Wann in Griechenland Verdacht auf Geldwäsche entsteht

8. November 2018 / Aufrufe: 2
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14 konkrete Fälle, in denen in Griechenland diverse Transaktionen wegen eines indizierten Verdachts auf Schwarzgeldwäsche ins Mikroskop der AADE geraten.

Eine Liste mit möglichen Anzeichen dafür, dass jemand in die Wäsche von Schwarzgeld verwickelt ist, aber auch andere Anweisungen umfasst die Präsentation, die der Leiter der sogenannten „Unabhängigen Behörde für Öffentliche Einnahmen“ (AADE), Giorgos Pitsilis, vor Vertretern – wie Buchhaltern, Steuertechnikern und Immobilienmaklern – von Trägern abhielt, die in in Griechenland das Prozedere der Kontrolle und Bekämpfung der Praktiken zur Legalisierung von Einnahmen aus illegalen Aktivitäten involviert sind.

Buchhalter, Makler und Händler werden das Sieb der AADE während der Kontrollen durchlaufen, die sie ab 2019 wegen der Geldwäsche auf Basis des neuen Gesetzes zu beginnen plant.

Griechenland spannt Buchhalter, Makler und Händler als Denunzianten ein

Bis zum 15 November 2018 haben alle von der Unabhängigen Behörde für Öffentliche Einnahmen (AADE) wegen möglicher Geldwäsche beaufsichtigten Träger dieser ihre Anmerkungen und Fragen in Zusammenhang mit allen bezüglich des neuen Gesetzes ergangenen Beschlüssen und Runderlassen zuzuschicken. Ebenso haben die Träger ihre Mitglieder in den Außenbezirken zu informieren, wozu auch die AADE mit der Entsendung von Beamtenteams beitragen wird. Weiter haben sie einen Vertreter von ihnen zu bestimmen, der mit den zuständigen Beamten der AADE kooperieren und kommunizieren wird.

All dies verlangte der Leiter der AADE, Giorgos Pitsilis von den Vertretern der Träger, mit denen er am 05 November 2018 ein Treffen hatte um sie über das neue griechische Geldwäschegesetz und die mit diesem etablierten Verpflichtungen zu informieren.

Giorgos Pitsilis betonte in seinem Vortrag, die Träger haben die Präventionsmaßnahmen einzuhalten, die Berichte an die Behörden zu schicken, Archive und Daten aufzubewahren und die vorgesehenen Verfahren zu befolgen. Informationen zufolge wird bis Ende 2018 das Prozedere der Informierung aller involvierten Träger über ihre Pflichten hinsichtlich der Geldwäschekontrollen durch die AADE vollendet werden, während ab 2019 die Kontrollen der Behörde bei Buchhaltern, Maklern und Händlern beginnen werden, damit festgestellt wird, ob sie die Bestimmungen der Gesetzgebung einhalten. Anderenfalls werden die Verpflichteten Geldstrafen von bis zu 1 Mio. Euro, aber auch Haftstrafen begegnen.

Maßnahmen zur Bekämpfung der Geldwäsche in Griechenland

Gemäß der von Giorgos Pitsilis den Vertretern der Träger vorgeführten Präsentation sind die vor jeder Transaktion zu ergreifenden Maßnahmen folgende:

  1. Feststellung der Identität des Kunden.
  2. Feststellung der Identität des wirklichen Berechtigten.
  3. Bewertung und analog zu dem Fall Sammlung von Informationen über den Gegenstand und den Zweck der unternehmerischen Beziehung.
  4. Ausübung einer stetigen Aufsicht hinsichtlich der unternehmerischen Beziehung, bei kontinuierlicher Prüfung der während deren Dauer verwirklichten Transaktionen.
  5. Führung aktueller Unterlagen, Daten oder Informationen.
  6. Verweigerung eines Abschlusses der Transaktion im Fall eines Unvermögens, sich nach den Ansprüchen einer angemessenen Sorgfalt hinsichtlich des Kunden zu richten.

