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Artikel Tagged ‘kundenstaat’

Kosten der Gefälligkeits-Einstellungen in Griechenland

14. Juli 2013 / Aufrufe: 6.259 13 Kommentare

Die über Jahrzehnte erfolgten Einstellungen auf dem öffentlichen Sektor in Griechenland stellen einen viel größeren Skandal als alle anderen Skandale zusammen dar.

Während es uns zu Recht beschäftigt, wie viel Geld jahrzehntelang die bestochenen Politiker und Amtsträger des Staates verschwendeten – und es ist zweifellos sehr viel -, beschäftigen sich nur sehr wenige mit den zahlreichen Anstellungen und Einstellungen, welche die Politiker und Parteien auf dem öffentlichen Sektor vornahmen, ohne dass dies für den reibungslosen Betrieb erforderlich ist und ohne Leistungskriterien.

Nur sehr wenige haben sich systematisch mit diesem Thema beschäftigt, trotz der Tatsache, dass die Einstellungen auf dem öffentlichen Sektor mittels der Partei- oder Günstlingsnetze der größte Skandal der modernen griechischen Geschichte bleibt, mit direktem Täter das politische System und Mittätern die eingestellten Beamten.

Wenn wir jedoch überlegen, was die Gefälligkeits-Einstellungen das Land schließlich kosteten und weiterhin kosten, wird uns bewusst, dass die Schmiergelder der Siemens, der Waffenlieferanten und dutzender anderer Lieferanten des Staates ein Tropfen gegenüber dem Ozean der staatlichen Verschwendung waren.
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Wenn die Griechen Steuern zahlen würden

27. August 2012 / Aufrufe: 1.092 9 Kommentare

Autor: Takis Michas

Die Epoche, die wir in Griechenland durchleben, wird nicht nur als die Epoche der großen Krise in die Geschichte eingehen. Sie wird auch als die Epoche der großen Mythen in den Annalen verbleiben. Einer dieser Mythen, der nach den Vorfällen auf Hydra eine neue Blüte erleb, istt: „Wenn die Griechen ihre Steuern zahlen würden, hätten wir nicht die Schulden und Defizite, die wir heute haben.

Dieser Mythos, der die Krise auf die auf die Steuerhinterziehung zurückführt, ist leider nicht nur einfach in Griechenland, sondern auch im Ausland weit verbreitet. Natürlich steht er in keinem Bezug zur Realität. Es trifft genau das Gegenteil zu: Gäbe es in Griechenland keine Steuerhinterziehung, wären die Schulden und Defizite noch höher!

Angenommen, die Steuerhinterziehung in Griechenland ist wirklich groß. Bedeutet dies, dass die Defizite geringer wären, wenn die Bürger die ihnen entsprechenden Steuern zahlen würden? Sicherlich nicht. Die Defizite und Kredite entstanden, um im Rahmen des von „Kundenbeziehungen“ beherrschten politischen Systems den riesigen und antiproduktiven öffentlichen Sektor zu füttern. Wenn nun alle Griechen ihre Steuern zahlten, wäre das Einzige, was geschehen würde, dass der öffentliche Sektor noch größer und seine Gehälter noch höher wären. Wenn es keine Steuerhinterziehung gäbe, würden die staatlichen Bediensteten 3 Millionen tangieren, das Durchschnittsgehalt bei den öffentlichen Unternehmen 5.000 Euro betragen und die ERT nicht einfach nur mehr Personal als der CNN, sondern mehr als CNN und BBC zusammen beschäftigen! Ebenfalls wäre die Anzahl der „Behinderten“-Renten dreimal höher als heute, und nicht nur die unverheirateten Töchter staatlicher Beamten, aber auch die verheirateten sowie die Enkel und Urenkel hätten einen Rentenanspruch!

Mit anderen Worten, wenn es keine Steuerhinterziehung gäbe, würden die Defizite und Kredite im besten Fall auf den selben Ebenen wie heute verbleiben. Höchstwahrscheinlich würden sie jedoch auf noch höheren Niveaus liegen. Weil ganz einfach der öffentliche Sektor noch größer als heute wäre, mit dem Ergebnis, dass die Produktivität und die Wettbewerbsfähigkeit des Landes sich auf einem noch niedrigeren Niveau als heute befinden würde.

Die Folgen einer Handlung differieren von Gesellschaft zu Gesellschaft und hängen von der führenden Logik ab, die im gegebenen Raum vorherrscht. Beispielsweise trägt in Dänemark die Entrichtung der Steuern zur Senkung der Defizite bei. In Griechenland dagegen, wo die vorherrschende Logik jene des Kundensystems ist, bedeutet die Entrichtung von Steuern einfach nur die Ausweitung des öffentlichen Sektors, während die Defizite – im besten Fall – auf dem selben hohen Niveau verbleiben.

Quelle: Protagon
Deutsche Übersetzung: Griechenland-Blog

Worte, Beschwörungen und Gewalt in Griechenland

7. September 2011 / Aktualisiert: 30. Juni 2013 / Aufrufe: 448 10 Kommentare

Bei der Konferenz der Regierungspartei in Griechenland im September 2011 appellierten fast alle Sprecher an den Premierminister, zu einem Wechsel bei Kurs und Personen zu schreiten.

Die am vergangenen Wochenende stattgefundene Parteikonferenz der PASOK-Partei war von der Sorge etlicher Parteifunktionäre um die Verfälschung der Werte der Gründungsgrundsätze und der Physiognomie der Partei gekennzeichnet. Wie verlautete, habe diese Entwicklung zum Ergebnis, dass die Partei politischer Initiative entbehrt und einfach nur den Gegebenheiten folgt, die von den Märkten und den ihnen Ausdruck verleihenden politischen Kräften in Europa aufgezwungen werden.

Fast alle Redner richteten vom Podium den Appell an Parteichef und Premierminister Jorgos Papandreou, zu einem Wechsel des Kurses, aber auch von Personen zu schreiten, „bevor es zu spät sei„. Der Direktor der griechischen Zeitung Vradyni Jorgos Papasotiriou interpretierte dagegen den Verlauf der Parteikonferenz auf seine Weise und publizierte diesbezüglich am 05.09.2011 unter der Kolumne „Zeichen der Zeit“ einen Artikel, der nachstehend in deutscher Übersetzung wiedergegeben wird.


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