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Artikel Tagged ‘auslandsanleger’

Bürger in Griechenland wollen Taten und keine Namenslisten

24. Oktober 2011 / Aktualisiert: 10. September 2014 / Aufrufe: 583 2 Kommentare

Viele Bürger in Griechenland fragen sich, warum die Regierung immer wieder die Anprangerung angeblicher Steuerhinterzieher ankündigt, anstatt sie kurzerhand die Pflicht zu nehmen.

Im Nachhall der in der vergangenen Woche dem griechischen Parlament überstellten Listen mit den Namen natürlicher Personen, die dem Fiskus Steuern und Abgaben schulden oder beachtliche Gelder ins Ausland transferiert haben sollen, wurde in der Lokalzeitung „I Thessalia“ am Sonntag (23.10.2011) von Giorgios Tsiglifisis ein Kommentar publiziert, der nachstehend in (gekürzter) deutscher Übersetzung wiedergegeben wird.

Die Namen der Steuerhinterzieher

„Veröffentlichung der Namen der Steuerhinterzieher“. Das ist eine Phrase, die in festen zeitlichen Abständen wiederholt aus offiziellem Mund ertönt, oftmals als „Ausgleich“ der harten Maßnahmen, welche zu lasten der Lohnempfänger, Rentner und aller derer ergriffen werden, die keine Möglichkeiten haben, auch nur einen Euro zu verstecken.
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Listen der Auslandsanleger in Griechenland werfen Fragen auf

24. Oktober 2011 / Aktualisiert: 01. Juli 2013 / Aufrufe: 609 1 Kommentar

Die vertraulichen Listen der Auslandsanleger in Griechenland könnten den Finanzminister gleich doppelt blamieren, da sie weder vertraulich blieben noch zu stimmen scheinen.

Die unter der Auflage strengster Vertraulichkeit von dem griechischen Finanzministerium an das Parlament übermittelten Listen mit den Daten angeblicher Steuerschuldner und Kapitalflüchtlinge (siehe Parlament in Griechenland erhielt Steuerschuldner-Listen) scheinen den Finanzminister gleich zweifach der Lächerlichkeit preiszugeben. Konkret blieben die einschlägigen Daten weder trotz der ausdrücklichen Anweisungen und Vorkehrungen erwartungsgemäß nicht „vertraulich“, noch scheinen sie obendrein alles andere als „zuverlässig“ zu sein.

Laut der Liste, die vor drei Tagen der Finanzminister Evangelos Venizelos dem Parlament übergab, sollen – unter anderen – ein Unternehmer in … Malawi, ein pensionierter Seemann aus Skiathos und der Inhaber eines Elektronikladens im Zentrum von Athen über Auslandskonten mit Millionen Euro verfügen und in Griechenland nur minimale oder gar keine Einkommen deklarieren.
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Griechenland hebt Bankgeheimnis für Auslandsanleger auf

17. Juli 2011 / Aufrufe: 557 5 Kommentare

Griechenland hebt das Bankgeheimnis für Auslandsanleger auf und bietet gleichzeitig Inhabern nicht regulär deklarierter Auslandsguthaben eine weitgehend straffreie Steuerregelung an.

Das griechische Finanzministerium schreitet umgehend zur Aufhebung des Bankgeheimnisses für alle – in der Regel „Großsparer“ -, die in letzter Zeit ihre Guthaben von den griechischen Banken abgezogen und zu Banken im Ausland transferiert haben.

Laut einem Bericht der Zeitung Ta Nea liegt das Ziel dieser Maßnahme in der Überprüfung der Herkunft der Gelder durch das Finanzamt um festzustellen, ob die Guthaben dieser Konten durch die Einkommen gerechtfertigt sind, welche die Kontoinhaber während der letzten Jahre dem Finanzamt meldeten. Finanzminister Evangelos Venizelos richtete in diesem Rahmen aus dem Parlament einen Apell an diese Steuerpflichtigen, sich freiwillig zu stellen und ihre Angelegenheiten unter Entrichtung der ihnen entsprechenden Steuern in Ordnung zu bringen.

Wie der Finanzminister warnte, sei das Finanzministerium in der Lage, mittels der Aufhebung des Bankgeheimnisses die Überweisungen in Erfahrung zu bringen, die in letzter Zeit in das Ausland erfolgten, und all diese Anleger zur Deklaration der einschlägigen Angaben auffordern werde. Gleichzeitig sei es dem Ministerium möglich, sowohl zur Recherche der Zinsen aus Auslandsguthaben, aber auch der Nutzung von Kreditkarten bei Auslandsbanken zu schreiten.

Es ist eine Chance für jeden, der eine Lücke mit den Steuerbehörden annimmt, sich zu melden und diese Angaben zu machen, da diese Daten für das Ministerium zugänglich sind und die Kontrollen erfolgen werden.

Der Vollständigkeit halber sei angemerkt, dass Griechenland selbstverständlich keinerlei rechtliche Handhabe hat, den legalen freien Kapitalverkehr zu unterbinden oder gar zu kriminalisieren – auch wenn der Bevölkerung mittels populistischer Parolen möglicherweise gerne das Gegenteil suggeriert werden soll.

(Quelle: Ta Nea)