Neuer Pfändungsrekord in Griechenland

3. Dezember 2018 / Aufrufe: 522
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Die Zwangsbeitreibungsmaßnahmen des Fiskus in Griechenland erreichten im September 2018 einen neuen Rekordstand.

Griechenlands Wirtschaft mag sich in einer zaghaften Phase eines Aufschwungs befinden, die Regierung mag behaupten, es haben die ersten Steuerminderungen begonnen, für die Steuerpflichtigen scheint die Lage sich jedoch nicht verbessert zu haben.

Die Angaben der Steuerverwaltung zeigen alles andere als eine Verbesserung für die Situation der Steuerzahler und ihren Kampf gegen die Überbesteuerung. Die Anzahl der Steuerpflichtigen, gegen die Zwangsbeitreibungsmaßnahmen verhängt werden, nimmt Monat für Monat zu und erreichte im September 2018 einen neuen Rekordstand.

1 von 7 Steuerpflichtigen steht auf der schwarzen Liste des Finanzamts

Spezieller erreichte die Anzahl der Steuerpflichtigen, gegen die Pfändungen verhängt worden sind, im September 1.148.583 und zeigte damit im Verhältnis zu August 2018 eine Zunahme um 5.275. Und wenn dieser Anstieg gering erscheint, reicht zu berücksichtigen aus, dass diese Anzahl im Verhältnis zu Ende 2015 um 453.509 zugenommen hat!

Und so sehr auch dieser Anstieg auf die Verbesserung der Funktionen der Steuerverwaltung zur Verhängung der Zwangsbeitreibungsmaßnahmen zurückzuführen sein mag, ist sicher, dass er auch auf dem dramatischen Anstieg der Besteuerung beruht, da dies das Hauptinstrument war, dessen die Regierung sich zur Erreichung der fiskalischen Zielvorgaben bediente anstatt die öffentlichen Ausgaben zu reduzieren.

Die Anzahl der in Griechenland mittlerweile unter der Last der Pfändungen lebenden Steuerzahler ist dramatisch, da die Anzahl der Steuerpflichtigen sich auf insgesamt ungefähr 7,5 Millionen beläuft. Anders gesagt ist praktisch einer von sieben Steuerpflichtigen auf die schwarze Liste des Finanzamts gesetzt worden und lebt unter der Last der Pfändungen, wie es allem Voran die Blockierungen seiner Bankkonten sind.

Die Zwangsbeitreibungsmaßnahmen des Fiskus in Griechenland

Die von der Steuerverwaltung verhängten Zwangsbeitreibungsmaßnahmen umfassen:

  • Pfändung von Guthaben auf den Bankkonten des Schuldners, bei einem Pfändungsfreibetrag von 1.250 Euro für einziges (Gehalts- / Renten-) Konto, das per Taxisnet zu deklarieren ist. (Hinweis: Dieser Freibetrag gilt nur für von dem Fiskus, jedoch nicht für von anderen Gläubigern betriebene Pfändungen!)
  • Pfändung von Gehälter und Renten. Es gilt ein Pfändungsfreibetrag von 1.000 Euro monatlich. Darüber hinausgehende Beträge werden bis 1.500 Euro zu 50% und ab über 1.500 Euro zu 100% gepfändet.
  • Pfändung von Immobilien des Schuldners und Veräußerung per Zwangsversteigerung.
  • Pfändung von Einkommen des Schuldners in Händen Dritter, wie es Mieten und Forderungen an Kunden sind.

(Quelle: capital.gr)

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