Archiv

Artikel Tagged ‘aufklärer’

Gibt es in Griechenland keine Aufklärer?

1. August 2012 / Aktualisiert: 01. Juli 2013 / Aufrufe: 778 6 Kommentare

Autor: Peter Adam

Thema: Alle Überflüssigen mögen sterben – auch in Griechenland

Hallo liebe Landsleute und Freunde des griechischen Volkes.

Ich schreibe als Grieche und Patriot, der schon lange Zeit in Deutschland lebt, sich jedoch noch sehr gut an die Zeit erinnert, als Griechenland noch seine ursprüngliche Währung, die Drachme hatte. Ich bin nun 50 Jahre alt und vielleicht kann man hier meinen Standpunkt dadurch besser verstehen.

All die Jahre im Euroraum ging es dem griechischen Volk scheinbar gut. Man hatte eine harte Währung, man konnte konsumieren und es ging dem Volk relativ gut. Doch ohne hier zu polemisieren möchte ich Griechenland wieder in der Drachme sehen, denn kein Mensch kann die Augen davor verschließen, dass das Volk unter den momentanen Zuständen immer weiter, für nichts und wieder nichts, verelenden wird, wenn nicht radikal gegengesteuert wird. Aufgrund seiner stetig schwindenden Wirtschaftskraft kann Griechenland sich den Euro als Währung nicht mehr leisten.

Natürlich wäre eine Rückkehr zur Drachme schmerzhaft, vor allem für diejenigen die bisher vom Euro profitiert haben und nun, aus Angst vor den zu erwartenden Verlusten, ein Horrorszenario nach dem anderen entwerfen. Aber ist der Horror nicht schon längst in unserem geheiligten Land angekommen? Weshalb erlauben wir als Gesellschaft es, das Kranke und Schwache so sehr leiden müssen? Weshalb hat das Volk nicht den Mut zusagen: „Genug ist genug“.

Vor dem Euro waren wir schon ein armes Volk, aber wir hatten medizinische Versorgung für alle, unser Land gab genug her, damit alle satt wurden, und unsere Sozialstrukturen waren weitestgehend in Ordnung. Gibt es denn wirklich keine Aufklärer, die dem Volk sagen was Sache ist? Wer bringt den Mut auf zu sagen, dass Griechenland den Euro verlässt, aus Gründen, die nach all den Horrorberichten und unhaltbaren Zuständen auf der Hand liegen?

Vorstellbar wäre doch, das Beispiel Argentiniens oder Islands zu praktizieren, was zwar hart werden würde, jedoch dem ganzen Volk eine größere Chance des Überlebens lässt als alle Spardiktate und Kürzungen, die uns in die Knie zwingen wollen. Wir haben als Griechen schon immer einen maroden Staat gehabt, aber noch nie einen, der sich bei den Banken und den Nordeuropäern wegen ein wenig Luxus anbiedert. Es ist einfach würdelos um Euros zu betteln, wenn man auch einen Weg der nationalen Einheit, der Wahrhaftigkeit und des Glaubens beschreiten könnte, der Griechenland seine Freiheit zurückgibt, zu tun was immer es zu tun beliebt, der unser Volk von den Knien holt und uns erlaubt, auf die Früchte unserer eigenen Arbeit stolz zu sein.

Das ist meine ganz persönliche Meinung, und ich habe durchaus Ideen wie man dies bewerkstelligen könnte. Da man aber nicht auf das hört, was ich sagen will, bin ich als Einzelner machtlos.

KategorienMeinungen Tags: , ,