Griechenland fällt in alte Gewohnheiten zurück

10. November 2018 / Aufrufe: 642

In ein Wahlkampfjahr eintretend scheint Griechenland zu zeigen, diverse alte schlechte Gewohnheiten nicht vergessen zu haben.

Griechenland kam aus dem 3. Programm heraus, dabei ungefähr 25% seines Wirtschaftsprodukt verloren habend. Nachdem es nun praktisch in ein Wahlkampfjahr eintritt, zeigt es jedoch, diverse alte schlechte Gewohnheiten nicht vergessen zu haben.

Wenn die Familien Kanellopoulou und Papalexopoulou beschließen, den Sitz der Titan aus Griechenland ins Ausland zu verlegen, was nicht einmal in Kriegsperioden geschehen war, und zwei große Unternehmerfamilien des Landes sich benehmen als ob sie sich in einer Bananenrepublik befänden, bedeutet dies, dass wir die ‚letzten Tage Pompejis‘ durchleben„, meinte jüngst ein Marktfunktionär (eines Funds) zu uns.

In Griechenland stehen die Zeichen nicht gut …

Auch wenn wir seine vorstehende Bemerkungen richtig finden, teilen wir persönlich seine Schlussfolgerung nicht. Anders gesagt, wir glauben nicht, dass wir die letzten Tage Pompejis durchleben. Wir schulden zu viel, auf dass uns die Gläubiger den Beatmungsschlauch herausziehen, zumindest solange wir kooperieren und ihre eigene Rechnung nicht ansteigt.

Es ist jedoch wahrscheinlich, dass wir innerhalb weniger – z. B. drei, vier – Jahre wieder in einen Teufelskreis eintreten, wenn die jeweilige Regierung und die traditionell Druck ausübenden Berufsgruppen auf ihr parteiliches und berufliches Interesse bedacht agieren. Und leider stehen die Zeichen nicht gut, obwohl gerade einmal ungefähr zwei Monaten seit dem August 2018 hinter uns liegen, in dem wir aus dem 3. Memorandum herauskamen.

Unter den das Tagesgeschehen beherrschenden Themen ist die potenzielle Erstattung von Mrd. Euro für rückwirkende Zahlungen an Rentner, wobei jene, welche die höheren Renten beziehen, die am meisten Profitierenden sind. Ebenfalls die rückwirkende Zahlung von 800 Mio. Euro und mehr an die Sonderbesoldeten (Uniformträger, Hochschuldozenten, Justizangestellte usw.) im Dezember 2018, und es kommt mehr nach, z. B. Mietbeihilfen usw. Auch gaben erst jüngst Regierungsmehrheit und Nea Dimokratia (ND) einer Novelle statt, damit den Bediensteten des Finanzministeriums mehr Geld gegeben wird.

Ungeheure Umverteilung von Reichtum mittels des Staats

Uns ist bekannt, dass Rede und Gegenrede wollen, dass einerseits in Umsetzung gerichtlicher Urteile die Gelder gezahlt werden und andererseits alles in Abstimmung mit den Gläubiger geschieht. Das ist richtig, obwohl man sich logischerweise fragen mag, wie moralisch und wirtschaftlich korrekt es ist, dass eine Gruppe über die Gehälter und Renten entscheidet, die sie beziehen wird.

Es ändert jedoch nicht die Tatsachen. Was stattfindet und sich zuspitzt, ist eine ungeheure Umverteilung von Reichtum mittels des Staats von den übrigen aktiv Beschäftigten und Versicherten an die Begünstigten (Zahlungsempfänger). Und all dies in einem Land, wo jeder Beschäftigte arbeitet um 2,6 Personen, die nicht arbeiten, wie z. B. Arbeitslose, Kinder, Rentner usw. zu finanzieren.

Die Analogie ist noch schlimmer, wenn wir bei den aktiv Beschäftigten nicht die von den Rückzahlungen aus dem Staatshaushalt Begünstigten nicht einbeziehen. Dann entspricht jedem solchen Beschäftigten die Finanzierung von 2,9 Personen. Wenn wir sogar der Methodologie des Mises Instituts folgen (es zieht die öffentlichen Bediensteten ab), „füttert“ in Griechenland jeder Beschäftigte etwa 6 andere.

Möglicherweise erlebt Griechenland wirklich die „letzten Tage Pompejis“

Zweifellos streben alle Regierungen in einem Wahlkampfjahr ihre Wiederwahl an und jeder Haushalt und jede Berufsgruppe möchte ihre Lage verbessern. Alls das ist statthaft, jedoch muss es eine Grenze geben.

Mit der großen Umverteilung von Mitteln von den aktiv Beschäftigten an die übrige griechische Bevölkerung mittels gerichtlicher und politischer Beschlüsse werden vielleicht Stimmen und Zeit gewonnen. Sie ist jedoch mittelfristig keine tragfähige Politik und verstärkt die Möglichkeiten, dass besagter Funktionär des Funds bezüglich Pompejis Recht behalten wird.

(Quelle: euro2day.gr)

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