14 Merkmale in Griechenland per se verdächtiger Transaktionen

Den Vertretern der besagten Träger wurden ebenfalls die einer Geldwäsche verdächtigen Transaktionen gezeigt, die folgende sind:

  • Abgeneigtheit des Kunden, bei Abschluss der Transaktion die Vorgesehenen Unterlagen zur Verifizierung seiner Identität beizubringen.
  • Ein Vertreter einer juristischen Person, der für Rechnung der juristischen Person eine Transaktion zu verwirklichen versucht, weigert sich, die vorgesehenen Unterlagen zur Bescheinigung und Verifizierung der Identität der juristischen Person zu geben.
  • Beharren des Kunden, Transaktionen großen Wertes in bar durchzuführen und zu bezahlen.
  • Es wird ein persönliches Konto des Eigentümers oder Angestellten einer Firma anstatt des Firmenkontos für die Durchführung von Transaktionen der Firma genutzt, zwecks Verheimlichung von Verkäufen oder anderen Firmenereignissen.
  • Es werden Käufe von Gütern großen Wertes – wie Freizeitboote, Luxusfahrzeuge oder Kunstwerke – durch Personen verwirklicht, die in einem Gebiet für Offshore-Aktivitäten oder einem Land mit niedriger Besteuerung niedergelassen sind, deren wirklicher Berechtigter eine natürliche mit einem deklarierten Einkommen ist, das diese Käufe nicht rechtfertigt.
  • Ein Rechtsanwalt scheint für Transaktionen durch ihn vertretener natürlicher oder juristischer Personen persönliche Konten von ihm zu nutzen.
  • Ungewöhnliche Nervosität im Verhalten von Personen bei der Durchführung einer Transaktion.
  • Wiederholte gleichartige Transaktionen über Beträge knapp unter der Mindestgrenze, bezüglich derer die Anwendung gebührender Sorgfalt gefordert wird.
  • Nicht aus seiner beruflichen Aktivität gerechtfertigte häufige Änderung der Anschrift des Kunden.
  • Fälle von Kunden, deren Erscheinung und Verhalten sich stetig ändert und auf eine Änderung ihres Lebensstandards hinweist.
  • Das private Telefon des Kunden oder das Telefon seines Unternehmens ist deaktiviert.
  • Das Bestehen eines Verdachts oder die Feststellung der Gründung fiktiver Unternehmen durch den Kunden.
  • Eine Immobilientransaktion scheint verwirklicht worden zu sein, ohne dass die gesetzlich erforderliche Form eingehalten wurde, z. B. mit einem privatschriftlichen Vertrag.
  • Aus dem in dem Übertragungsvertrag angeführten Angaben zu der Immobilie geht hervor, dass die Immobilie erst vor sehr kurzer Zeit in das Eigentum des Verkäufers gelangt war (aufeinanderfolgende Immobilientransaktionen).

Sanktionen des neuen Geldwäschegesetzes in Griechenland

Die gesetzlich vorgesehenen strafrechtlichen Sanktionen sind folgende:

  • Bis zu zwei Jahren Haft in Fällen einer:
    1. Unterlassung der Meldung einer verdächtigen oder ungewöhnlichen Transaktion.
    2. Darstellung unwahrer oder irreführender Angaben.

Die Verwaltungssanktionen für juristische Personen sind folgende:

  1. Geldstrafe zu Lasten der juristischen Person oder Körperschaft von bis zu einer Million Euro.
  2. Geldstrafe zu Lasten des Vorstand, des geschäftsführenden Vorstand, der leitenden Funktionäre oder anderer Bediensteter der juristischen Person oder Körperschaft von bis zu einer Million Euro.
  3. Entfernung der vorstehenden Personen aus ihrer Position.
  4. Öffentliche Bekanntmachung, welche die juristische Person oder Körperschaft und die Natur des Vergehens anführt.
  5. Endgültiges Verbot der Ausübung gewisser Aktivitäten der juristischen Person oder Körperschaft.
  6. Endgültige oder vorläufige Widerrufung oder Aussetzung für einen konkreten Zeitraum der Betriebserlaubnis der juristischen Person oder Körperschaft oder Verbot der unternehmerischen Aktivität.

Die Verwaltungssanktionen für die natürlichen Personen sind folgende:

  1. Geldstrafe von bis zu einer Million Euro.
  2. Öffentliche Bekanntmachung, welche die natürliche Person und die Natur des Vergehens anführt.
  3. Endgültiges Verbot der Ausübung gewisser Aktivitäten der juristischen Person oder Körperschaft.

Die Beschlüsse zur Verhängung der Sanktionen werden, wenn sie rechtskräftig werden, mittels ihrer Einstellung für einen Zeitraum von fünf Jahren auf der offiziellen Internetpräsenz der zuständigen Aufsichtsbehörde publiziert.

(Quelle: dikaiologitika.gr)

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