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Artikel Tagged ‘anzeige’

„Denunzierungen“ sind Nationalsport in Griechenland

9. Oktober 2014 / Aufrufe: 1.002 Kommentare ausgeschaltet

In Griechenland scheint es zu einem neuen Volkssport geworden zu sein, sich gegenseitig bei den Behörden anzuschwärzen – und zwar meistens aus Rache.

Die landesweit zum Ortstarif erreichbaren Hotlines der staatlichen Behörden in Griechenland, über die (sowohl anonyme als auch namentliche) Anzeigen von Bürgern entgegengenommen werden, „glühen“ in in letzter Zeit geradezu.

In diesem Moment sind alle unsere Leitungen besetzt. Bitte warten Sie …“ Der Betrieb über die Rufnummer 1517 ist dermaßen groß, dass es inzwischen einiger Geduld bedarf, um eine Anzeige zu machen, da – wie sich zeigt – immer mehr Griechen beschließen, jemanden „anzuschwärzen“, und zwar in den meisten Fällen, um auf diese Weise aus welchen Gründen auch immer an jemandem zu rächen.
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Automatisierte Steuerhinterziehungs-Anzeigen in Griechenland

8. März 2014 / Aufrufe: 406 Kommentare ausgeschaltet

Ein neues System der Steuerverwaltung in Griechenland soll unter anderem elektronische Meldungen über Steuerhinterziehung und Korruption automatisiert verarbeiten.

Gemäß dem operativen Plan der Zentrale für öffentliche Einnahmen in Griechenland wird demnächst ein neues System zur elektronischen Kommunikation und Beschaffung von Informationen aus öffentlichen Dokumenten durch Dritte bzw. andere Dienststellen innerhalb und schrittweise auch außerhalb der Steuerverwaltung, einsatzbereit sein.

Gleichzeitig werden die Steuerpflichtigen Angaben über Steuerhinterziehung und Korruption übermitteln können, die durch ein automatisiertes System geprüft werden, und im weiteren Verlauf werden die Daten zur weiteren Überprüfung an die Kontrollmechanismen gehen.
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Anzeige wegen Zigarren gegen Ministerium in Griechenland

12. Februar 2013 / Aktualisiert: 30. Juni 2013 / Aufrufe: 718 1 Kommentar

Gegen das Entwicklungsministerium in Griechenland wurde Anzeige wegen seit 2008 unbezahlter Zigarren im Wert von über 5000 Euro erstattet.

Der in der Gemeinde Potamia der Präfektur Larisa in Thessalien ansässige Landwirtschaftliche Genossenschaftsbetrieb der lokalen Tabakproduzenten „I Potamia“ erstatte gegen das Ministerium für landwirtschaftliche Entwicklung und Lebensmittel (Yp.A.A.T.) Anzeige, und zwar anlässlich der Zigarren, welche im Jahr 2008 die persönliche Sekretärin des damaligen Ministers Alexandros Kontos bestellt hatte.

Im Gespräch mit dem thessalischen Netz der staatlichen Radiostation ERA erklärte der Vorsitzende der Genossenschaft, Giannis Tsoutsos, der Betrag von 5.328 Euro, welcher der Bestellung entsprach, sei trotz der Tatsache nicht bezahlt worden, dass die Genossenschaft alle dem Fiskus entsprechenden Steuern entrichtet hat.

Herr Tsoutsos unterstrich parallel, wegen der Bürokratie seien 18 Monate benötigt worden damit die Genossenschaft eine Exportgenehmigung erhält um die berühmten handgefertigten Zigarren aus Potamia (Handelsmarke: Domenico) auf die Märkte des Auslands schicken zu können, und erklärte: „Wir sind in der erfreulichen Lage von guten Perspektiven zu sprechen, da ein Angebot zur Kooperation mit einem ausländischen Land vorliegt.

