Die Beiträge dieses Blogs basieren überwiegend auf Publikationen griechischer Medien, aber auch eigenen Recherchen, wobei naturgemäß subjektive Positionen einfließen können. Alle Angaben und Informationen erfolgen ohne Gewähr und unter Ausschluss jeglicher Haftung!


Griechenlands Finanzminister lastet Schäuble Fehler an

22. Mai 2015 / Aufrufe: 1.142 Keine Kommentare

Yanis Varoufakis soll in einem Interview an Die Zeit vertreten haben, sein deutscher Amtskollege Wolfgang Schäuble substituiere reale Argumente durch relative Macht.

Nach seinem Interview mit dem griechischen Journalisten Nikos Chatzinikolaou in der TV-Sendung “Enikos” (siehe Griechenland: keine Vereinbarung ohne Umschuldung!) sprach Griechenlands Finanzminister Yanis Varoufakis zu der deutschen Zeitung “Die Zeit” und kritisierte seinen deutschen Amtskollegen Wolfgang Schäuble.

Konkret von dem Journalisten gefragt, ob der konservative deutsche Politiker Fehler begehe, soll Herr Varoufakis geantwortet haben, “Ja, macht er.“, und die Weise kommentierend, auf die Wolfgang Schäuble dem griechischen Thema begegnet, soll Varoufakis erklärt haben: “Schäuble substituiert die wirklichen Argumente durch politische Macht.
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Kategorien: Politik
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Warum Griechenland kuschen wird …

21. Mai 2015 / Aufrufe: 4.892 10 Kommentare

Sobald Alexis Tsipras einsieht, dass die Regeln des Spiels zwischen Griechenland und Europa sich geändert haben, wird seine Kapitulation nur noch eine Frage der Zeit sein.

Griechenland scheint sich ein weiteres Mal aus der Finanzierungsschlinge hinaus gewunden zu haben. Und zwar indem es das Guthaben seines Rücklagenkontos bei dem Internationalen Währungsfonds verwendete (IWF) , um kurz vor Fälligkeit 750 Millionen Euro – an selbigen IWF – zu zahlen.

Dieser Trick ist kein Zufall. Seit im Januar 2015 die griechische Regierung unter der SYRIZA-Partei des Premierministers Alexis Tsipras die Macht übernahm, glaubt sie, die Androhung des Bankrotts – und folglich einer Finanzkrise, die den Euro spalten könnte – biete einen Verhandlungshebel, der das Fehlen wirtschaftlicher und politischer Macht Griechenlands kompensiert. Monate später scheinen Tsipras und sein Finanzminister Yanis Varoufakis, ein akademischer Experte in der Theorie der Spiele, sich immer noch dieser Ansicht hinzugeben – trotz mangelnder Anzeichen, die sie bestätigen.
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Warum die Wohnungspreise in Griechenland weiter sinken

20. Mai 2015 / Aufrufe: 697 Keine Kommentare

Der kontinuierliche Rückgang der Preise für Eigentumswohnungen in Griechenland setzte sich auch im ersten Quartal 2015 fort.

Die Analysten der Eurobank führen den Rückgang der Wohnungspreise in Griechenland auf das erhöhte Angebot, die in den letzten Jahren verzeichnete zusätzliche Besteuerung und das Absinken des Finanzierungsniveaus der Haushalte zurück.

Wie in dem wöchentlichen Wirtschaftsreport “7 Tage Wirtschaft” der Bank berichtet wird, gestaltete sich im ersten Quartal 2015 der jährliche Rhythmus der Änderung der Wohnungspreise auf -3,25%. Seit dem ersten Quartal 2008 bis einschließlich zum ersten Quartal des gegenwärtigen Jahres erreicht der Rückgang 38,26%.

“Betongold” stellte ein signifikantes Mittel der Wertanlage dar

Die Analysten der Eurobank vertreten, die konkrete Änderung in Kombination mit dem hohen Anteil der Eigennutzung in Griechenland führe zu einem Rückgang der Nachfrage nach Konsumgütern (negatives Reichtums-Entwicklung) und habe daher eine negative Auswirkung auf die allgemeine Wirtschaftsaktivität. “Das Sinken der Wohnungspreise kann auf das erhöhte Angebot des in Rede stehenden Kapitalguts, die in den letzten Jahren verzeichnete zusätzliche Besteuerung und das Absinken des Finanzierungsniveaus der Haushalte zurückgeführt werden”, lautet es in dem Report.

