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Rapider Anstieg der unbezahlten Telefonrechnungen in Griechenland

13. April 2011 / Aufrufe: 193 Keine Kommentare

Infolge der nachhaltigen Wirtschaftskrise in Griechenland können immer mehr Kunden der Telefongesellschaften ihre Telefonrechnungen nicht mehr bezahlen.

Die griechischen Telekommunikationsunternehmen verzeichnen auf den Sektoren sowohl der Festnetztelefonie als auch mobilen Telefonie eine ständig zunehmende Anzahl von Kunden, die aufgrund finanzieller Probleme ihre Telefonrechnungen nicht mehr zu bezahlen vermögen.

Laut einem Bericht der Zeitung Ta Nea summierten sich im vergangenen Jahr (2010) allein auf dem Sektor der mobilen Telefonie die Beträge der unbezahlten Rechnungen auf über 100 Millionen Euro, und die Unternehmen sollen inzwischen sogar auch die Schaffung einer branchenspezifischen Datenbank à la TIRESIAS (= griechisches Pendant der SCHUFA) in Erwägung ziehen, um sich vor “faulen” Kunden zu schützen.

Aufgrund des bisherigen Fehlens eines solchen Mechanismus sehen sich die Unternehmen der Branche derzeit mit dem Phänomen konfrontiert, dass Kunden, die ihre Mobiltelefonie-Rechnung nicht mehr bezahlen können (oder möglicherweise auch nicht wollen), von einem Anbieter zum anderen wandern und jedes Mal unbezahlte Rechnungen hinterlassen.

Allein im vergangenen Jahr stieg die Anzahl der Kunden, die sich außer Stande erklärten, ihre Mobiltelefonie-Rechnungen zu begleichen, um 25% an. Der Schaden für die Unternehmen ist enorm, da sie nicht zuletzt die Mehrwertsteuer und die spezielle Mobiltelefonie-Abgabe auch für alle unbezahlten Rechnungen abführen und somit nicht nur die unternehmerischen Verluste verkraften, sondern obendrein auch noch bares Geld zulegen müssen.

Festnetzteilnehmer in Griechenland kehren OTE den Rücken zu

Die Situation auf dem Sektor der Festnetztelefonie stellt sich ähnlich dar, da allein die Telefongesellschaft OTE auf über 30 Millionen Euro “sitzen” geblieben ist. Bezeichnenderweise melden etliche Teilnehmer, die ihre Telefonrechnungen nicht mehr bezahlen können, ihre Festnetzanschlüsse notgedrungen ab und steigen auf Mobiltelefone mit Prepaid-Karten um.

Laut Schätzungen der Unternehmensführung der OTE werden bis Ende 2011 mehr als 120.000 Teilnehmer ihre Festnetzanschlüsse abmelden. Das vormalige Monopolunternehmen verliert derzeit jeden Monat rund 35.000 Kunden, von denen vermutlich 2/3 zu alternativen Telekommunikationsanbietern abwandern. Insgesamt gesehen geben rund 1/3 bzw. jeden Monat 10.000 – 20.000 der Teilnehmer die Festnetztelefonie schrittweise völlig auf.

Areopag verurteilt Bank in Griechenland zu Schmerzensgeld

6. Juni 2010 / Aufrufe: 92 Keine Kommentare

Mit dem Urteil 347/2010 des Areopag in Griechenland wurde eine Bank verpflichtet, einen Kunden mit 10.000 Euro für diverse Unterlassungen ihrer Angestellten zu entschädigen.

Gemäß dem Urteil hatte ein Offizier der griechischen Luftwaffe ein Sparkonto und ging davon aus, dass die Bank dem Konto wie geschuldet zu einem konkreten Termin die gesetzlichen Zinsen gutschreiben würde. Der Offizier rechnete die fälligen Zinsen dem bereits auf dem Konto befindlichen Guthaben hinzu und stellte einen Scheck an einen Dritten aus. Als jedoch der Empfänger des Schecks diesen bei der Bank einlösen wollte, befand sich auf dem Konto des Offiziers nicht der gesamte Betrag, auf welchen der Scheck ausgestellt war, weil eine Angestellte der Bank aus Fährlässigkeit nicht die Zinsen auf seinem Konto verbuchte.

Der Scheck wurde umgehend als ungedeckt abgestempelt und die Bank informierte die TIRESIAS – Bank Information Systems SA (vergleichbar mit der deutschen SCHUFA) über den nur teilgedeckten Scheck, woraufhin der Offizier in die einschlägigen Listen zahlungsunfähiger Schuldner aufgenommen wurde. Parallel leitete die Bank die Sache an die zuständige Staatsanwaltschaft weiter und gab dabei die Wohnadresse des Offiziers falsch an. Somit wurde die gerichtliche Vorladung an eine falsche Adresse zugestellt, der Offizier in Abwesenheit als “unbekannt verzogen” für den ungedeckten Scheck verurteilt und das Urteil erst nach einem gerichtlichen Kampf wieder aufgehoben. Weiiter erreichte der Offizier ebenfalls, aus dem Archiv der TIRESIAS gelöscht zu werden, musste jedoch die Angestellten der Bank wiederholt anbetteln, für die Löschung seines Namens aus den “schwarzen Listen” Sorge zu tragen.

Laut dem Gericht hatte das vertragswidrige Verhalten der Bank zur Folge, dass der Offizier einen materiellen Schaden erlitt, da er einen Anwalt engagierte um seine Angelegenheit und speziell die Sache mit dem ungedeckten Scheck zu handhaben. Ebenfalls wurde er insbesondere durch seine Verurteilung für den ungedeckten Scheck in seiner Persönlichkeit, Ehre und Hochachtung versehrt. Außerdem akzeptierte das Gericht, dass dem Offizier erhebliche Unannehmlichkeiten und daraus herrührend ein immaterieller Schaden zugefügt wurde, zu dessen Wiedergutmachung er das Recht auf eine finanzielle Befriedigung habe.

Nachdem der Areopag dem klagenden Offizier Recht gab, wurde seine Sache wieder an das Oberlandgericht Athen zurückverwiesen, da sich inzwischen das Thema der Verjährung eines Teils der Forderung gegen die Bank ergeben hat.