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Archiv für die Kategorie ‘Bildungswesen’

Kindergartenpflicht in Griechenland rechtmäßig

4. Mai 2013 / Aktualisiert: 09. Mai 2013 / Aufrufe: 536 8 Kommentare

Der Oberste Verwaltungsgerichtshof in Griechenland befand den Kindergartenzwang – obligatorischen Vorschulbesuch als Teil der gesetzlichen Schulpflicht für rechtmäßig.

Die 4. Kammer des Obersten Verwaltungsgerichtshofs (StE) in Griechenland befand mit ihrem Urteil 1505/2013, dass gemäß den Bestimmungen der Verfassung der Staat die Jahre der obligatorischen Ausbildung sogar auch in den Kindergärten / Vorschulen erhöhen darf.

Spezieller wiesen die Richter des Verwaltungsgerichtshof alle Argumente des Panhellenischen Verbands Privater Kindergärten (PASIPS) ab, mit denen verlangt wurde, den Beschluss der Bildungsministerin vom 28.07.2006, mit dem die Eignungskriterien (Gebäudevoraussetzungen wie Raumabmessungen, erforderliche Innen- und Außenflächen usw.) der Unterrichtsgebäude für Schulen und Kindergärten bestimmt wurden, als verfassungswidrig und ungesetzmäßig zu annullieren.

Staat darf gesetzliche Schulpflicht auf Kindergarten / Vorschule ausweiten

Das höchste Kassationsgericht befasste sich mit der Argumentation des in Rede stehenden Verbands, die Gesetzgebung aus dem Jahr 2006 (Artikel 73 N. 3518/2006), mit welcher der obligatorische Kindergarten- /Vorschulbesuch etabliert wurde, stehe in Widerspruch zu dem – die Bildung schützenden – Artikel 15 der griechischen Verfassung.

Konkret betont der klagende Verband, gemäß den grundgesetzlichen Bestimmungen könne der Gesetzgeber die Jahre der obligatorischen Schulausbildung erhöhen und den Besuch des Gymnasiums obligatorisch machen, jedoch dürfe er nicht die vorschulische Bildung obligatorisch machen, weil “der Bildungsprozess eine Reife erfordert, welche die meisten den Kindergarten besuchenden Kinder nicht haben“.

Die Richter wiesen diese Argumentation des Verbands ab und unterstrichen, die Bestimmungen des Artikels 16 der Verfassung gewähren dem Gesetzgeber die Freiheit, “bei der Gestaltung der Bildungspolitik und nach Beurteilung der sozialen und wirtschaftlichen Umstände die Jahre der obligatorischen Ausbildung im Rahmen auch des Stadiums der Vorschulbildung mit der Einführung des obligatorischen Kindergarten- / Vorschulbesuchs zu erhöhen“.

(Quelle: in.gr)

Die große Flucht der Wissenschaftler aus Griechenland

1. Mai 2013 / Aktualisiert: 03. Mai 2013 / Aufrufe: 1.775 4 Kommentare

Griechenland verliert seine qualifiziertesten Wissenschaftler, die ins Ausland auswandern und Ländern wie Deutschland fertig ausgebildete Experten zum Nulltarif bescheren.

Giannis Angelos Trantos befindet sich im 5. Jahr seines Studiums an der medizinischen Fakultät der Universität von Athen. “Die Zukunft für die meisten meiner Kommilitonen ist Arbeitslosigkeit oder Auswanderung“, sagt er. “Ich möchte in Griechenland bleiben, weil ich nicht denke, dass es unser Traum ist, nach unseren Studien wissenschaftliche Emigranten zu werden. Leider ist dies jedoch die Zukunft, die sie uns bieten“, meint der junge Student.

Wenn Krankenhäuser wegen Unterfinanzierung schließen, wenn andere Behandlungseinrichtungen personell unterbesetzt sind, wenn unsere Zukunft in der Luft hängt und die Regierenden uns … als Generation abschreiben, dann denkt ein Teil der jungen Generation leider an die Flucht ins Ausland.” Giorgos Lentzas, Student an der Abteilung für Massenmedien der Aristoteles-Universität Thessaloniki, erklärt auf der selben Wellenlänge, “der Weggang ins Ausland ist eine Einbahnstraße“.

