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Artikel Tagged ‘sündenbock’

Deutschland, die leichte Zielscheibe

18. April 2013 / Aktualisiert: 28. September 2013 / Aufrufe: 1.000 5 Kommentare

Für Europa steht das Überleben des Euro auf dem Spiel, während die Rückkehr zu nationaler Eigenbrötlerei nicht mehr erreicht, als Staaten und Nationen zu spalten.

Laut Ronald Reagan lautet im Englischen die erschreckendste Phrase: „Ich komme vom Staat und bin hier, um zu helfen.“ Für manche Europäer ist sie heute: „Ich komme von der EU, um Euch aus dem Schlamassel zu bringen.

Deutschland und die einheitliche Währung sind zu Sündenböcken für die Probleme der Mitgliedstaaten und das Unvermögen Europas geworden, die finanziellen und wirtschaftlichen Krisen des Kontinents zu überwinden. Berlin wird mangelnder Solidarität, der Erzwingung einer restriktiven Politik und der Förderung der Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands zu Lasten Anderer beschuldigt.

Dem Euro wiederum ist angelastet worden, die Länder der Möglichkeit ihrer eigenen Zentralbanken zu berauben, in höchster Not als Kreditgeber zu agieren und der Regierung und den Banken unendliche Liquidität zu gewähren. Und dass er den nationalen die Politik bestimmenden Trägern die Ebene zur Umsetzung einer Abwertung der Währung entzieht, was zum Ergebnis hat, sie in einem Teufelskreis gefangen zu halten.
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Griechen und Zyprer sind sauer!

31. März 2013 / Aufrufe: 4.249 29 Kommentare

Autor: Dimi

Ja, die Griechen und Zyprer sind sauer! Sie sind sauer, weil sie schamlos beraubt wurden, und bringen dies öffentlich zum Ausdruck!

Die Situation in Griechenland – und aktuell in Zypern – bedarf eigentlich keiner großen Erklärung um die „Verstimmung“ der Menschen zu erstehen. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie Bundeskanzlerin Angela Merkel im Zeitraster des ersten Rettungspaketes, über die Schuldfrage öffentlich in einer für jeden Griechen herablassenden, ehrkränkenden und beleidigenden Form Äußerungen von sich gegeben hat, die in der deutschen Bevölkerung den Eindruck erweckten, dass ALLE Griechen das Finanzamt betrügen, ALLE Griechen faul sind, ALLE Griechen korrupt sind, ALLE Griechen Geld für Tote beziehen und ALLE Griechen Schmarotzer sind.

Ob sich Frau Angela Merkel oder eins ihrer „Genies“ aus den Reihen der Meinungs-Trend-Schmarotzer sich wohl auch bereit erklärt hätten, dies einem hart arbeitenden Griechen, dem gerade wegen Überfischung die Existenz kaputt geht ins Gesicht zu sagen, ist leider nicht überliefert.
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Märchen …

13. Juli 2012 / Aufrufe: 407 Kommentare ausgeschaltet

Autor: Dimitris My

Alle Märchen, die etwas auf sich halten, tragen Sorge, einen Drachen zu haben. Und die Tragödien einen Sündenbock. Giannis Stournaras stellt einen seltenen Fall dar, der alle Qualifikationen aufweist, beide Rollen zu verkörpern. Die des Drachen, im Märchen der Koalitionsregierung der nationalen Verantwortung, und des Sündenbocks in der aktuellen griechischen Tragödie.

Vielleicht entging dem neuen (eingesetzten) Finanzminister, dass der einzige, der ihm bei der Einnahme des Ministersessels etwas Herzliches und Unterstützendes zu sagen fand, Schäuble war. Möglicherweise nimmt Herr Stournaras – weil auch nicht gewählt, sondern eingesetzt – nicht wahr, dass die Leute, die meisten Leute auf besonders simple Weise denken und sagen „zeig‘ mir Deine Freunde, damit ich Dir sage, wer Du bist …„.

Höchstwahrscheinlich hat Herr Stournaras keine direkte Wahrnehmung der Realität, welche – im Durchschnitt, wie auch er selbst in seiner Sprache sagen würde – die griechische Gesellschaft durchlebt. Eine Realität, die bei immer größeren Teilen der Bevölkerung enthüllt wird, da sie die Kopfsteuer-Bescheide vom Finanzamt erhalten. Für all diese Bevölkerungsteile des leidenden Landes stellt die Erscheinung eines „Freundes von Schäuble“ offensichtlich den idealen Sündenbock dar … . Einen Bock, auf den bereits auch der Führer der PASOK-Partei zeigt, der seinerseits nach dem idealen Prügelknaben sucht.

Wir unterstellen keinesfalls, Herr Stournaras sei naiv, sich in den inländischen Spielen politischer Balancen benutzen zu lassen. Vielmehr ist absolut sicher, dass er bewusst übernommen hat, seine Rolle zu spielen, ohne daran zu denken, zu einem Opfer gemacht zu werden. Ihm ist bekannt, dass die politische Kraft im Griechenland des Memorandums weniger von dem inländischen Machtsystem vertreten wird und sich auch nicht aus dem Willen des Volkes ableitet. Ihm ist bekannt, dass sein Überleben vorrangig und hauptsächlich davon abhängt, wie erfolgreich er die Rolle spielen kann, die seine wichtigen Unterstützer von ihm verlangen, wie Schäuble …

Quelle: To Pontiki
Deutsche Übersetzung: Griechenland-Blog