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Ohne Quittung keine Bezahlung in Griechenland

15. Dezember 2012 / Aufrufe: 772 1 Kommentar

Gemäß einer neuen Marktverordnung in Griechenland brauchen Konsumenten erworbene Produkte und Leistungen nicht zu zahlen, wenn sie keinen regulären Beleg erhalten.

In Griechenland wurde eine einschlägige Marktbestimmung im Regierungsanzeiger veröffentlich und damit rechtskräftig, die Konsumenten gestattet, den Preis erstandener Produkte und Leistungen nicht zu bezahlen, wenn ihnen keine ordnungsgemäße Verkaufsquittung oder Rechnung ausgestellt wird.

Ebenfalls sind die Unternehmen verpflichtet, an einer sichtbaren Stelle des Geschäfts ein Schild auszuhängen, auf dem auf Griechisch und Englisch zu stehen hat „Der Konsument ist nicht zur Zahlung verpflichtet, wenn er nicht den rechtmäßigen Beleg (Quittung – Rechnung) erhält„.

Der selbe Text ist auch auf den Preislisten der Restaurants und sonstiger Gastronomie- und Vergnügungsbetriebe anzuführen. Die Verpflichtung zur Aushängung der Hinweisschilder gilt ab 12 Januar 2013 und Zuwiderhandlungen werden mit einer Geldstrafe in Höhe von 1.000 Euro geahndet.

(Quellen: in.gr)

Finanzamt auf der Lost-Insel

24. August 2012 / Aktualisiert: 05. Januar 2016 / Aufrufe: 477 Keine Kommentare

Autor: Kostas Giannakidis

Zu der Stunde, als die Beamten der Wirtschaftspolizei Hydra zu verlassen versuchten, begab ich mich an Bord eines Fischkutters im Hafen einer anderen Insel, viele Meilen von der Geburtsstätte der Helden der Revolution entfernt. Ich hatte keine Ahnung, was sich auf Hydra ereignete. Ich nehme an, dass es auch nicht der junge Mann wusste, der auf dem Deck des Kutters hinter einem hölzernen Tisch saß. Der Kutter führt alltäglich kleine siebenstündige Rundfahrten durch. Es werden drei Inseln besucht, während die Mannschaft Fleischspießchen, Salat und Wassermelone serviert. Der Preis beträgt dreißig Euro.

Ich gab dem jungen Mann einhundert Euro und verlangte drei Tickets. Er gab mir einen Zehner und einen Blick voller Ratlosigkeit zurück. Was ich sonst noch wollte? Ich wollte eine Quittung. Vor sich hatte er einen Quittungsblock. „Der Herr möchte eine Quittung„, meinte er zu einem Typ, der das Sagen zu haben schien. Plötzlich tauchte auf dem Tisch eine Quittung auf, die den Stempel des Unternehmens aufwies, nicht registriert war, und das Datum war per Hand geändert worden. Höchstwahrscheinlich handelte es sich um eine Quittung vom 13. August, die in eine Quittung des 18. umgewandelt wurde.

Die ist alt„, meinte ich. „Sie ist neu„, sagte mir jener, der das Sagen hatte. „Wir haben sie vorhin für Leute ausgestellt, die es sich schließlich anders überlegten und weggingen.“ Was für ein Durcheinander … . „Du stellst keine Quittungen aus„, sagte ich ihm. „Bleib hier und schau zu, ich stelle welche aus„, beschied er mir. Er stellte keine aus. „Es sind Tickets, die sie in ihren Hotels gekauft haben„, warf jemand ein. Blödsinn. Und warum gab er mir eine alte Quittung?

Es versteht sich, dass an der Bar des Kutters Kaffee und Erfrischungsgetränke zu niedrigen Preisen feilgeboten wurden, natürlich ohne Quittung. Quittungen tauchten auch nicht auf den drei Inseln auf, welche wir besuchten. Nun schön, die eine ist unbewohnt. Auf den anderen? Kann es auf den anderen jedoch angehen, eine Quittung von dem Grenzbewohner zu verlangen, der einen Stand aufgebaut hat und Kaffe und Sirupfrüchte verkauft? Und überall die selbe ekelhafte Antwort: „wir haben gerade einmal einen Monat, um auch etwas Arbeit abzubekommen. Wenn wir das Finanzamt bezahlen, werden wir kein Geld haben, um unsere Kinder anzuziehen„. Wirklich? Willkommen im Club.

Wieder auf der großen Insel angekommen, zeigte meine elementare Reportage, dass die meisten Geschäftsinhaber nur Griechen Quittungen geben. „Wenn die SDOE kommt, gibt mir mein Buchhalter per SMS Bescheid„, gestand ein lokaler Händler ein.

Nun werden Sie mich fragen, um welche Insel es sich handelt. Ich werde es Ihnen gerne sagen. Es sind alle Inseln. Es sind die Inseln, wo die SDOE eine Deliktrate von 100% feststellt. Ich überlegte mir, wenn auf der Lost-Insel Griechen wohnten, würden der Schwarze Rauch und der Polarbär das Finanzamt bestehlen. Es sind all jene Inseln, wo im Winter der Fernseher mit einschlägigen Gesten bedacht wird, wenn Nachrichten laufen und sie Merkel verfluchen, weil sie unser Leben kaputt gemacht hat. Diese kleinen Mistkerle, unsere großen Feinde.

Quelle: Protagon.gr
Deutsche Übersetzung: Griechenland-Blog

Senkung des Steuerfreibetrags in Griechenland verfassungswidrig

22. Oktober 2011 / Aktualisiert: 01. Juli 2013 / Aufrufe: 474 2 Kommentare

Der wissenschaftliche Beirat des Parlaments in Griechenland beurteilt die Senkung des Steuerfreibetrags unter die Armutsgrenze und die Quittungs-Pönale als verfassungswidrig.

Als verfassungswidrig erachtet der Wissenschaftsrat des griechischen Parlaments die Bestimmung des am 20. Oktober 2011 verabschiedeten Multi-Gesetzes, die sich auf die „Strafsteuer“ in Höhe von 10% bezieht, welche die Steuerzahler entrichten müssen, wenn die über persönliche Aufwendungen und Ausgaben beigebrachten Zahlungsbelege in ihrem Gesamtwert weniger als 25% des persönlichen Einkommens betragen.

Weiter äußert der Wirtschaftsrat seine Bedenken bezüglich der mit dem selben Gesetz rückwirkend ab Anfang Januar 2011 verfügten Senkung des persönlichen Einkommensteuerfreibetrags auf 5.000 Euro aus, obwohl die Armutsgrenze bei dem Betrag von 6.897 Euro liegt und somit Bürger steuerpflichtig werden, deren Einkommen unterhalb des offiziellen Existenzminimums liegt.

Konkret führt der Bericht des parlamentarischen Wissenschaftsrats Folgendes an:
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