Ein Blick auf die Fakten enthüllt jedoch, dass sich damit für Griechenland und entsprechend auch die anderen Länder der europäischen Peripherie eine (weitere) Katastrophe anbahnt.

Der qualitative Schaden ist noch größer als der quantitative Verlust

Zehntausende junge Wissenschaftler und Spezialisten verlassen in den letzten Jahren scharenweise Griechenland, um ihr Glück im Ausland zu suchen. Mit der Krise, der Arbeitslosigkeit, der Angst vor einem Leben ohne Zukunft vertreibt das Land seine Kinder. Mehr als 120.000 griechische Wissenschaftler und Spezialisten haben Griechenland verlassen, erklärt Lois Lamprianidis, Professor für Geo-Ökonomie an der Universität von Thessaloniki, der eine große Untersuchung an einem Muster 2.800 griechischer Wissenschaftler durchführte, die im Ausland arbeiten.

Gegen Ende 2010 befanden sich 10% des Wissenschaftlerpotentials des Landes – etwa 120.000 Menschen – im Ausland. Dies ist etwas, das uns beunruhigen müsste, wohin dieses Land steuert. Diese Wissenschaftler sind in viele Länder gegangen, hauptsächlich in Europa und Amerika. Es sind Menschen mit sehr guten Ausbildungen, mit Doktor- und Master-Titeln, was bedeutet, dass der Schaden qualitativ sehr viel größer als 10% ist. Dieses Wissenschaftlerpotential ist für die Entwicklung des Landes sehr bedeutsam, da wir nicht zum Aufschwung des Landes schreiten können, wenn wir es verlieren. Es gibt Universitätsprofessoren, die wirtschaftlich nicht über die Runden kommen und mit dreijährigem unbezahlten Urlaub fortgehen, um sich an eine andere Universität im Ausland zu begeben und Geld zu verdienen, um ihre Familien zu ernähren. Dies ist ein sehr schlechtes Anzeichen für die Situation, in der sich die griechische Gesellschaft befindet“, meint Herr Lamprianidis.

300.000 griechische Wissenschaftler sind zur Auswanderung bereit

Mit der Arbeitslosigkeit bei ungefähr 30% und der kontinuierlichen Abwertung der Beschäftigung als Inhalt wird in den letzten Jahren eine Anzahl von 300.000 Griechen – in ihrer Mehrheit qualifizierte Wissenschaftler – verzeichnet, die Lebensläufe ausgefüllt haben, um auszuwandern. Es wird ein Wegzug speziell nach Deutschland beobachtet. Die Deutschen selbst sagen, dass sich in den beiden letzten Jahren bereits 35.000 Griechen in Deutschland niedergelassen haben und dort arbeiten. 2013 werden weitere 25.000 erwartet.

Die deutsche Regierung genehmigte ein Gesetz zur Erleichterung der Anerkennung der ausländischen Studienabschlüsse. Mehr als 8.500 ausländische Ärzte haben Anträge auf Anerkennung ihrer Studienabschlüsse in Deutschland gestellt, damit sie im Land arbeiten.

Es erwachen wieder die Erinnerungen an die großen Auswanderungswellen der 1960er und 1970er Jahre aus den Ländern des europäischen Südens nach Deutschland. Diesmal sind die Dinge jedoch aus qualitativer Sicht sehr viel anders. Es erfolgt eine massenhafte ‘Ausplünderung’ der Länder des europäischen Südens um ihre gebildeten jungen Leute hoher und höchster Bildung und nicht die ungelernten ‘Gastarbeiter’, wie es ihre Eltern und Großeltern waren. Die entwickelten Länder des europäischen Nordens bekommen ihre Wissenschaftler fertig ausgebildet, ohne selbst auch nur einen einzigen Euro für deren Bildung ausgegeben zu haben“, erklärt Giannis Kouzis, Professor der Panteion-Universität und Leiter der Abteilung für Sozialpolitik.

