Warum erzürnen Menschen sich über Migranten?

9. Juli 2018 / Aufrufe: 567
Einen Kommentar schreiben Kommentare

Das Thema der Flüchtlinge und Immigranten wird in der westlichen Welt mittels irriger Ansichten offensichtlich skrupellos politisch instrumentalisiert.

Es besteht sicherlich eine schwierige Realität. Es besteht jedoch allerdings auch eine Wahrnehmung dieser Realität, die zumindest hinsichtlich des Themas der Flüchtlinge und Migranten verzerrt ist.

Die Realität bezieht sich auf die Tatsache, dass das Thema der Flüchtlinge / Migranten an dem Punkt angelangte, die Politik auf weltweiter Ebene auf die härteste Weise zu bestimmen, von den USA bis hin zu England und – hauptsächlich – dem kontinentalen Europa.

Umverteilung von Reichtum und Sozialleistungen

Die Letzte, die angesichts der fremdenfeindlichen Tendenzen ihrer Bürger einknickte, war Angela Merkel, die zu einem ungeordneten Rückzug gezwungen wurde, um Seehofer und seine Gesinnungsgenossen innerhalb ihrer Regierung zu befriedigen.

Die verzerrte Wahrnehmung liegt darin, dass alle, die sich in diesen und anderen entwickelten Ländern der westlichen Welt den Flüchtlingen und Migranten widersetzen, im Grunde genommen schlecht informiert und voreingenommen sind. Dies lässt sich zumindest aus einer Studie eines Akademiker-Teams von Harvard schließen, die von der Nationalen Behörde für Wirtschaftsforschungen der USA veröffentlicht wurde.

Wie uns Quartz mitteilt, legten Alberto Alesina, Armando Miano und Stefanie Strantcheva einem statistisch repräsentativen Muster von 22.500 Menschen aus Frankreich, Deutschland, Italien, Schweden, Großbritannien und den USA zwei Gruppen von Fragen vor. Der eine Fragen-Komplex stand mit den Migranten als Personen in Zusammenhang, die legal in dem Land leben, in dem sie sich befinden, und der andere bezog sich auf die Umverteilung des Reichtums und Sozialleistungen.

Die Reihenfolge, in der die Teilnehmer die beiden Fragen-Sets beantworteten, war zufällig. Und es wurde festgestellt, dass die Menschen bei dem Gedanken an die Flüchtlinge und Migranten ihr Interesse für auf die Einschränkung der Armut abzielende soziale Programme verlieren. Weil alle, die zuerst die mit Migranten in Zusammenhang stehenden Fragen beantworteten, sich offener gegen die Umverteilung aussprachen, die Ungleichheit als sekundäres Thema charakterisierten und sich auch hinsichtlich der Spenden / Schenkungen an humanitäre Organisationen zurückhaltend zeigten.

Flüchtlinge und Migranten werden politisch instrumentalisiert

Warum zeigen sich jedoch die Menschen bei dem Gedanken an Flüchtlinge und Migranten weniger großzügig? Der Umstand „steht wahrscheinlich mit ihren inkorrekten Ansichten“ bezüglich dieser Menschen in Verbindung.

Für die Teilnehmer an der Studie sind die Flüchtlinge und Migranten ärmer, mehr von Sozialleistungen abhängig und weniger gebildet als sie angeben. Die Einschätzungen der Meisten bezüglich der Gesamtzahl der Flüchtlinge und Migranten waren übertrieben, wobei die Differenz zwischen Ansicht und Realität hauptsächlich in den USA imposant sind, wo die Befragten annehmen, dass die Flüchtlinge und Migranten 36% der Gesamtbevölkerung darstellen, während sie laut den offiziellen Angaben „gerade einmal 10%“ ausmachen.

Die inkorrekten Ansichten werden systematisch in allen gesellschaftlichen Schichten und unabhängig von dem Bildungsniveau beobachtet. Wie in der Studie betont wird, können diese Vorurteile jedoch von all Jenen ausgenutzt werden, welche die Einschränkung der Sozialleistungen anstreben. „Parteien, die sich gegen die Umverteilung des Reichtums aussprechen, sogar auch jene, die sich nicht gegen die Migranten wenden, können die Karte der Migration ausspielen um die Leute gegen die Umverteilung aufzuwiegeln.

(Quelle: protagon.gr)

  1. Bisher keine Kommentare
  1. Bisher keine Trackbacks

Hinweis: Kommentare werden erst nach Freischaltung durch einen Administrator sichtbar.
Bitte beachten Sie die Hinweise und Regeln bezüglich der Abgabe von Leserkommentaren.