Warum Funds Griechenland nicht „anfassen“

17. Dezember 2018 / Aufrufe: 487

Die 3 Gründe, aus denen die internationalen Funds Griechenland nicht berühren.

In der vergangenen Woche fand die griechische Regierung sich bei den Kontakten, die ihr Wirtschaftsstab bei dem 20. Kongress „Invest in Greece“ der Capital Link in New York mit den internationalen Rating-Agenturen, großen amerikanischen Funds und internationalen Investment-Banken, mit der harten Realität der Märkte konfrontiert, welche die einzigen sind, die nun, wo Griechenland sich außerhalb von Programmen befindet, die Perspektiven des Landes und seiner Assets bestimmen werden.

Trotz des Klimas, das die griechische Regierung im Inland angesichts bevorstehender Wahlen und mit … Sponsor die Versprechung von Zuwendungen zu kultivieren versucht und dabei wegen Wachstums, bestialischer Super-Überschüsse und Rückkehr zur Normalität triumphiert, ist das, was im Ausland herrscht, völlig entgegengesetzt und gleicht allem anderen als einer Success Story.

Griechenlands Wirtschaft begegnet riesigen Herausforderungen

Trotz der seit dem „sauberen Ausgang“ (aus den Memoranden) über 100 verstrichenen Tagen ist die Problematik der Investoren gestiegen anstatt eingeschränkt zu werden, und deswegen wählen die ausländischen Funds, sich von Griechenland fernzuhalten. Evklidis Tsakalotos hatte in New York zwei Begegnungszyklen mit insgesamt 45 Investoren und die Atmosphäre war alles anderes als ruhig und beschwichtigend. Auf den griechischen Finanzminister ging ein Regen von Fragen, aber auch Warnungen wegen der von den Investoren ausgemachten drei „Minenfelder“ nieder, die auf dem Kurs des post-memorandischen Griechenlands existieren. Diese sind:

  1. Das politische Risiko angesichts der allgemeinen Wahlen des Jahres 2019.
  2. Die Gefahr der Nichtfortsetzung der Reformen und des Fehlens eines Fortschritts bei den Reformen.
  3. Die Situation der griechischen Banken, wobei Herr Tsakalotos „gezwungen“ ist, die bestehenden Beunruhigungen einzugestehen.

Die von den Investoren wahrgenommene Realität ist, dass Griechenland seit ungefähr 300 Tagen außerhalb der (Finanz-) Märkte geblieben ist und dies nicht nur an den Unruhen wegen Italiens, sondern auch an den riesigen Herausforderungen liegt, mit denen die griechische Wirtschaft konfrontiert ist.

Die Funds sehen, dass das von der griechischen Regierung erzielte Wachstum nicht auf einem Anstieg der Produktivität, sondern auf einer – die Gewinne aus den Exporten erstickenden – Explosion der Importe, der investiven Untätigkeit und dem Zahlungsstopp beruht, da der Staat einfach … aufhörte, Geld für Verbindlichkeiten, Investitionen und andere Verpflichtungen auszugeben, während die Überschüsse aus einem Zahlungsstopp und aus der Einfrierung der Ausgaben und der Investitionen entstehen.

Und all dies, während wir uns auf ein besonders schwieriges internationales Umfeld im Jahr 2019 vorbereiten, wobei die Signale bezüglich einer anstehenden Rezession in den USA bereits lautstark präsent geworden sind, damit die Märkte und Investoren erschütternd.

Politisches Risiko in Griechenland

Was den „Capital.gr“ vorliegenden Informationen zufolge in New York vorherrschte, war ein Klima einer großen und (im Verhältnis zum Vorjahr) sogar gestiegenen Zurückhaltung gegenüber Griechenland. Obwohl die ausländischen Funds anerkennen, dass das Land signifikante Schritte eines Fortschritts gemacht hat, sehen sie in diesem Moment jedoch keinen Grund, ihr Engagement in griechische Anleihen und Aktien zu steigern. Ins Visier ist inzwischen das politische Risiko geraten, und zwar sowohl hinsichtlich der Auswirkung der Versprechungen von Zuwendungen auf die Finanzen des Landes als auch in Bezug darauf, welcher der Kurs Griechenlands unter den verschiedenen Wahlszenarien sein wird.

Wie ein Konferenzteilnehmer charakteristisch anmerkte, „was wir abgesehen von den Entwicklungen rund um die Herausforderungen, mit denen der griechische Bankensektor konfrontiert ist, momentan zu erfahren verlangen, ist das Timing der Wahlen. Das Jahr 2019 wird für die griechische Regierung ein Wettlauf zwischen der Anziehung von Investoren oder der Anziehung von Wählern sein, wobei höchstwahrscheinlich letzteres in der Agenda des Regierungsstabs vorherrschen wird.“

„Alarmglocke“ wegen Reformen in Griechenland

Heftig sind im Umfeld der Investoren auch die Zweifel daran, inwieweit der in Griechenland stattgefundene Fortschritt weiterzugehen vermag. Bei den mit Amtsträgern der griechischen Regierung, aber auch Führungskräften griechischer Firmen und Banken gehabten Kontakten betonten die Funds die dringende Notwendigkeit, dass es eine Fortsetzung der Reformen und einen Fortschritt an der Front der Privatisierungen gibt. Dies stellt einen signifikanten Part der Nachdenklichkeit der Investoren dar, die einen möglichen „Rückzug“ auf diesen für den Aufschwung der Wirtschaft entscheidenden Sektoren befürchten.