Deutschland bekommt Wissenschaftler umsonst

Obwohl Deutschland die technische Orientierung in seiner Bildung besonders erhöht hat, hat es ein Defizit in anderen Fachbereichen, und dieses Defizit versucht es mit Wissenschaftlern der Länder des Südens zu decken“, betont Professor Kouzis. An die “platt gemachten” Arbeitskräfte des Südens gerichtet ruft die deutsche Arbeitsministerin sie auf, nach Deutschland zu emigrieren, weil es dort Arbeit für die Bedürfnisse der deutschen Wirtschaft gibt.

Welche wissenschaftlichen Berufe begegnen jedoch dem größten Aderlass ins Ausland? In ihrer Mehrheit sind es Ärzte und Ingenieure. “Die Hälfte von diesen hat Diplome der 100 Spitzenuniversitäten der Welt inne“, sagt Herr Kouzis

Das Hauptreservoir der Kollegen, die ins Ausland weggehen, sind die Absolventen der Medizin“, betont der Leiter der Medizinischen Schule an der Universität Athen, Athanasios Meletios, und fügt an: “Die meisten, die zur postgradualen Spezialisierung ins Ausland gehen, werden nicht zurückkehren. Es gibt auch Wissenschaftler, die sich dazu entschließen, Griechenland zu verlassen und sich um einen entsprechenden und sehr viel besser bezahlten Posten im Ausland zu bewerben. Es gibt Ärzte, die nach Deutschland, Australien, Dubai und in andere Länder gehen.

Wir, als medizinische Fakultät, sehen, dass von den jungen Kollegen, die ihr Diplom erwerben, diejenigen mit den besten Noten und Aussichten fortgehen. Das Resultat? Das Niveau der spezialisierten Ärzte in Griechenland ist in den letzten Jahren gefallen. Weil die Besten, welche die Kraft haben, fortzugehen versuchen. Eine große Anzahl geht nach Deutschland. Die Deutschen selbst sagen, die griechischen graduierten Ärzte zählen zu den besten Gruppen des Landes.

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Schulen in Griechenland schließen mangels Heizung

4. November 2012 / Aufrufe: 597 4 Kommentare

In Griechenland droht einer zunehmenden Anzahl von Schulen mangels Heizung die Schließung, da die zuständigen Kommunen außer Stande sind, Heizöl zu kaufen.

Im Rahmen einer außerordentlichen Versammlung des Zentralverbands der Kommunen in Griechenland (KEDE) brachten die Bürgermeister die unangenehme Gewissheit zum Ausdruck, dass abgesehen von den Schulen in Florina damit zu rechnen ist, dass in den nächsten Tagen auch weitere öffentliche Schulen und Kindergärten in Nordgriechenland in Ermangelung von Heizöl schließen werden.

Besonders Kritisch ist derzeit die Lage in Kastoria, Grevena, Edessa und anderen Gebieten, wo die Temperaturen inzwischen deutlich unter 10° C gefallen sind. Wie die Bürgermeister äußerten, wäre die letzte ihnen verbleibende Lösung, Holzöfen aufzustellen.

Das seitens des KEDE – aber auch vieler einzelner Bürgermeister – an das Finanzministerium gerichtete Verlangen, für die Schulen und Kindergärten die Heizölsteuer zu erstatten, blieb unbeantwortet. Weiter ist anzumerken, dass außer der Angleichung der Preise für Heizöl und Diesel die Mittel für den Betrieb der Schulen und die Deckung ihrer Bedürfnisse im Vergleich zu 2010 um 50% gekürzt wurden.

(Quelle: in.gr)

Jugendliche in Griechenland brechen Schule ab

27. Februar 2012 / Aufrufe: 217 Keine Kommentare

In Griechenland brechen infolge der Wirtschaftkrise immer mehr Jugendliche die Schule ab, um sich als Kellner und mit sonstigen Jobs in der Gastronomie durchzuschlagen.

