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Bürger befürchten gesellschaftliche Explosion in Griechenland

7. März 2010 / Aufrufe: 240 Keine Kommentare

Eine gesellschaftliche Explosion infolge der beschlossenen Sparmaßnahmen in Griechenland befürchtet die Mehrzahl der Bürger laut einer Erhebung der Kapa Research vom 04. März 2010.

86,9% der befragten Bürger sehen eskalierende Proteste und gesellschaftliche Unruhen voraus (sehr wahrscheinlich 48,7%, recht wahrscheinlich 38,2%), während 85,2% erwarten, dass sich die Schere zwischen den Reicheren und Ärmeren weiter öffnen wird.

69,1% der Befragten vertreten den Standpunkt, dass die Sparmaßnahmen vorläufiger Natur, sprich zeitlich begrenzt sein müssen. Bezeichnenderweise antworteten 26,8% der Befragten, dass sich die Sparmaßnahmen niemals auszahlen werden. 26% glauben dagegen, dass die Maßnahmen in ein bis zwei Jahren Ergebnisse bringen werden, und 20% setzen diesen Zeitraum auf drei bis fünf Jahre an.

51,9% der befragten Bürger sprechen Premierminister Jorgos Papandreou in seiner Bemühung, Griechenland aus der Krise zu bringen, großes oder ausreichendes Vertrauen aus, wobei 38,5% der Befragten die Verantwortung für die derzeitige Lage der vorherigen Regierung unter Konstantinos Karamanlis zuweisen.

Nur 45,6% der Bürger stehen den Mobilisierungen der Gewerkschaften GSEE (Allgemeiner Dachverband griechischer Arbeitnehmerorganisationen) und ADEDY (Dachorganisation der Angestellten und Beamten des Öffentlichen Dienstes) positiv gegenüber, während 54,8% der Befragten antworteten, an den Demonstrationen nicht teilnehmen zu wollen.

Außerordentlich negativ ist das Bild von den Parteien der Opposition: 67,1 beurteilen die Haltung der SYRIZA-Partei negativ, 63,2% jene der Partei KKE und 62,2% die Haltung der ND-Partei. Nur die Partei LAOS erhielt etwas bessere Noten: 48% der Befragten beurteilen die Haltung der Partei negativ, immerhin 44% dagegen positiv.

Sehr interessant zeigt sich auch ein weiteres Ergebnis: 63,1% der befragten Bürger erklärten, dass sie im Fall einer Volksabstimmung gegen den Austritt Griechenlands aus der Eurozone stimmen würden, gegenüber nur 23,9%, die für einen Austritt stimmen würden.

Die landesweite Erhebung wurde am 04. März 2010 (also einen Tag nach Bekanntgabe der beschlossenen Sparmaßnahmen) von der Kapa Research SA im Auftrag der Tageszeitung To Vima nach dem System der telefonischen Befragung durchgeführt. Insgesamt wurden 1.044 Frauen und Männer im Alter von über 18 Jahren befragt.

Bürger fordern gesellschaftlichen und sozialen Frieden in Griechenland

22. Februar 2010 / Aufrufe: 229 Keine Kommentare

Laut einer aktuellen Umfrage der MARC erachtet in Griechenland die Mehrzahl der Bürger die angekündigten Sparmaßnahmen als notwendig und verlangt von den Gewerkschaften, den gesellschaftlichen und sozialen Frieden zu wahren.

Gemäß der im Auftrag der griechischen Zeitung “To Ethnos“ von der “Marketing Research Communication” (MARC) durchgeführten Befragung befürwortet die Mehrheit (57,6%) der Befragten die Maßnahmen der Regierung zur Bewältigung der Wirtschaftskrise. Allerdings glaubt die absolute Mehrheit (74,2%) der Befragten auch, dass die Regierung Papandreou mit der Ergreifung der Maßnahmen ungerechtfertigt gezaudert habe.

Parallel erachten 75,8% der Befragten, dass Gewerkschaften und berufliche Organisationen bis zur Bewältigung der Wirtschaftskrise die Wahrung des gesellschaftlichen und sozialen Friedens anstreben müssen – obwohl auch 64,1% erklären, dass die aus den zusätzlichen Steuermaßnahmen entstehenden Belastungen ungerecht verteilt werden.

Bezüglich der Frage, ob die Maßnahmen ausreichend seien, zeichnet sich eine offensichtliche Divergenz ab. Die Befragten erachten zu einem Anteil von 37,9% die Maßnahmen für eine Reorganisation der Wirtschaft als notwendig, äußern jedoch zu einem Anteil von 31,7% auch, dass Spielräume für weniger harte Maßnahmen bestehen. Ein Anteil von 23,4% der Befragten beurteilt dagegen die angekündigten Maßnahmen als unzureichend und spricht sich für die Ergreifung noch härterer Maßnahmen aus.

Die Frage, ob Griechenland – sei es auch auf schmerzhafte Weise – die Krise schließlich bewältigen werden könne, beantwortetet laut der Erhebung gut die Hälfte (51,3%) der Bürger zuversichtlich. Nicht unerheblich fällt jedoch mit 43% auch der Anteil jener Befragten aus die glauben, dass das Land die Krise nicht (allein) bewältigen können wird.

Variierende Ansichten zeichnen sich bei den Befragten auch hinsichtlich der Gründe für den Druck ab, welchen Griechenland derzeit von den Finanzmärkten erfährt. Die Befragten führen zu einem Anteil von 32,7% den Druck auf Spekulationsspiele, 25,8% auf das mangelnde Vertrauen in die griechische Wirtschaft, 11,2% auf den Versuch der Unterwanderung des Euro und 24,4% auf alle übrigen Gründe zurück.