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Spionagefall erschüttert Geheimdienst in Griechenland

14. September 2011 / Aktualisiert: 15. September 2011 / Aufrufe: 536 Keine Kommentare

In Griechenland wird ein hochkarätiger Bediensteter des nationalen Informationsdienstes beschuldigt, geheime Dokumente an verschiedene Behörden in England übermittelt zu haben.

Ein neuer Spionagefall erschüttert den „Nationalen Informationsdienst“ EYP (sprich Geheimdienst) in Griechenland. Die zuständige Staatsanwaltsschaft hat inzwischen ein Verfahren gegen einen hochrangigen Bediensteten der 3. Direktion der Spionageabwehr eingeleitet, der parallel auch Leiter des bekannten Teams „OLAF“ war, dem wiederum die Verwaltung des „Abhörköfferchens“ der EYP, aber auch anderer hochmoderner Observierungssysteme unterliegt, welche die Behörde während der letzten Jahre erworben hatte. Information zufolge liegt bereits ein Beschluss der Führung des Ministeriums für Zivilschutz vor, mit dem der konkrete Beamte vom Dienst suspendiert wird.

Laut der Klageschrift wurden auf dem Computer des Bediensteten des EYP E-Mails mit geheimen Dokumenten gefunden, die er an verschiedene englische Behörden geschickt hatte. Offiziere des EYP sprechen von „einem besonders schweren Korruptionsfall im Inneren der griechischen Geheimdienste, der sich an die Spionagebeschuldigen anschließt, die es – vor einem Jahr – zu Lasten eines anderen Amtsträger der EYP gegeben hatte, der angeblich im Besitz geheimer Dokumente gewesen sein soll.„.

In Bezug auf letzteres wird jedoch angemerkt, dass damals die Anklage im Lauf der gerichtlichen Untersuchung der Sache in den letzten Monaten fallen gelassen wurde. Parallel sprechen Offiziere von einem unerbittlichen Kampf im Inneren der griechischen Geheimdienste.

Gerüchte über Missbrauch der Observationsgeräte und Ausrüstung der EYP

Das formlose Team „OLAF“ der EYP wurde vor sieben Jahren ins Leben gerufen und aus Mitteln der Europäischen Union als Dienst zur Betrugsbekämpfung finanziert. Es hatte eine Reihe von Observationssystemen (Minikameras, Tonaufzeichnungssystem, Nachtgläser usw.) erworben, um in Spionage, organisiertes Verbrechen und Terrorismus verwickelte Personen zu observieren. Parallel stand der selben Dienststelle auch ein portables Gerät – von der Größe eines Koffers – zur Observation der Mobiltelefone verdächtiger Personen zur Verfügung.

In der Vergangenheit war der Verdacht geäußert worden, dass das konkrete Team in einen großen Abhörskandal verwickelt ist, der im Jahr 2005 bekannt wurde, aber auch, dass das in Rede stehende „Abhörköfferchen“ an Unternehmer weitervermietet wird, um die Mobiltelefone ihrer „Widersacher“ abzuhören. Weiter gab es auch Gerüchte über die Observation politischer Personen mit dem selben Gerät, jedoch ohne dass es für diese Anschuldigen jemals irgendeinen Nachweis gab.

Der in dem aktuellen Fall beschuldigte Bedienstete der EYP hatte die Position des Dienststellenleiters in der Periode 2005 – 2006 angetreten. Vor einigen Monaten gab es eine Anzeige seitens zweier Polizeibeamten, die für die EYP abgestellt waren und dem in Rede Funktionär unterstellt waren, dass letzterer verdächtige E-Mails ins Ausland und hauptsächlich nach Großbritannien verschickte. Es folgte eine Untersuchung durch Offiziere der staatlichen Kriminalpolizei der ELAS, die den Fall übernahmen und die verdächtige elektronische Korrespondenz lokalisierten.

Der beschuldigte Bedienstete soll in der Vergangenheit in England ausgebildet worden sein. Er selbst bestreitet die Anschuldigungen und spricht von einem üblichen dienstlichen Schriftwechsel und einem „Krieg der Zweckmäßigkeiten“.

(Quelle: To Vima)