Je mehr sich in Griechenland die Rezession vertieft und die Einkommen sinken, desto häufiger sind in den Schulklassen leere Bänke anzutreffen. Nach Schätzungen des Zentrums für Bildungspolitik der GSEE beläuft sich der Anteil der Schulabbrecher auf Landesebene bereits auf 14% und liegt lokal teilweise noch erheblich höher.

Laut einem Artikel der “Real News” wird der Anteil der Schulabbrecher im Raum von Attika auf 17% geschätzt. Ähnliche Verhältnisse seien auch auf Kreta und den Ionischen Inseln zu verzeichnen, wo Jugendliche anstatt auf Schulhöfen immer häufiger in Cafeterien und Restaurants anzutreffen sein, wo sie sich als Hilfskräfte anbieten, um sich ein Taschengeld zu verdienen und ihre Familien finanziell zu unterstützen.

(Quelle: Newsbeast)

Anfangsgehalt für neue Lehrer in Griechenland 575 Euro

10. Oktober 2011 / Aufrufe: 1.436 10 Kommentare

In Griechenland soll auf Basis der neuen Besoldungsordnung des öffentlichen Sektors das Anfangsgehalts eines Lehrers ohne vorherige Dienstzeit nur noch 575 Euro betragen.

Lehrer in Griechenland werden sich fortan auf breiter Basis auf “Hungerlöhne” einstellen müssen, da der Gesetzentwurf, den die griechische Regierung am vergangenen Donnerstag (06.10.2011) dem Parlament vorlegte, ihr erstes Monatsgehalt auf 660 Euro netto kürzt, während das Gehalt  ohne vorherige Dienstzeit neu eingestellter Lehrkräfte auf nur noch 575 Euro im Monat sinkt! Die Kürzung ist um so tragischer, wenn berücksichtigt wird, dass sich das Anfangsgehalt eines Lehrers im Juni 2011 noch auf 1.020 Euro belief.

Die neue Besoldungs- und Beförderungsordnung erzürnte verständlicherweise die Lehrkräfte, die dagegen protestieren, “die am schlechtesten bezahlten Staatsbediensteten nach den Verwaltungsbeamten bei den Ministerien für Verteidigung und Bildung zu sein“.

Der Verband der Lehrkräfte führte an, dass die Lehrer in den beiden letzten Jahren mit der Umsetzung des Moratoriums und des mittelfristigen volkswirtschaftlichen Rahmenprogramms schon 4 Monatsgehälter verloren haben und “in Kombination mit der unerhörten Teuerung bereits in die Verelendung geführt worden sind“. Unterdessen belagerten gestern hunderte mit Zeitverträgen angestellte Universitätsprofessoren gemeinsam mit Studenten zum zweiten Tag das Bildungsministerium in Marousi und forderten die Rücknahme des neuen Rahmengesetztes und die Einstellung von Dozenten an den Universitäten, aber auch das Einschreiten der Staatsanwaltschaft wegen der anhaltenden “Besetzungen” zahlreicher Schulen und Fakultäten an den Universitäten.

Die Lehrer beklagen ebenfalls, dass Schüler zu Dutzenden in den Zweigen zusammengepfercht werden, die aus den Zusammenlegungen von ungefähr 2.000 Schulen hervorgingen, während sich laut Informationen die Lage möglicherweise noch weiter verschlimmern wird, da das Bildungsministerium unter den neuen Umständen die Möglichkeit weiterer Zusammenlegungen zum Jahresende untersucht.

Während einerseits nach Lösungen für die Klausurperiode gesucht wird, nahmen in der Aristoteles-Universität in Thessaloniki (APTH) die Studenten das Gesetz in ihre eigenen Hände und fordern sogar auch auf gewaltsame Weise Lösungen. In den Universitäten des Landes stehen 63 Abteilungen weiterhin unter Besetzung, während der Besetzung der medizinischen Fakultät auf turbulente Weise ein Ende gesetzt wurde.