Die Eurobank betont, dass nach dem Beitritt des Landes zur Wirtschaft- und Währungsunion (WWU) im Januar 2001 die neuen finanzwirtschaftlichen Gegebenheiten zu einem signifikanten Rückgang der realen Zinssätze führte. In der Periode 1992 – 2000 lag der durchschnittliche reale langfristige Zinssatz in einer Größenordnung von 5,66% und in der Periode 2001 – 2009 gestaltete sich die entsprechende Größe auf 1,31%.

Diese Veränderung hatte den Anstieg des Niveaus der Finanzierung der Privatleute (und der Unternehmen) und daher die Stärkung der Nachfrage sowohl nach Konsum- als auch Kapitalgütern, also (Eigentums-) Wohnungen, Häusern usw. zum Resultat. Spezieller auf dem Wohnungssektor wurde in der Periode ab dem ersten Quartal 2006 bis zum dritten Quartal 2008 ein Anstieg des Preisniveaus um 13,58% verzeichnet. “In allgemeinen Linien können wir behaupten, dass die Wohnungen – Häuser ein signifikantes Mittel zur “Lagerung” des Reichtums (store of value, Wertanlage) der griechischen Haushalte während der Dauer des ersten Jahrzehnts nach dem Beitritt des Landes zur WWU darstellten“, vertreten die Analysten der Bank.

Gegenläufige Tendenzen herrschten, als die Schrumpfung des Niveaus der Finanzierung der Privatleute begann. Seit Juni 2010 bis einschließlich März 2015 wurde ein Rückgang der Größenordnung von 19,37% verzeichnet. Laut der Eurobank hatte diese Entwicklung – parallel zu dem Rückgang des gegenwärtigen Wertes der erwarteten verfügbaren Einkommen (negative Reichtums-Entwicklung) – den Rückgang der Nachfrage und das damit einhergehende Sinken des Niveaus der Wohnungspreise zum Ergebnis.

(Quelle: dimokratianews.gr)

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Griechenland: keine Vereinbarung ohne Umschuldung!

20. Mai 2015 / Aufrufe: 1.703 2 Kommentare

Griechenlands Finanzminister Varoufakis erklärte, keine Vereinbarung mit den Gläubigern unterschreiben zu werden, die nicht auch eine Regulierung der Verschuldung umfasst.

Das Land befindet sich kurz vor einer Einigung mit den Gläubigern“, betonte Griechenlands Finanzminister Yanis Varoufakis in der TV-Sendung “Enikos” und brachte die Hoffnung zum Ausdruck, dass die Vereinbarung in einer Woche erreicht werden wird. Parallel unterstrich der Finanzminister, niemand in der Regierung werde eine Vereinbarung unterschreiben, die nicht auch eine Reduzierung der öffentlichen Verschuldung umfasst.

Weiter stellte Varoufakis klar, auf der Agenda (der griechischen Regierung) hätte niemals der Bruch (mit den europäischen “Partnern”) gestanden, da der Auftrag des griechischen Volkes auf eine Verhandlung und faire Vereinbarung lautet. Er erklärte jedoch, bei einer Verhandlung sei der einzige Weg zu einer tragfähigen Einigung, sich auch den Bruch vorzustellen.
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Anstieg der Schulden des Fiskus in Griechenland an Privatsektor

19. Mai 2015 / Aufrufe: 436 1 Kommentar

Die fälligen Verbindlichkeiten des Fiskus in Griechenland an den privaten Sektor zeigten im Februar 2015 im Vergleich zum Vorjahr einen Anstieg um rund 400 Millionen Euro.

Die fälligen Verbindlichkeiten des griechischen Fiskus an den privaten Sektor gestalteten sich im Februar 2015 auf 3,741 Milliarden Euro, gegenüber 3,383 Milliarden Euro im Februar 2014. Wie aus den Angaben der staatlichen Rechnungszentrale weiter hervorgeht, betrugen im selben Monat die anhängigen Steuerrückzahlungen 688 Millionen Euro, gegenüber 628 Millionen im entsprechenden Monat des Vorjahres.

Den größten Betrag fälliger Verbindlichkeiten des Fiskus in Griechenland an den Privatsektor stellen die Schulden der Sozialversicherungsträger dar, die im März 2015 auf 2,008 Milliarden Euro anstiegen, gegenüber 1,886 Milliarden Euro im Februar 2015. Die Schulden der (öffentlichen) Krankenhäuser wiederum stiegen im März 2015 auf 903 Millionen Euro, gegenüber 787 Millionen Euro im Vormonat Februar 2015.

