Griechenlands Banken sammeln immer mehr Immobilien an

23. Juli 2018 / Aufrufe: 1.520

Die Banken in Griechenland wollen in den kommenden 3 Jahren die Hälfte der von ihnen unter den Hammer gebrachten Immobilien selbst kaufen.

In Griechenland berichtete gegenüber insider.gr ein höherer Bankfunktionär, die Banken wollen innerhalb in den kommenden drei Jahren die Hälfte der auf den elektronischen Versteigerungsplattformen veräußerten Immobilien selbst kaufen.

Die sogenannten elektronischen Versteigerungen sind in Griechenland mittlerweile seit fünf Monaten obligatorisch etabliert und derzeit werden 85% der „die Hände wechselnden“ Immobilien von den die Versteigerung betreibenden Banken gekauft.

Banken „stützen“ Immobilienpreise in Griechenland

Der Grund für dieses „Engagement“ der Banken ist, schrittweise einen Markt zu schaffen, ohne dass die Preise nach unten gedrückt werden. In diesem Rahmen befolgen mit der formlosen Genehmigung des Aufsichtsmechanismus der EZB (SSM) alle vier systemischen Banken Griechenlands die Taktik, die meisten von ihnen zur Versteigerung gebrachten Immobilien selbst zu kaufen.

Die restlichen 15% der per Versteigerung übereigneten Immobilien werden von Maklern und Funds, aber nach Empfehlung der jeweils betreibenden Bank auch von Privatleuten gekauft.

Immobilienversteigerungen sollen „benutzerfreundlicher“ werden

Die derzeitige („amtliche“) elektronische Versteigerungsplattform unter eauctions.gr ist außerordentlich unhandlich und von Privatleuten schwer nutzbar, da es keine Möglichkeit zu einer Recherche mit den einen Käufer interessierenden grundlegenden Kriterien wie Mindestgebot, Lage, Art und Größe der Immobilie u. a. gibt. Wie insider.gr berichtet hat, untersuchen aus diesem Grund die Banken die Aufwertung der bestehenden oder die Schaffung einer neuen Plattform, die für die Interessenten „handlicher“ sein wird.

Derzeit kaufen die Immobilien jedenfalls entweder Makler und Funds, die ein „Heer“ von Menschen haben um die Pfändungsberichte einen nach dem anderen zu durchsuchen, oder Privatleute, die von den selbigen Banken, die natürlich genau wissen, welche Immobilien sie „unter den Hammer“ bringen, weiterleitet bzw. auf konkrete Angebote hingewiesen werden.

(Der Vollständigkeit halber sei angemerkt, dass die Banken in ihrem Besitz befindliche Immobilien in Griechenland auch über eigene Kanäle und „elektronische“ Plattformen  – wie beispielsweise die Piräus Bank unter properties4sale.gr – an den Mann zu bringen versuchen.)

Reduzierte Nachfrage nach Gewerbeimmobilien in Griechenland

Bei der Gesamtheit der auf der Plattform eauctions.gr eingestellten Immobilien verlaufen 40% der Versteigerungen fruchtlos, und zwar hauptsächlich wegen fehlenden Kaufinteresses und nicht so sehr infolge von Einsprüchen oder Annullierungen. Üblicherweise handelt es sich um kleinere Wohnungen beschränkten Handelswerts, der größte Teil betrifft jedoch zu einem hohen Preis ausgelobte Gewerbe- und Industrieimmobilien, während es zur selben Stunde praktische keine Nachfrage nach Assets solcher Art gibt.

Die Industrieimmobilien oder für einen besonderen Zweck vorgesehenen Immobilien lassen sich nicht leicht verflüssigen, während die Wohnungen und Büroräume an guten Stellen – speziell in Athen – sich viel schneller und zu Preisen verkaufen lassen, die zu steigen begonnen haben„, führt ein in den Abläufen bewanderter Funktionär der Branche an.

Banken senken Abschläge auf Direkt- und Sofortkäufe

Die Öffnung der „Schere“ zwischen dem Buchwert und dem Wert, zu dem die Banken die von ihnen „gesammelten“ Immobilien verkaufen, wird geringer. Informationen zufolge verkauft eine „systemische“ griechische Bank ihre Immobilien über ihre eigenen Kanäle mit einem Discount von nur noch 12% – 13%, gegenüber 18% vor einem Jahr.

Parallel untersuchen Griechenlands Banken drastischere Lösungen, wie beispielsweise die Immobilien zu „Paketen“ zu schnüren und sie „en gros“ an Funds zu verkaufen. Den Weg eröffnet die Eurobank mit einem Portefeuille von 639 Immobilien mit einem Buchwert von 22,9 Mio. Euro, das sich im Stadium der Abgabe verbindlicher Angebote befindet.

Entsprechende Lösungen untersucht laut Informationen derzeit auch die Piräus Bank, während damit gerechnet wird, dass – möglicherweise innerhalb des Jahres 2019 – weitere Banken folgen werden.

(Quelle: insider.gr)

Kommentare sind geschlossen