ESM friert Tranche an Griechenland ein

9. Juni 2018 / Aufrufe: 821

Wegen des Zahlungsstopps des griechischen Fiskus an den privaten Sektor friert der ESM die Zahlung der Tranche von 1 Milliarde Euro an Griechenland ein.

Der Europäische Stabilitätsmechanismus (ESM) zeigte Athen die „rote Karte“ und friert die Freigabe der von der dritten Bewertung abhängigen 1 Mrd. Euro bis auf weiteres ein.

Der entsprechende Beschluss wurde während der Dauer der Sitzung des Vorstands des ESM am 08 Juni 2018 gefasst.

Formloser Zahlungsstopp droht Griechenland teuer zu stehen zu kommen

Seitens der griechischen Regierung wird allerdings vertreten, die Freigabe werde am 15 Juni 2018 erfolgen. Konkret führte ein Regierungsfunktionär an, „die Auszahlung der Teil-Tranche wird regulär am 15 Juni erfolgen. Alle, die sich Verwicklungen zu entdecken eilen, werden ein weiteres Mal auf die Nase fallen„.

Der Direktorenrat wurde über die Bewertung der sogenannten Institutionen hinsichtlich des Fortschritts Griechenlands bei der Begleichung fälliger Verbindlichkeiten an den privaten Sektor informiert und die Beurteilung scheint für nicht befriedigend befunden worden zu sein. Hierzu sei angemerkt, dass die Regierung im März 2018 aus der Untertranche der 5,7 Mrd. Euro eine Teilrate von 500 Mio. Euro für die Begleichung fälliger Schulden erhalten hatte und weitere 500 Mio. Euro aus dem Staatshaushalt bereitzustellen hatte, auf dass bis Ende April 2018 insgesamt 1 Mrd. Euro an den privaten Sektor beglichen worden sein sollte.

Ein Vertreter des ESM erklärte, hinsichtlich des weiteren Abbaus der fälligen Schulden durch die griechische Regierung sei ein Fortschritt erfolgt. Der in dem Thema der elektronischen Zwangsversteigerungen, sprich einer der beiden Voraussetzungen für die Freigabe der 1 Mrd. Euro, sei zufriedenstellend. Jedoch bedürfe es noch einer Bestätigung seitens der griechischen Behörden, dass diverse Zahlungen fälliger Schulden vollständig ausgeführt worden sind. Dies sei erforderlich, damit die 1 Mrd. Euro ausgezahlt wird. Deswegen beschloss der ESM, die Entscheidung über das Thema aufzuschieben.

Der Rat wird per Telekonferenz tagen, sobald diese Bestätigung fertig ist. Die Frist für die Zahlung der Tranche läuft jedenfalls am 15 Juni 2018 aus und bis dahin muss die griechische Regierung einen Fortschritt in der Begleichung der fälligen Schulden vorweisen. Anderenfalls geht das Geld an die Kasse zurück.

(Quelle: iefimerida.gr)

  1. GR-Block
    10. Juni 2018, 01:12 | #1

    Wie bitte! Die EU „droht“, keine weitere Mrd in den europäischen Bankensektor zu drücken – Blödsinn. Wer außer sie selbst hätte denn überhaupt Interesse an dem Transfer. Jedenfalls nicht die griechische Volkswirtschaft.
    Die Vereinbarung war, ihr bekommt euren (IWF-) Kredit, nur wenn ihr für uns EU-Steuergelder veruntreut. Drei Memoranden lang hat GR brav zuerst Geld in den Privatsektor gepumpt, und sofort danach von der EU vereinbarungsgemäß eingezogen. Wenn es jetzt aus technischen Gründen Verzögerungen gibt, trifft das GR nicht.
    Es sind die EU-Politiker, die um ihre Beraterverträge zittern müssen, wenn der Bankensektor sauer ist. GR ist nicht mehr erpressbar. Das Land braucht schon lange keine Kredite mehr. Die letzte Tranche floss im August 2014. Deshalb waren sich Christine und Yanis gleich einig und der IWF stieg offiziell aus. Wenn Tsakalotos den fälligen Transfer verzögert, dann hat das technische Gründe. Aber vielleicht taktiert er ja nur gegen Ende des Programms, um den Falken in der EU die Federn zu stutzen. Und die sitzen jetzt auf heißen Kohlen und aktivieren ihre Journalisten.

    „ESM friert Tranche an Griechenland ein“ – Eher friert die Hölle ein.

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