(Quelle: dikaiologitika.gr)

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Griechenland: 165 Jahre Absurdität

19. Mai 2015 / Aufrufe: 2.101 4 Kommentare

Edmond About gab Mitte des neunzehnten Jahrhunderts eine Beschreibung der Situation in Griechenland wieder, die eben so gut auch heute geschrieben worden sein könnte.

Griechenland stellt das einzige Beispiel eines modernen Staates in totaler Pleite seit dem Tag seiner Entstehung dar. […] Die Steuerpflichtigen zahlen ihre Verpflichtungen an den Staat nicht, der wiederum seine Gläubiger nicht bezahlt.

In diesem Moment, wo wir uns unterhalten, exportiert Griechenland an Waren ungefähr die Hälfte von dem, was es importiert – mit dem Ergebnis, dass es arithmetisch jedes Jahr Millionen an Devisen verliert […]. Wenn wir wollen, dass das Land sich wieder erholt, sind die Exporte mit den Importen in Balance zu bringen … .

Das (un-) moderne Griechenland …

Wann diese Texte geschrieben wurden? In den Jahren unter König Otto! Im Buch des französischen Schriftstellers Edmond About “Das moderne Griechenland” (1854), das sein neuer Übersetzer Michalis I. Volaris zurecht in “Das unmoderne Griechenland” umbenannte. Er hätte es auch “Das ewige Griechenland” nennen können, so sehr passen die Beschreibungen aus dem Jahr 1850 auf unsere heutige Situation.

Ich erkannte bei den Griechen zwei politische Tugenden an: die Liebe zur Freiheit und das Gefühl der Gleichheit. Ich schulde auch eine dritte anzufügen: den Patriotismus. Sie sind ohne Zweifel berechtigt, mit viel Stolz ihre unauflöslichen Bindungen mit ihrem Land zum Ausdruck zu bringen, jedoch verschließen sie die Augen hinsichtlich der Wichtigkeit Griechenlands für die übrige Welt. Laut ihnen selbst hat alles, was in Europa geschieht, Griechenland zum Zentrum und finalen Ziel.

Jede Münze hat auch ihre andere Seite: Bei den Griechen verstärkt die Liebe zur Freiheit die Verachtung der Gesetze sowie auch jeder rechtmäßigen Behörde, die Liebe zur Gleichheit äußert sich häufig in blindwütigem Hass gegen alle, die aufsteigen oder vermögend sind. […] Fragen Sie einen Griechen über die großen Männer seines Landes, er wird nicht einen in seinen Mund nehmen ohne ihn zu beschmutzen. Es gibt keinen Griechen, der in seinem eigenen Land Achtung genießt.

Das Chaos des Jahres 1850 verewigt sich

Edmond About beschreibt nicht nur das beständige Haushaltsdefizit, sondern auch den (noch beständigeren) Mangel an Rationalität. Diesem verdanken wir unser kontinuierliches Elend. In zwei Jahrhunderten brachten wir es nicht fertig, unser Leben, unsere Gesellschaft und unsere Wirtschaft rational zu organisieren. Das Chaos des Jahres 1850 verewigt sich. Die Kluft zwischen uns und den Partnern beruht auf dem selben Mangel. Sie sprechen die Sprache der Logik und wir begegnen ihnen mit der Sentimentalität. Unserem Melodram über die Rentner stellen sie eine Statistik entgegen, die zeigt, dass wir (als Prozentsatz des BIP ausgedrückt) immer noch mehr als alle anderen Länder der EU für Renten ausgeben!

Neid und Boshaftigkeit verfolgen uns seit 1821. Spaltung, Teilung, Kollision. Die neue boshafte Differenzierung: “Pro- und Anti-Memorandische”. Sogar auch die Menschen, welche die lächerlichen Anachronismen des (derzeitigen Kultusministers) Baltas abzuwenden versuchen, wurden “Memorandisten der Bildung” genannt. Als ob das Memorandum auch nur einen einzigen Bezug zur Bildung hätte! Wie vertraut About das merkwürdige Ensemble, das uns regiert, und seine noch merkwürdigeren Bürger doch wären …

(Quelle: protagon.gr, Autor: Nikos Dimou)

Griechenland kann Schuldendienst ganz einfach aussetzen

18. Mai 2015 / Aufrufe: 2.011 2 Kommentare

Der Historiker und Wirtschaftswissenschaftler Eric Toussaint vertritt, Griechenland könne ohne weiteres zu einem Zahlungsstopp schreiten.

