Griechenlands Marktgang wird schwierig

2. Oktober 2018 / Aufrufe: 2
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Die Entwicklungen auf den internationalen Finanzmärkten lassen den geplanten Marktgang Griechenlands immer schwieriger erscheinen.

Selbst wenn Griechenland alles richtig macht, wird es sich auf den Finanzmärkten kein Geld zu befriedigenden Zinssätzen leihen können, wenn sich die Liquidität von den europäischen Rentenmärken verflüchtigt.

Wer mit Fondsmanagern über die europäischen Wertpapiere spricht, wird sie ihre Nachdenklichkeit über die Verschlechterung der Liquiditätsverhältnisse auf dem konkreten Markt zum Ausdruck bringen hören. Dies äußert sich üblicherweise mit dem Rückgang des Volumens der Transaktionen, was wiederum die Ausführung großer Orders von den Fonds usw. behindert.

Die USA sammeln das Geld ein

Der Anstieg der amerikanischen Interventionszinssätze seitens des sogenannten „Federal Reserve System“ (Fed), der die „Fed Rate“ in die Bandbreite von 2% – 2,25% gebracht hat, und die Aussicht auf die neuen Erhöhungen in den kommenden Quartalen haben die Schere zwischen diesen und den Euro-Zinssätzen geöffnet. Die konkrete Entwicklung begünstigt den Dollar, der an Boden gewonnen und dabei Turbulenzen bei den Schwellenmärkten hervorgerufen hat, zu denen auch Griechenland zählt.

Ereignisse wie die Handelsgeplänkel der USA mit China und anderen Ländern machen die Dinge nicht besser, weil die Investoren in Fällen gesteigerter Ungewissheit nach einer sicheren Zuflucht suchen. Die Verhängung von 10%igen Zöllen auf in die USA importierte chinesische Produkte im Wert von 200 Mrd. Dollar zeigt eine Verschlechterung an der konkreten Front, und das verstärkt die Ungewissheit auf den Märkten.

Diese Züge begünstigen nicht die Übernahme eines Risikos seitens der Fonds und allgemein der institutionellen Portefeuilles, sondern Platzierungen mit einem geringeren Risiko. Unter diesem Aspekt ist in ihren Augen der amerikanische Finanzmarkt äußerst interessant und attraktiv, weil er im Verhältnis zum Euro vergleichsweise höhere und im Vergleich zu den amerikanischen Staatsanleihen recht gute Zinsen bietet. Der 3-Monats-Referenzzinssatz LIBOR befand sich beim Dollar am 27 September 2019 bei 2,38% – gegenüber 0,319% des 3-Monats-Zinssatzes EURIBOR auf dem Interbanken-Markt.

Griechenlands Hoffnungen auf attraktive Zinssätze schwinden

Auf der anderen Seite könnte man vielleicht vertreten, die realen amerikanischen Zinssätze seien negativ, da die Inflationsrate im Verhältnis zu den nominalen Dollar-Zinssätzen höher ist. Die Prognosen wollen jedoch, dass einerseits die realen amerikanischen Zinssätze in den kommenden Quartalen in positive umschlagen und sie andererseits über den realen Zinssätzen anderer Länder liegen werden.

Die weitgehend unbemerkt passierten obigen Entwicklungen führen zu zwei Dingen.

  • Erstens zu (Kapital-) Abflüssen von Europa zu den USA, was zum Resultat hat, dass die Liquiditätsbedingungen auf den europäischen Märkten weniger günstig werden.
  • Zweitens zu einer möglichen Wende von den waghalsigen Platzierungen (wie beispielsweise Aktien und sekundär Anleihen) zu sichereren Produkten des Finanzmarkts mit den relativ hohen Zinssätzen.

All dies schafft nicht die bestmöglichen Verhältnisse für einen Zugang Griechenlands zu den Finanzmärkten bei attrativen Zinssätzen.

(Quelle: euro2day.gr)

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