(Quelle: ERT)

E-Anzeigen und Express-Scheidungen in Griechenland

7. April 2012 / Aktualisiert: 15. Juni 2016 / Aufrufe: 474 Kommentare ausgeschaltet

In Griechenland kommen seit Anfang April 2012 neue gesetzliche Bestimmungen zur Anwendung, die unter anderem E-Anzeigen und Express-Scheidungen vorsehen.

Im Rahmen der von dem jüngst verabschiedeten Gesetz 4055/2012 verfügten Beschleunigung der Rechtsprechung treten in Griechenland neue gesetzliche Bestimmungen in Kraft, welche unter anderem radikale Änderungen in dem System und bei den Voraussetzungen für die Erstattung von Strafanzeigen, Verkündung einvernehmlicher Scheidungen, Öffnung von Testamenten usw. herbeiführen.

Anzeigen (wie ebenfalls diverse andere gerichtliche Schriftsätze und Prozessakten) können fortan auch auf elektronische Weise eingereicht werden, sofern sie eine elektronische Unterschrift aufweisen, wobei sich die einschlägige Gebühr für die Erstattung einer Anzeige inzwischen auf den Betrag von 100 Euro anstatt wie früher 10 Euro beläuft (siehe auch Strafanzeige in Griechenland kostet 100 Euro).

Damit eine – im übrigen schlüssige – Anzeige schnell zu einer Verhandlung führt, kann der Kläger parallel auch die Aussagen der von ihm vorgeschlagenen Zeugen einreichen. Die Aussagen müssen in diesem Fall entweder in einem Notariat oder bei einem Amtsgericht aufgenommen worden sein. Parallel werden von der Staatsanwaltschaft anonyme oder unter einem inexistenten Namen erstattete sowie auch für unschlüssig oder unzulässig befundene Anzeigen oder Strafanzeigen umgehend zu den Akten gelegt werden.

Ebenfalls ab Anfang April 2012 werden einvernehmliche Ehescheidungen in Griechenland nunmehr im „Express-Verfahren“ ausgesprochen. Schließlich treten ab dem selben Zeitpunkt die Bestimmungen des neuen Gesetzes in Kraft, welche sich auf die erstmalige Einführung von Einzelrichterkammern bei den Berufungsstrafgerichten und den Modus der Öffnung von Testamenten beziehen, während nach dem 13. Mai 2012 auch die gerichtliche Mediation in privatrechtlichen Differenzen zur Anwendung kommen wird.

(Quelle: Newsbeast.gr)

Griechen zeigen sich massenweise wegen Steuerhinterziehung an

20. Oktober 2010 / Aufrufe: 1.058 1 Kommentar

Angesichts einer Flut von Anzeigen wegen Steuerhinterziehung in Griechenland glaubt das Finanzministerium, das Steuergewissen der Griechen geweckt zu haben.

Wie gegenüber der griechischen Tageszeitung TA NEA der Leiter der Sondereinheit zur Bekämpfung des Wirtschaftsverbrechens (SDOE) G. Kapeleris enthüllte, wurden bei den zuständigen Behörden und Dienststellen in ganz Griechenland in letzter Zeit 17.984 Fälle von Steuerhinterziehung gemeldet. Das Beeindruckende bei dieser Anzeigenflut ist, dass etliche Anzeigen von schriftlichen Unterlagen wie Protokollnummern von Kaufverträgen, Kennzeichen luxuriöser PKW usw. begleitet waren, die selbst die Prüfer in Erstaunen versetzten.

Alle Anzeigen, gleich ob anonym oder nicht, werden gewissenhaft untersucht„, versichert G. Kapeleris und merkt an, dass sich bereits 20% dieser Anzeigen als begründet erwiesen haben und inzwischen die zuständigen Prüfstellen des Finanzministeriums damit befasst sind. Es gibt natürlich auch Fälle von Anzeigen, die aus Rache, Neid oder zur Lösung familiärer Differenzen erstattet werden, jedoch sind die Prüfstellen des Finanzministeriums zur Untersuchung aller – sei es auch mit Priorität auf den nicht anonymen – Anzeigen verpflichtet.
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