000 Menschen – im Ausland. Dies ist etwas, das uns beunruhigen müsste, wohin dieses Land steuert. Diese Wissenschaftler sind in viele Länder gegangen, hauptsächlich in Europa und Amerika. Es sind Menschen mit sehr guten Ausbildungen, mit Doktor- und Master-Titeln, was bedeutet, dass der Schaden qualitativ sehr viel größer als 10% ist. Dieses Wissenschaftlerpotential ist für die Entwicklung des Landes sehr bedeutsam, da wir nicht zum Aufschwung des Landes schreiten können, wenn wir es verlieren. Es gibt Universitätsprofessoren, die wirtschaftlich nicht über die Runden kommen und mit dreijährigem unbezahlten Urlaub fortgehen, um sich an eine andere Universität im Ausland zu begeben und Geld zu verdienen, um ihre Familien zu ernähren. Dies ist ein sehr schlechtes Anzeichen für die Situation, in der sich die griechische Gesellschaft befindet“, meint Herr Lamprianidis.

300.000 griechische Wissenschaftler sind zur Auswanderung bereit

Mit der Arbeitslosigkeit bei ungefähr 30% und der kontinuierlichen Abwertung der Beschäftigung als Inhalt wird in den letzten Jahren eine Anzahl von 300.000 Griechen – in ihrer Mehrheit qualifizierte Wissenschaftler – verzeichnet, die Lebensläufe ausgefüllt haben, um auszuwandern. Es wird ein Wegzug speziell nach Deutschland beobachtet. Die Deutschen selbst sagen, dass sich in den beiden letzten Jahren bereits 35.000 Griechen in Deutschland niedergelassen haben und dort arbeiten. 2013 werden weitere 25.000 erwartet.

Die deutsche Regierung genehmigte ein Gesetz zur Erleichterung der Anerkennung der ausländischen Studienabschlüsse. Mehr als 8.500 ausländische Ärzte haben Anträge auf Anerkennung ihrer Studienabschlüsse in Deutschland gestellt, damit sie im Land arbeiten.

Es erwachen wieder die Erinnerungen an die großen Auswanderungswellen der 1960er und 1970er Jahre aus den Ländern des europäischen Südens nach Deutschland. Diesmal sind die Dinge jedoch aus qualitativer Sicht sehr viel anders. Es erfolgt eine massenhafte ‘Ausplünderung’ der Länder des europäischen Südens um ihre gebildeten jungen Leute hoher und höchster Bildung und nicht die ungelernten ‘Gastarbeiter’, wie es ihre Eltern und Großeltern waren. Die entwickelten Länder des europäischen Nordens bekommen ihre Wissenschaftler fertig ausgebildet, ohne selbst auch nur einen einzigen Euro für deren Bildung ausgegeben zu haben“, erklärt Giannis Kouzis, Professor der Panteion-Universität und Leiter der Abteilung für Sozialpolitik.

Deutschland bekommt Wissenschaftler umsonst

Obwohl Deutschland die technische Orientierung in seiner Bildung besonders erhöht hat, hat es ein Defizit in anderen Fachbereichen, und dieses Defizit versucht es mit Wissenschaftlern der Länder des Südens zu decken“, betont Professor Kouzis. An die “platt gemachten” Arbeitskräfte des Südens gerichtet ruft die deutsche Arbeitsministerin sie auf, nach Deutschland zu emigrieren, weil es dort Arbeit für die Bedürfnisse der deutschen Wirtschaft gibt.

Welche wissenschaftlichen Berufe begegnen jedoch dem größten Aderlass ins Ausland? In ihrer Mehrheit sind es Ärzte und Ingenieure. “Die Hälfte von diesen hat Diplome der 100 Spitzenuniversitäten der Welt inne“, sagt Herr Kouzis

Das Hauptreservoir der Kollegen, die ins Ausland weggehen, sind die Absolventen der Medizin“, betont der Leiter der Medizinischen Schule an der Universität Athen, Athanasios Meletios, und fügt an: “Die meisten, die zur postgradualen Spezialisierung ins Ausland gehen, werden nicht zurückkehren. Es gibt auch Wissenschaftler, die sich dazu entschließen, Griechenland zu verlassen und sich um einen entsprechenden und sehr viel besser bezahlten Posten im Ausland zu bewerben. Es gibt Ärzte, die nach Deutschland, Australien, Dubai und in andere Länder gehen.

Wir, als medizinische Fakultät, sehen, dass von den jungen Kollegen, die ihr Diplom erwerben, diejenigen mit den besten Noten und Aussichten fortgehen. Das Resultat? Das Niveau der spezialisierten Ärzte in Griechenland ist in den letzten Jahren gefallen. Weil die Besten, welche die Kraft haben, fortzugehen versuchen. Eine große Anzahl geht nach Deutschland. Die Deutschen selbst sagen, die griechischen graduierten Ärzte zählen zu den besten Gruppen des Landes.

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