Misswirtschaft bei Unicef Hellas

30. April 2018 / Aufrufe: 395

Der nationale Landesverband der UNICEF in Griechenland gab 2013 – 2015 mehr Geld für Marketing als für Impfungs- und Nothilfeprogramme aus.

Wir schreiben das Jahr 2018 und auf der Website der Unicef Hellas gibt es immer noch keine wirtschaftliche Rechenschaftsablegung für 2016. (Anmerkung: Auf der besagten Präsenz erscheint derzeit nur die Bekanntmachung der UNICEF bezüglich der Einstellung der Zusammenarbeit mit dem bisherigen nationalen Komitee in Griechenland.)

Die schrittweise an das Licht der Öffentlichkeit gelangenden Fakten und Meldungen, wobei auch ernsthafte wirtschaftliche Unregelmäßigkeiten, überdimensionale Gehälter für Beschäftigte und hochrangige Funktionäre von bis zu über 6.000 Euro, unerklärliche Verschwendungen und „obskure“ Beschaffungen aufgedeckt werden, rufen ernsthafte Fragen bezüglich der Rolle des nationalen Komitees der UNICEF in Griechenland auf.

Die meisten Ausgaben der UNICEF Hellas kamen nicht den Kindern zugute

Die Misswirtschaft, die sich aus einer fünfzehn Jahre zurückreichenden Kassenprüfung bei dem griechischen Landesverband ergab, führte vor wenigen Tagen die internationale Non-Profit-Organisation UNICEF dazu, ihre Vereinbarung mit Athen überraschend einzustellen.

Obwohl die Zuständigen sich für die Stunde in absolutes Schweigen hüllen, „verbrennt“ Informationen zufolge der Bericht „Personen und Zustände“ im griechischen nationalen Komitee der Unicef, während sich im selben Moment bereits signifikante Befunde der Untersuchungen zur weiteren Erforschung auf dem Schreibtisch des Staatsanwalts befinden.

Auf der Website des griechischen Landesverbands sind (bzw. waren) die Jahresabrechnungen ab 2010 bis einschließlich 2015 eingestellt worden, während es die Abrechnung des Jahres 2016 nirgendwo gibt. Was zumindest viele Fragen „gebiert“, ist der Umstand, dass die meisten Aufwendungen für die allgemeinen und Verwaltungsbedürfnisse, das … Marketing und – unter andrem – die Förderung der Verkäufe bestimmt waren – und nicht für die UNICEF, sprich die selbigen Kinder, deren Schutz auch ihr grundlegendster Zweck ist.

Diskrepanz zwischen Einnahmen und Ausgaben der UNICEF Hellas

Wer aufmerksam die wirtschaftlichen Abrechnungen der Jahre 2013 – 2015 studiert, wird feststellen, dass mehr Geld für das Marketing und weniger für die Impfungs- und Nothilfeprogramme aufgewendet wurde. Charakteristisch ist, dass die aus Verkäufen herrührenden Einnahmen des Komitees sich 2015 auf 4.365.375,06 Euro beliefen und die Ausgaben 2.394.027,52 Euro erreichten.

Beispielsweise bezogen sich 317.919,89 Euro auf Vergütungen und Ausgaben für Unterstützung von Verkäufen, 116.578,61 Euro auf das Marketing und die Verkaufsförderung und 730.130,10 Euro auf die Vergütungen und Ausgaben zur Unterstützung von Spendenprogrammen. Zusätzlich belaufen sich die Ausgaben für Marketing und Spendenförderung auf 320.954 Euro sowie die allgemeinen Verwaltungsausgaben auf 429.409,61 Euro. Im selben Moment wurden an die UNICEF 1.971.347,53 Euro (Geschäftsjahr 2015) sowie auch 283.069,53 Euro (Kapital vorheriger Jahr) abgeführt. Entsprechendes geschah auch 2014, in jenem Jahr beliefen sich die Einnahmen auf 4.685.366,58 Euro und die Ausgaben auf 2.439.577,57 Euro.

Hinsichtlich der durchgeführten Nachforschungen, aus denen Informationen zufolge wirtschaftliche Unregelmäßigkeiten festgestellt wurden, erklärte die Vorsitzendes des UNICEF-Komitees in Griechenland, Sofia Tzitzikou, in der Samstagsausgabe der Zeitung Eleftheros Typos, „auf meine Initiative beauftragten wir einen unabhängigen Träger, für den Zeitraum 2013 bis einschließlich 2015 zu einer Betriebsprüfung zu schreiten„. Der Bericht erging im Jahr 2017 und sie informierte die Staatsanwaltschaft. „Ich teilte der UNICEF-Zentrale mit, dass es ein Unregelmäßigkeits-Problem gibt. Daraufhin beschloss die Organisation, eine 15 Jahre zurückreichende Prüfung vorzunehmen.

(Quelle: makeleio.gr)

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