Wie außerdem auch Giannis Charizopoulos, Partner der McKinsey & Company Greece, bei einem Podium über die Investitionen in Griechenland betonte, begegnet das Land, obwohl es eine sehr signifikante fiskalische Angleichung zu erreichen schaffte, immer noch einer Reihe von Herausforderungen, die seinen post-memorandischen Kurs verwundbar machen. In diesem Rahmen bezog er sich auf eine Reihe systemischer und struktureller Schwächen der griechischen Wirtschaft und vertrat dabei, die Fortsetzung der Reformen sei notwendig, damit die Wachstumsmöglichkeiten des Landes freigesetzt werden, die sein Rückkehr zu einem tragfähigen und stabilen wirtschaftlichen Aufschwung gewährleisten.

Elena Duggar, stellvertretende Generaldirektorin bei Moody’s, betont, obwohl der Kurs Griechenlands sich verbessert habe, existieren in der Wirtschaft immer noch signifikante Hindernisse wie die niedrigen Spar-Indizes, das Fehlen von Investitionen sowie auch die hohe Verschuldung.

Wer an dem Kongress in New York teilnahm

Es ist anzumerken wert, dass bei dem Kongress 140 Einzelbegegnungen börsennotierter und nicht notierter Firmen mit ausländischen Investoren erfolgten, während unter den Funds, mit denen sich Herr Tsakalotos traf, Paulson & Co., Alliancebernstein’s Emerging Markets Growth Products, Bluecrest, Capstone Partners, Caspian Capital, Clearbridge Investments, Colt Capital, CVC Capital Partners Advisory, Fidelity Investments, Fred Alger Management, Gagnon Securities, Gamut Capital Management, Greylock Capital, Hayman, Hudson Bay Capital, Knighthead, Lepercq, Monarch Holdings, Oaktree Capital Management, Serengeti, State Street Global Advisors, Tiaa, Waterwheel Capital, Weiss Asset Management waren.

Die „Last“ der NPLs

Was die Banken betrifft, stellen die „roten“ Kredite für die Investoren weiterhin eine riesige Beunruhigungsquelle dar. Wie bei dem Kongress sprechend auch Herr Tsakalotos charakteristisch erklärte, „haben die Investoren diverse Beunruhigungen wegen der Banken und erörtern die Initiativen, welche die Regierung ergreifen wird und der private Sektor ergreift„, und unterstrich dabei somit den grundsätzliche Anlass, aus dem die griechische Börse seit mehr als sieben Monaten mit ihrer, aber auch der „in die Knie“ gegangenen Kapitalisierung der vier griechischen systemischen Banken „torkelt“, während die – abgesehen von einigen … Intermezzos – sehr niedrigen Umsätze einen Beweis für das sehr niedrige Interesse an Investitionen in griechische Assets darstellen.

Obwohl die griechischen Bankiers mittels ihrer Vorträge bei der Konferenz rund um das Thema eine Note von Zuversicht gaben und unterstrichen, in zwei Jahren ab jetzt werde es dieses Problem nicht mehr geben, bleibt in dem Moment, wo es immer noch Zweifel rund um die vorgeschlagenen Lösungen – also die Pläne der Griechen Bank und der FSF – gibt, die Zurückhaltung der Investoren dennoch bestehen. Wie Julien Petit, Generaldirektor der Goldman Sachs, bei dem Kongress anmerkte, „haben die griechischen Banken in den letzten drei Jahren bei der Bewältigung der chronischen Herausforderungen der Branche einen signifikanten Fortschritt verzeichnet, werden jedoch auf sehr viel niedrigen Niveaus der Rekapitalisierung des Jahres 2015 gehandelt. Während die Banken die NPEs handhaben, hat Priorität zu haben, dass ihnen weitere Mittel zur Bewältigung der Probleme gegeben werden, die sich aus der Vergangenheit kumuliert haben. Nur dies wird ihnen erlauben, ihre Aufmerksamkeit auf die Stützung des wirtschaftlichen Aufschwungs zu konzentrieren.“

Was den Plan der Griechischen Bank bezüglich der „roten“ Kredite betrifft, wurde bei einer jüngst erfolgten Konferenz der Goldman Sachs betont, dass dieser sich noch in einem sehr frühen Stadium befinde, wobei die griechischen Banken anführen, der SSM habe Vorbehalte hinsichtlich des SPV (40 Mrd. Euro) geäußert, während gesagt wurde, der Vortrag der ausgesetzten Steuerforderungen könne eine staatliche Stützung (Subventionierung) darstellen.