(Quelle: Vradyni / S. 11)

Sparmaßnahmen in Griechenland gefährden Schulsystem

16. August 2011 / Aufrufe: 557 7 Kommentare

In Griechenland zeichnen sich für das Schuljahr 2011 – 2012 infolge der aufgezwungenen radikalen Sparmaßnahmen katastrophale Verhältnisse in den öffentlichen Schulen ab.

Laut der Einschätzung des Staatsekretärs des Bildungsministeriums Vasilis Koulaidis “wird das kommende Schuljahr aufgrund der wirtschaftlichen Krise das schwerste Jahr seit dem Zweiten Weltkrieg sein, und während seiner Dauer werden sich große Lücken einstellen“.

Wie der Staatssekretär gegenüber der Zeitung “To Vima” erklärte, stellen das größte Problem die zu erwartenden Ausfälle bei der Besetzung der Lehrkraftstellen dar. “In diesem Jahr wird es ungefähr 600 Neueinstellungen geben, während noch gar nicht feststeht, wie viele Lehrer sich pensionieren lassen und aus dem Dienst ausscheiden werden“.

Lehrer in Griechenland quittieren scharenweise den Dienst

Es sei daran erinnert, dass im vergangenen Jahr rund 11.000 Lehrkräfte den Dienst quittierten und für das laufende Jahr mit über 12.000 Abgängen gerechnet wird, da sich die Lehrer sputen, ihre Pensionsansprüche zu sichern und aus dem öffentlichen Dienst auszuscheiden.

Erklärend ist anzumerken, dass die griechischen Lehrer scharenweise in die Pension eilen, da sich gemäß einer von dem Zentrum für Studien und Dokumentierungen (KEMETE) durchgeführten Studie ihre Einkommensverluste während der kommenden Jahre auf das Eineinhalbfache der Abfindung für den Dienstaustritt summieren werden.

Wir müssen übermenschliche Anstrengungen unternehmen, um die Lücken zu stopfen und die Versetzungen des Personals mit chirurgischer Akribie zu handhaben“, betont Staatssekretär Vasilis Koulaidis, der sich einerseits zuversichtlich zeigt, dass all dies bis zum Beginn des neuen Schuljahres geschafft werden könne, andererseits jedoch auch die Schwierigkeiten des Vorhabens eingesteht.

Angesichts der besonders geringen Anzahl der Neueinstellungen sprechen die Vertreter der Lehrkräfte von einer ungekannten Schrumpfung des Bildungswesens und gehen davon aus, dass viele Schulen zur Aufnahme des Betriebs gezwungen sein werden, ohne die notwendige Anzahl an Grund- und Oberschullehrern sichergestellt zu haben.

Der Generalsekretär der OLME Themis Kotsyfakis stimmt den Prognosen des Staatssekretärs Koulaidis darin zu, dass das kommende Schuljahr besonders schwer sein wird und erachtet, dass die Probleme ab dem ersten Moment des neuen Schuljahrs auftreten werden und sich das Werk der Lehrkräfte außerordentlich schwierig gestalten wird.

Verzögerungen bei der Auslieferung von Schulbüchern in Griechenland

Lücken wird es jedoch auch bei der Bereitstellung der Schulbücher geben, da bei dem Verlagsträger für Lehrbücher große Verzögerungen beobachtet worden sind.

Staatssekretär Koulaidis versichert, dass die Schüler die notwendigen Bücher erhalten werden, jedoch laut seiner Erklärung zu Beginn des Schuljahrs die Bücher mit dem anfänglich behandelten Lehrstoff und die übrigen Bücher im weiteren Verlauf des Schuljahres zur Auslieferung kommen werden.

