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Tragikomische Zustände im öffentlichen Dienst in Griechenland

27. Februar 2013 / Aufrufe: 1.603 11 Kommentare

Ein Bericht der Inspektoren der öffentlichen Verwaltung in Griechenland enthüllt erneut geradezu tragikomische Zustände auf dem öffentlichen Sektor.

Beamte mit gefälschten Zeugnissen, andere, die niemals an ihrem Arbeitsplatz erscheinen, wegen schwerer Verbrechen Verurteilte, die regulär weiter beschäftigt sind.

Dies und Vieles andere ist Informationen zufolge in dem viele Seiten umfassenden – anfänglichen – Bericht der Einheit der Inspektoren und Kontrolleure der öffentlichen Verwaltung enthalten, in dem ungefähr 7.000 Fälle eidbrüchiger Beamten verzeichnet sind, die weiterhin von dem Fiskus besoldet werden.

Eidbrüchige Beamte stehen weiterhin im Sold des griechischen Fiskus

Der sich in den Händen des Ministers für Verwaltungsreform Antonis Manitakis befindende Bericht beschreibt absurde Fälle von Beamten, die sich seit geraumer Zeit außerhalb des öffentlichen Sektors zu befinden hätten. Wie die Zeitung „Ethnos tis Kyriakis“ anführt, hat die  – von vielen auch „Einheit der Unbestechlichen“ genannte – Einheit der Inspektoren und Kontrolleure der öffentlichen Verwaltung bei den in den letzten Tagen erfolgten Kontrollen unter anderem ausfindig gemacht:

  • Eine Direktorin einer Schule in Zentralgriechenland, die eine gefälschtes Diplom der Wirtschaftswissenschaften der Wirtschaftsuniversität Athen, aber auch einen postgradualen Studientitel eingereicht hatte, um die Stelle zu bekommen.
  • Ein Bediensteter der Mannschaft der Außenwache in den Strafvollzugsanstalten hatte ein gefälschtes Abiturzeugnis eingereicht, und zwar sogar mit der Durchschnittsnote 18 (auf einer Skala 10 – 20).
  • Bedienstete mit gefälschten Fremdsprachendiplomen, die kein einziges Wort Englisch sprechen und sogar Dienst in „fremdsprachigen“ Positionen versehen.
  • Fälle von Bediensteten mit gefälschten Titeln über Ausbildungen in der Bedienung elektronischer Rechner.

Parallel zu den überraschenden Kontrollen vor Ort bei öffentlichen Behörden stellten die Kontrolleure der Inspektoreneinheitleer stehende Schreibtische fest, an denen Beamte hätten arbeiten müssen, aber auch Missbrauch bei der Bewilligung von Urlauben, hauptsächlich in Bezug auf Lehrer.

(Quelle: Zougla.gr)

Relevanter Beitrag:

Rechte des Bürgers in Griechenland gegenüber der Verwaltung

18. März 2012 / Aktualisiert: 02. Oktober 2014 / Aufrufe: 277 Kommentare ausgeschaltet

Mit einer „Charta der Rechte des Bürgers“ wurden in Griechenland die Bestimmungen über die Rechte der Bürger gegenüber der öffentlichen Verwaltung kodifiziert.

Das griechische Ministerium für Verwaltungsreform und elektronische Regierungsführung veröffentlichte eine „Charta der Rechte des Bürgers“, um den Bürgern einen verlässlichen und korrekten Leitfaden bezüglich ihrer Rechte gegenüber der öffentlichen Verwaltung an die Hand zu geben, aber auch zu einer zügigeren und effektiveren Bedienung beizutragen.

Mit der „Charta“ werden Informationen in Zusammenhang mit der Kombination der geltenden gesetzlichen Regelungen und der Anwendungen elektronischer Regierungsführung  geboten, wie es das Projekt Diavgia, das mehrsprachige Verwaltungs-Portal Hermes und die einheitliche Service-Zentrale sind, damit es in der Praxis nicht zu Anzweiflungen kommt. Ebenfalls hilft sie den Bürgern im Verkehr mit den öffentlichen Ämtern und Behörden und geht auch auf die Weise der Wahrnehmung ihrer Rechte und die Anrufung der unabhängigen Träger und Kontrollorgane ein.

Der Mehrwert dieser Bemühung besteht – ohne die öffentliche Hand irgendwie zu belasten – darin, dass mit der Kodifizierung der Gesamtheit der Verwaltungsinformation auch den Kontrollorganen eine Hilfe an die Hand gegeben wird. Parallel appelliert das Ministerium an die staatlichen Bediensteten, jede mögliche Anstrengung zu unternehmen, um die Qualität der Dienstleistungen zu verbessern, welche die öffentliche Verwaltung den Bürgern und Unternehmen bietet, und auf diese Weise zu dem gesellschaftlichen Zusammenhalt und wirtschaftlichen Aufschwung beizutragen.

(Quelle: Kathimerini)

Weiterführende Informationen:

Wirtschaftsbehörden in Griechenland sind Champions der Korruption

8. Juli 2011 / Aufrufe: 822 9 Kommentare

In Griechenland belegen laut dem aktuellen Kontrollbericht 2010 die staatlichen Finanz- und Wirtschaftsbehörden den Spitzenplatz auf der Skala der Korruption und Misswirtschaft.

Der Jahresbericht des Generalinspektors für öffentliche Verwaltung Leandros Rakitzis enthüllt, dass die Behörden und Dienststellen, welche staatliche Mittel verwalten, die Spitze der Skala der Korruption und Misswirtschaft erklommen haben. In seinem Bericht, den Leandros Rakitzis am Mittwoch (06. Juli 2011) dem Premierminister und dem Präsidenten des Parlaments übergab, wird angeführt, dass sich ungefähr 52% der im Jahr 2010 bekannt gewordenen Fälle von Korruption und Misswirtschaft auf Finanz- und Wirtschaftsbehörden des Staates beziehen.

Hohe Plätze auf der Korruptions-Skale belegen weiterhin auch Bauämter und Gesundheitsbehörden, bei denen nach wie vor „Beschleunigungsgebühren“ („γρηγορόσημο“) und „Geldgeschenke („φακελάκι“) vorherrschen. Trotz all dessen schaffen es die abtrünnigen Beamten, sich ihrer Bestrafung zu entziehen. Leandros Rakitzis sah sich sogar gezwungen, gegen 149 Beschlüsse diverser Disziplinarausschüsse Einsprüche einzulegen, da er feststellte, dass die verhängten Strafen praktisch bedeutungslos waren.
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