Griechenlands Rettung war ein kolossaler Misserfolg

21. August 2018 / Aufrufe: 758

In einem vernichtenden Artikel der britischen Zeitung Guardian wird die Rettung Griechenlands als kolossales Desaster bezeichnet.

Die britische Zeitung Guardian charakterisiert das am 20 August 2018 offiziell ausgelaufene Rettungsprogramm („Memorandum“) für Griechenland als einen „kolossalen Misserfolg„.

Mit einem von Larry Elliot signierten Artikel notiert die britische Zeitung, Griechenland könne endlich die Memoranden hinter sich lassen und dies werde als griechische Erfolgsstory präsentiert, jedoch könnte etwas Solches nichts weiter von der Realität entfernt sein.

Interessen der Banken wurden über Bedürfnisse der Menschen gestellt

Nach acht Jahren gilt Griechenland ab Montag (20 August 2018) als stark genug um auf seinen eigenen Beinen zu stehen. Das internationale Rettungsprogramm, das Athen wirtschaftliche Nothilfe gewährte, endet. Abgesehen von den für das nächste Jahrzehnt oder länger geltenden schwersten fiskalischen Auflagen können die Griechen die ‚Troika‘ verabschieden – also die Amtsträger des Internationalen Währungsfonds (IWF), der Europäischen Zentralbank (EZB) und der Europäischen Union (EU), die das Land praktisch seit 2010 verwalteten.

Es handelt sich um eine Werbekampagne, die Griechenland als eine ‚Success Story‘ präsentiert, einen Ehrentribut an die Solidarität und eine logische Tangierung, welche die wirtschaftliche Stabilität wiederherstellte und Griechenland daran hinderte, das erste Land zu sein, das den Euro verlässt. Nichts könnte weiter von der Wahrheit entfernt sein„, merkt der Redakteur an und ergänzt:

Griechenland war ein kolossaler Misserfolg. Es handelt sich um eine Story über Unfähigkeit, nutzlose Verzögerung und die Interessen der Banken, die über die Bedürfnisse der Menschen gestellt wurden. Und es wird langfristige Folgen geben.

Griechenlands Verschuldung wurde erhöht anstatt gesenkt

Als Griechenland im Jahr 2010 zum ersten Mal Hilfe erhielt, war der Plan, dass es innerhalb von zwei Jahren Zugang zu den Finanzmärkten haben soll. Das Land hat zwei zusätzliche Rettungspakete und weitere sechs Jahre erhalten, damit dies geschieht„, betont Larry Elliot in seinem Beitrag und merkt an: „Trotz der Rettungspakete hat die griechische Wirtschaft einen ungeheuren Boden aufzuholen, da sie während der Jahre der Krise 1/3 ihres BIP verlor.

Laut dem Artikel der Guardian sah das erste Programm eine Finanzierungshilfe in Höhe von 110 Mrd. Euro vor, mit der Schrumpfung des Defizits um 7,5% im Jahr 2010 als Gegenleistung. Das war niemals möglich, gründete sich jedoch auf die Theorie, die Verpflichtung zu einer Schrumpfung der fiskalischen Defizite und Reduzierung der Niveaus öffentlicher Verschuldung würde das Vertrauen der Finanzmärkte stärken werden. Die Investoren würden eine niedrigere „Prämierung“ für das Halten staatlicher Verschuldung fordern und das würde langfristig zu niedrigeren Zinssätzen führen werden.

Die griechische Regierung startete ein Programm zur Kürzung der öffentlichen Investitionen, was jedoch das Gegenteil des erhofften Resultats zur Folge hatte. Die Senkung der Gehälter des öffentlichen Sektors und die Kürzung der (staatlichen) Leistungen führten zu einem geringeren Konsum und einer weiteren Schrumpfung der privaten Investitionen.

Schlussendlich führte diese Tangierung in einen spiralartigen Absturz, da Arbeitsplätze verloren gingen und Steuereinnahmen schrumpften. Die öffentliche Verschuldung wurde erhöht anstatt gemindert zu werden, was zu Druck nach noch größeren Kürzungen führte„, merkt der Artikel der Guardian an.

(Quellen: iefimerida.gr, theguardian.com)

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