Matratzengeld in Griechenland versiegt

4. Juli 2018 / Aufrufe: 685
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Das seit Beginn der Krise in Griechenland unter den Matratzen der privaten Haushalte versteckte Geld scheint versiegt zu sein.

Fast das gesamte Geld, das in Griechenland in den ersten Jahren der Krise und noch vor der Verhängung der Kapitalverkehrskontrollen vor drei Jahren von den Banken abgezogen und unter der Matratze „versteckt“ wurde, ist größtenteils in das Banksystem zurückgeflossen.

Wie Theodoros Mitrakos, leitender Angestellter der Griechischen Bank, gegenüber insider.gr betont, bewegt sich das in Griechenland im Umlauf befindliche (Bar-) Geld historisch auf Niveaus bei 30 Mrd. Euro und wird aktuell auf 32 Mrd. Euro veranschlagt.

„Matratzengeld“ wurde für Steuern und Schulden verbraucht

Mit der Zuspitzung der Krise schnellte die sich außerhalb des Banksystems befindliche Geldmenge auf 45 Mrd. Euro hoch, wobei das meiste von diesem Geld sich … unter den Matratzen der griechischen Haushalte befand. Die mittlerweile „zurückgekehrten“ ungefähr 15 Milliarden Euro bedeuten jedoch nicht, dass Einzahlungen auf Bankkonten erfolgten, da ein großer Teil davon für Zahlungen an den Fiskus (Steuern, Abgaben usw.) oder andere Verbindlichkeiten (wie beispielsweise „rote“ Kredite) verwendet wurde.

Das in Griechenland derzeit in Umlauf befindliche (Bar-) Geld wird auf ungefähr 32 Mrd. Euro veranschlagt. Dies bedeutet, dass die Spielräume für den Zufluss „frischen“ Geldes in die Kassen der Banken sich je nach Einschätzung auf 2 – 8 Mrd. Euro beschränken. So erklärt sich auch das geringe Aufkommen „frischen“ Geldes, trotz seiner im Juli 2016 erfolgten Ausnahme von den Kapitalverkehrskontrollen.

„Exportierte“ Gelder werden kaum nach Griechenland zurückfließen

Wie gegenüber insider.gr höchste Bankquellen bestätigen, reicht der Geldzufluss aus unter den Matratzen versteckter Gelder „nicht aus“ und kommt hauptsächlich von dem öffentlichen Sektor. Hinsichtlich des privaten Sektors, also der Unternehmen und privaten Haushalte, stiegen im Mai 2018 die Guthaben um ungefähr 1 Mrd. Euro, also im Vergleich zum vorherigen Quartal nicht besonders erhöhte Niveaus.

Weiter wird angemerkt, dass in den acht Monaten November 2014 – Juni 2015 die bei den griechischen Banken verzeichnete „Guthabenflucht“ beispiellose Niveaus von 45 Mrd. Euro erreichte, wovon wiederum ein großer Teil ins Ausland gelenkt wurde. „Diese Gelder werden schwerlich in das Land zurückfließen und bestimmt nicht, solange die Kapitalverkehrskontrollen gelten, da notwendige Voraussetzung eine vollständige Wiederherstellung des Vertrauens in die Wirtschaft und das Banksystem ist„, merken die selben Quellen an.

Aktuell beläuft sich in Griechenland die Summe der Guthaben des privaten Sektors bei den Banken auf rund 128 Mrd. Euro, gegenüber 122 Mrd. Euro im Juni 2015, als die Kapitalverkehrskontrollen verhängt wurden.

(Quelle: insider.gr)

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