Strenge Signale bezüglich der griechischen Anleihen

Die Botschaften sowohl bezüglich der griechischen Anleihen als auch des Marktgangs Griechenlands waren zurückhaltend. Wie betont wurde, wird erwartet, dass die seit Monaten auf den Märkten existierende Instabilität sich fortsetzen wird, wobei die Märkte offen sein werden, jedoch nicht für alle. Lautstark war das „Signal“, für Griechenland sei ein neuer Marktgang erforderlich, damit das investive Vertrauen zurückkehre.

„Spitz“ war die Warnung des ehemaligen Vertreters des IWF in Griechenland Bob Traa, der betonte, die erste post-memorandische Bewertung Griechenlands sei voll von „Alarmsignalen“, die zeigen, dass die Zusagen rund um den „sauberen Ausgang“ (aus den Memoranden) auf einer De-minimis-Basis tangiert werden anstatt starke Vertrauensanker zu schaffen. Die Märkte sehen all dies und deswegen sinken die griechischen Spreads nicht. „Griechenland braucht einen Plan“, betonte er charakteristisch.

Apostolos Gkoutzinis, Partner bei Milbank, Tweed, Hadley & McCloy LLP, führte an, die heftige Instabilität und die ungünstigen Marktbedingungen sein zurückgekehrt und stellen laut allen erfahrenen Analytikern keine vorübergehenden Phänomene dar, sondern werden voraussichtlich andauern. Obwohl der Aktien- und Anleihenmarkt weiterhin Gelegenheit hohen Niveaus bietet, bleibt er selektiv, wobei die Kapitalkosten parallel steigen. Das Regime günstiger Marktbedingungen der letzten Jahre nach der Wirtschaftskrise ist mittlerweile vorbei. Die Märkte sind zwar offen, jedoch nicht für alle, und zweifellos nicht ohne Kosten.

Laut Silvia Ardagna, einer höheren Ökonomin der Goldman Sachs für die Länder der Peripherie der Eurozone, bleibt die Gefahr rund um die Entwicklungen in Italien signifikant, wo sich die Lage verschlimmern wird um im weiteren Verlauf besser zu werden.

Turbulenzen und Herausforderungen werden sich 2019 fortsetzen

Die griechischen Staatsanleihen zeigten während der Dauer des Jahres eine signifikante Schwankung und zeigten damit eine große Wechselbeziehung zu der Schwächung der Schwellenmärkte, wie Herr Konstaninos Wasiliou, stellvertretender geschäftsführender Vorstand für Konzern-Bankunternehmungen und Investment-Banking der Eurobank anmerkte. Wie er betonte, gestatteten trotz des Ausgangs Griechenlands aus dem Finanzprogramm (sprich „Memorandum“) die Marktumstände nicht die Auflage einer Anleihe, deren Emission für 2019 erwartet und für erforderlich gehalten wird, damit das Vertrauen in die staatlichen Anleihen wiederhergestellt wird.

Bei der Konferenz wurde ebenfalls betont, eine Deeskalierung der griechischen Spreads werde es nur geben werde, wenn es eine Fortsetzung bei den Reformen und einen signifikanten Fortschritt an der Front der „roten“ Kredite der griechischen Banken geben wird. Wie unterstrichen wurde, wird es eine parallele Unterstützung geben, wenn die Beschränkungen auf Ebene der staatlichen Anleihen aufgehoben werden, welche die griechischen Banken halten können, welches Thema von griechischer Seite auch bei der Konferenz des IWF im Oktober auf Bali gestellt wurde. 2015 setzte die EZB eine Höchstgrenze bei dem Betrag griechischer Anleihen, welche die Banken halten können, der an den Betrag der griechischen Anleihen gekoppelt war, welche die Banken in jenem Moment inne hatten. Angesichts des Umstands, dass das Land außerhalb der QE ist, brachte die griechische Seite auf den Tisch, dass sie mehr griechische Anleihen kaufen.

Wie Giulio Baratta – Leiter für Anleihenkäufe bei der BNP Paribas – anmerkte, werden die Turbulenzen und Herausforderungen sich auch in dem kommenden Jahr fortsetzen, während Philip Brown – Generaldirektor der Citi – betonte, dass, wenn es einen Fortschritt bei den strukturellen Reformen und in dem Thema der nicht bedienten Kredite der griechischen Banken gebe, es einen Spielraum für einen guten Verlauf bei den griechischen Staatsanleihen geben werde, und zwar insbesondere, wenn die Höchstgrenze für die Beteiligung der inländischen Banken aufgehoben werden wird.

(Quelle: capital.gr, Autorin: Eleftheria Kourtali)

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