Griechenlands geschasster Außenminister schlägt zurück

21. Oktober 2018 / Aufrufe: 695

Der ehemalige Außenminister Griechenlands droht, geheime Mittel anderer Ministerien ans Licht zu bringen.

Nachdem Nikos Kotzias am 17 November 2018 brüskiert das Amt des Außenministers Griechenlands niederlegte, nimmt er nun Verteidigungsminister Panos Kammenos und den Staatsminister und Regierungssprecher Dimitris Tzanakopoulos unter Beschuss und droht, die geheimen Posten anderer Ministerien ans Licht zu bringen.

Aus dem „Maximou“ (gemeint ist der Regierungssitz)  wird in einer imposanten Wendung zwecks Beruhigung der Gemüter versucht, den Anlass für Nikos Kotzias‘ Rücktritt auf persönliche und nicht politische Gründe zu verlagern. Es herrscht jedoch eine allgemeine Beunruhigung hinsichtlich der nächsten Züge, aber auch einer eventuellen … Revanche seitens des ehemaligen Außenministers mit Enthüllungen.

Kotzias droht Initiativen mit anderen Abgeordneten und Parteien an

Jedenfalls gab Nikos Kotzias seiner Kollision mit dem Maximou nach der Sitzung des Politbüros der Bewegung „PRATTO“ eine Fortsetzung. Der ehemalige Minister verlangte, sein Rücktrittsschreiben an die Öffentlichkeit zu geben, und attackierte sowohl Dimitris Tzanakopoulos als auch Panos Kammenos. Weiter vertrat er, sich gegen den „Kanal gezielter Verlautbarungen“ bezüglich der geheimen Finanzmittel des Außenministeriums wenden zu werden, und äußerte, dass es sich nicht einmal um viel Geld handelt, diese Poszen jedoch zusätzlich von einem Ausschuss höchster Diplomaten und im weiteren Verlauf von dem Parlament kontrolliert werden.

Herr Kotzias warnte, damit sogar indirekt eine Botschaft an Verteidigungsminister Panos Kammenos schickend, zusammen mit anderen Abgeordneten oder auch anderen Parteien Initiativen ergreifen zu werden, damit die korrekte oder nicht Verwendung geheimer Posten veröffentlicht wird, die andere Ministerien haben. Ebenfalls brachte er seine Verärgerung über die Verlautbarungen zum Ausdruck, welche die Steuerung von Posten des Außenministeriums zeigen. „Leider ziehen sie alles in den Schmutz„, meinte er charakteristisch.

Ebenfalls verwiesen mit Herrn Kotzias sympathisierende Quellen auf den Vortrag, den er am 22 Oktober 2018 bei der Handelskammer Heraklion / Kreta geben wird, und merkten an, dort werde er „seine Karten offenlegen„. Der ehemalige Außenminister verbarg nicht seine Verbitterung über die vorgestrige Entwicklung, die ihn aus dem „Regierungszug“ vertrieb, und sagte zu den draußen auf ihn wartenden Journalisten: „Wir trafen eine Vereinbarung mit der Ehemaligen Jugoslawischen Republik Mazedoniens (FYROM) und ich wurde ehemaliger Minister.

„Brodeln“ in der SYRIZA: der falsche Minister wurde geschasst

Auf eine Frage, welche seine nächsten Züge sein werden, antwortete Nikos Kotzias, „das werden wir nun kollektiv diskutieren„. Es sei in Erinnerung gerufen, dass zu der Bewegung „Pratto“ Herr Kotzias und die Abgeordnete Georgia Gennia des Wahlkreises Piräus zählen. Zur selben Stunde wird im Megaro Maximou eine Wartehaltung beibehalten, wobei die SYRIZA „kocht“, da in der Partei erachtet wird, es sei der falsche Minister „gefressen“ worden, während die große Kollision der Koumoundouro (gemeint ist die Parteizentrale der Nea Dimokratia / ND) mit Panos Kammenos andauert.

In diesem Klima erachteten Dimitris Tzanakopoulos und Panos Skourletis die Herrn Kotzias zu seinem Rücktritt geführten Gründe als unverständlich und fügten an, für Alexis Tsipras habe es nie ein Dilemma der Art „Kammenos oder Kotzias“ gegeben. Beispielsweise merkte SYRIZA-Sekretär Panos Skourletis an, „ich würde die Gründe für den Rücktritt des Herrn Kotzias verstehen, wenn es diverse Anzeichen für einen Haltungswechsel seitens der Regierung in der Vereinbarung von Prespes (sprich in dem Thema um die FYROM) gäbe, jedoch trifft hier genau das Gegenteil zu„.

(Quelle: dimokratianews.gr)

Der Vollständigkeit halber sei in Erinnerung gerufen, dass Nikos Kotzias das Amt des Außenministers niederzulegen beschloss, nachdem bei der letzten Kabinettssitzung der Verteidigungsminister und Koalitionspartner Panos Kammenos intransparente geheime Geldflüsse im Außenministerium monierte und Nikos Kotzias nicht die erwartete Deckung von Seite des Premierministers Alexis Tsipras erhielt. Das Verhältnis zwischen den beiden Ministern war allerdings schon seit geraumer Zeit und insbesondere wegen ihrer diametralen Positionen im Thema der Benennung der benachbarten Ehemaligen Jugoslawischen Republik Mazedoniens und des sogenannten Abkommens von Prespes mit der FYROM gespannt.

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