Schulbeginn in Griechenland mit Protestaktionen und Streiks

Mit Beginn des neuen Schuljahrs wird es allerdings möglicherweise auch zu Problemen seitens der Lehrkräfte kommen. Am 03. August 2011 beschloss der Dachverband der Lehrer Griechenlands Dauerstreikaktionen mit Beginn des Schulbetriebs am 12. September 2011 und stimmt seine Aktionen auch mit dem Dachverband der Oberschullehrer (OLME) ab, um eine gemeinsame “Aktionsfront” zu schaffen.

Art und Dauer der Streikaktionen der Lehrkräfte sollen in Abstimmung mit der OLME, aber auch mit der ADEDY gegen Ende August 2011 endgültig bestimmt werden. In einem offenen Brief des Dachverbands der Lehrkräfte an Premierminister Jorgos Papandreou wird sogar betont, dass “die Lehrer keine weiteren Beschneidungen ihrer Gehälter ertragen und etwas derartiges einen Casus Belli darstellen werde“.

(Quelle: To Vima)

40 Gymnasiallehrer in Griechenland zu Haft auf Bewährung verurteilt

12. Januar 2011 / Aktualisiert: 16. August 2011 / Aufrufe: 310 Keine Kommentare

In Griechenland wurden 40 Gymnasiallehrer aus Giannitsa wegen Pflichtverletzung und Urkundenfälschung zu 12 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt.

Laut dem Urteil der Drei-Richter-Kammer des Strafgerichts Giannitsa akzeptierten die Lehrer während des Schuljahrs 2007/08 von drei Schülern des 2. Allgemeinen Gymnasiums in Giannitsa, an dem die verurteilten Lehrkräfte zu der in Rede stehenden Zeit Unterricht erteilten, die  fristwidrig eingereichten Unterlagen zur Rechtfertigung unentschuldigter Fehlzeiten und veränderten gleichzeitig die Noten der konkreten Schüler für das zweite Halbjahr des Schuljahres, um sie in die nächste Klasse zu versetzen.

Zusammen mit den 40 Gymnasiallehrern saßen der damalige Leiter des lokalen Schulamts sowie ebenfalls vier Ärzte aus der Präfektur Pellas und die Eltern von zwei Schülern auf der Anklagebank. Das Gericht verurteilte schließlich die Lehrer wegen der in Rede stehenden Vergehen zu je 12 Monaten Haft. Ebenso sprach es die Ärzte fallweise der Ausstellung wahrheitswidriger ärztlicher Bescheinigungen und der Anstiftung dazu schuldig und verurteilte zwei der Ärzte zu 18 Monaten Haft und die beiden übrigen Ärzte zu 29 Monaten Haft.

Weiter wurde der Leiter des Schulamts wegen Verleumdung und Beihilfe zur Pflichtverletzung zu 17 Monaten Haft verurteilt, während die Mutter einer Schülerin der Anstiftung zur Ausstellung einer gefälschten ärztlichen Bescheinigung für schuldig befunden und zu 18 Monaten Haft verurteilt wurde.

Die Angelegenheit war vor Gericht gekommen, nachdem der damalige Direktor der Schule und heutige Schulrat von Thessalien Strafanzeige erstattet hatte. Die Angeklagten stritten vor Gericht alle gegen sie erhobenen Beschuldigungen ab. Das Gericht setzte die verhängten Haftstrafen auf Bewährung aus, während die Verurteilten Widerspruch gegen das Urteil einlegten und auf freien Fuß gesetzt wurden. Gegen die verurteilten Ärzte und Lehrer sind außerdem Dienstaufsichtsverfahren anhängig.

(Quelle: in.gr  – 11.01.2011 / APE)

Rektorin in Griechenland wegen Fremdsprachenunterricht freigesprochen

23. Januar 2010 / Aktualisiert: 16. August 2011 / Aufrufe: 123 Keine Kommentare

Die Einzelrichterkammer des Strafgerichts Athen in Griechenland sprach die ehemalige Rektorin der Hauptschule 132 in Athen von der Anklage frei, Kindern von Einwanderern gesetzeswidrig Unterricht in deren Muttersprache erteilt zu haben.

