Griechenlands Verschuldung überstieg 345 Mrd Euro

19. August 2018 / Aufrufe: 416

Ende des zweiten Halbjahrs wurde Griechenlands Verschuldung auf 345 Milliarden Euro beziffert und der Druck auf die griechischen Staatsanleihen setzt sich fort.

Nach den zwischenzeitlich gefassten Beschlüssen der Eurogruppe mag der Bericht über die Verschuldung Griechenlands für das erste Halbjahr 2018 mittlerweile „altbacken“ sein, jedenfalls zeigt er, dass sie bereits vor der Freigabe der letzten Tranche von 15 Mrd. Euro die Summe von 345 Mrd. Euro überstiegen hatte.

Ein weiteres interessantes Element ist, dass die staatliche Rechnungszentrale, noch bevor sie die entsprechend zweckgebundenen 9,5 Mrd. aus der letzten Tranche des ESM erhielt, schon eine Liquiditätsrücklage von 13,083 Mrd. Euro gebildet hatte – und zwar in einem Moment, wo die staatlichen Verbindlichkeiten betreffenden Zahlungen (an den privaten Sektor) „gebremst“ wurden und ihre Begleichung mittlerweile auf Ende des Jahres 2018 verschoben worden ist.

Griechenlands Bürger müssen für „sozialisierte“ Schulden „blechen“

Von noch größerem Interesse ist die Tabelle über die Bürgschaften des griechischen Fiskus, da diese Fälligkeiten in Höhe von insgesamt 872,92 Mio. Euro enthüllen. Der größte Teil davon (785,51 Mio. Euro) bezieht sich auf Kredite der Greek Railways (OSE), weitere 29,62 Mio. Euro beziehen sich auf Kredite der Hellenic Defence Systems S.A. (EAS) und die restlichen 57,79 Mio. Euro sind für Kredite der Hellenic Aerospace Industry S.A. (EAB).

(Anmerkung: Der Fall der OSE ist ein Paradebeispiel für die im Rahmen der Griechenland von seinen Gläubigern aufgezwungenen Privatisierungen durchgesetzten Strategie, Gewinne zu privatisieren und Verluste zu sozialisieren … .)

Zur selben Stunde setzt sich der Druck auf die griechischen Staatsanleihen fort. Derzeit (Stand: 18 August 2018) wird die 10-Jahres-Anleihe bei 4,329% gehandelt, wobei sie vorhergehend bei 4,377% angelangt war.

(Quelle: iefimerida.gr, Autor: Giorgos Pappous)

Kommentare sind geschlossen