Griechenland kann den Ausnahmezustand ausrufen und hat so die Möglichkeit, die Bedienung der Verschuldung einseitig (und ohne Auflaufen von Verzugszinsen) auszusetzen, um den Bürgern des Landes grundsätzliche Menschenrechte – wie Bildung, Gesundheit, Nahrung und Renten – zu garantieren.

Diese Erklärung kommt von dem wissenschaftlichen Koordinator des internationalen Teams des parlamentarischen “Ausschusses für die Wahrheit der öffentlichen Verschuldung”, Erik Toussaint, der vertritt, die griechische Verschuldung sei nicht tragfähig – und zwar nicht nur aus wirtschaftlicher Sicht, da klar ist, dass Griechenland seine Schulden nicht zu tilgen vermag, sondern auch unter dem Aspekt der Menschenrechte.
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Endgültige Lösung für Schwarzbauten in Griechenland

18. Mai 2015 / Aufrufe: 1.393 Keine Kommentare

Der Oberste Verwaltungsgerichtshof in Griechenland löste den Gordischen Knoten für rund 1 Million Immobilienbesitzer, die zur Regulierung von Schwarzbauten schritten.

Das Plenum des Obersten Verwaltungsgerichtshofs (StE) befand mit seinem Urteil Nr. 1858/2015, dass die Regelungen des neuen Gesetzes 4178/2013 über die Legalisierung der Schwarzbauten verfassungsmäßig akzeptabel und rechtmäßig sind, und wies die Beschwerden von Bürgern aus dem Athener Vorstadtbezirk Amarousi als unzulässig ab.

Praktisch wird damit für ungefähr 1 Million Immobilienbesitzer, die zu Regulierungen ihrer Schwarzbauten bzw. Bauverstöße schritten, der Gordische Knoten gelöst.
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Medien-Intrigen gegen Griechenland

17. Mai 2015 / Aufrufe: 2.330 5 Kommentare

Intrigen gegen Griechenland mittels Nachrichten – ein von den Deutschen kontrolliertes Mediensystem mit gut geschmierten Zahnrädern hat seinen Sitz in Brüssel.

Wer in den Informationsnetzen die Fäden hält, hat die größere Macht“, sagen die Kenner der politischen Kommunikation, deren Werkzeuge sich nicht in Wahlkampfperioden erschöpfen. Ganz im Gegenteil. In der Europäischen Union stützt sich die Macht in den Entscheidungszentren nicht nur auf die Größe einer Wirtschaft, sondern auch auf die Weise, auf die sie die großen internationalen Massenmedien handhabt.

In Brüssel ist es außerdem ein offenes Geheimnis, dass es in den letzten Jahren – spezieller ab 2008, also dem Jahr, in dem die weltweite Wirtschaftskrise ausbrach – mit einem Mediensystem mit gut “geschmierten” Zahnrädern agiert, welche die Information sofort übertragen und innerhalb weniger Stunden an alle Informationsmedien des Kontinents zu verteilen vermögen. Dieser Mechanismus stützt sich auf die Vertraulichkeit der Quellen der Journalisten, ein unverletzlicher Grundsatz für die journalistische Ethik. Hier wird er jedoch umgekehrt genutzt und schützt den im Hintergrund bleibenden Mechanismus: Kein Journalist in der belgischen Hauptstadt ist bereit, seinen Job zu “riskieren”. Und so wird die “Omertà” aufrecht erhalten.
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Griechenland: 4 Voraussetzungen für eine faire Vereinbarung

16. Mai 2015 / Aufrufe: 1.862 3 Kommentare

Griechenlands Premierminister zeigt sich bezüglich einer Einigung mit den Gläubigern des Landes zuversichtlich, beharrt jedoch auf 4 Voraussetzungen.

Wir verhandeln mit Beharren über eine neue Vereinbarung, die das Wachstum, den Gang Griechenlands an die Märkte sicherstellen wird“, erklärte der griechische Premierminister Alexis Tsipras auf der Tagung des Economist.

Wir verfolgen eine Lösung für das Problem, wir haben nichts zu verbergen, wir sind ehrlich und bluffen nicht“, sagte Alexis Tsipras und versicherte dem griechischen Volk, es bestehe keine Möglichkeit und Wahrscheinlichkeit, dass die griechische Regierung im Thema der Löhne und Renten nachgeben wird.
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