Gegen die Lehrerin war ein Prozess angestrengt worden, weil sie in dem Zeitraum 2004 – 2007 ohne die erforderliche Genehmigung des zuständigen Amtes an den Nachmittagen einen Raum der Hauptschule genutzt hatte, um dort den Kindern ausländischer Einwanderer Unterricht in deren Muttersprache (Albanisch und Arabisch) zu erteilen.

Die Anzeige hatte der heutige Rektor der Schule erstattet, worauf die damalige Rektorin Stella Protonotariou an eine andere Schule versetzt worden war. Auf die Seite der Lehrerin hatten sich die Elternvereine der in Rede stehenden und anderer Hauptschulen sowie auch die gewerkschaftlichen Organisationen DOE und OLME gestellt und vor dem Gerichtsgebäude in Demonstrationen ihre Solidarität kundgetan.

Die griechische Bildungsministerin Anna Diamantopoulou drückte ihre Befriedigung über den Ausgang des Prozesses aus und merkte charakteristisch an: “Der Freispruch der Lehrerin Stella Protonotariou, welcher der Titel der Lehrerin wirklich gebührt, ist aktueller denn je, zumal die Diskussion um die Integration der Kinder von Ausländern in die griechische Gesellschaft eine der Prioritäten der Regierung darstellt. Die Rolle der Pädagogen in diesem Vorgang ist katalytisch, und der Staat steht ihm heute zur Seite.”

Ebenfalls charakteristisch ist allerdings der wieder einmal zu Tage getragene Umstand, dass auch im griechischen Bildungswesen im kleinlichen Zank um Zuständigkeitsbereiche und im Kampf um die Karriere offensichtlich kein Mittel zu schäbig ist.

Geiselnahme in der Deutschen Schule in Thessaloniki – Griechenland

3. Dezember 2009 / Aktualisiert: 16. August 2011 / Aufrufe: 92 Keine Kommentare

Ein bewaffneter 55-jähriger Mann drang am Mittwoch, dem 02. Dezember 2009, in die im Vorort Thermi der Stadt Thessaloniki in Griechenland gelegene Deutsche Schule ein und hielt vorübergehend drei Geiseln fest.

Nach Angaben der Polizei nahm der bewaffnete Täter in der Schule drei Geiseln, nämlich den Direktor der Schule, den Kassenwart und einen Lehrer. Nach 40 Minuten ließ er die Geiseln jedoch wieder frei und stellte sich etwas später der Kriminalpolizei Thessaloniki. Der Geiselnehmer hatte anfänglich ein Lösegeld in Höhe von 10 Millionen Euro verlangt.

Von Seite der Behörden wurde bekannt gegeben, dass der selbe Mann bereits zum zweiten Mal die Schule in Angst und schrecken versetzte. Im Mai 2006 war er einen Sprengstoffgürtel tragend in die Schule eingedrungen und hatte den Direktor und noch einen weiteren Angestellten entführt.

Die Schule wurde mit dem Bekanntwerden der Geiselnahme sofort evakuiert, ohne dass einer der Schüler gefährdet wurde, während in dem Gebiet starke Polizeikräfte anrückten und auch einen speziell geschulten Vermittler mitbrachten.

Der deutsche Außenminister Gido Westerwelle äußerte seine Erleichterung über den unblutigen Ausgang der Geiselnahme und bedankte sich in einer diesbezüglichen Pressemitteilung bei den griechischen Polizeikräften für die erfolgreiche Meisterung der Lage.

In Berlin war während der Dauer der Geiselnahme im Außenministerium bereits der für Sachen dieser Natur zuständige Krisenstab einberufen worden.

Pressemitteilung der Polizei

Im Rahmen seiner Mitteilung an die Presse betonte der Leiter der Kriminalpolizei Thessaloniki Dimitrios Tsaknakis, der Täter sei zur Durchführung seiner Pläne entschlossen gewesen. Bisher ist allerdings nicht bekannt, wie sich der Geiselnehmer in den Besitz der Waffen und des Sprengstoffes gebracht hat.