Griechenlands postmemorandischer Konjunkturplan

28. April 2018 / Aufrufe: 650

Die Finanzminister der Eurozone erhielten einen ersten Eindruck von der geplanten Wachstumsstrategie der Regierung Griechenlands für die Epoche nach dem Memorandum.

Fragten Sie sich jemals, was Griechenland mit seiner wirtschaftlichen Freiheit anzufangen plant, sobald es im August 2018 von den Fesseln seines Memorandums befreit werden wird?“

Diese Frage stellt ein Artikel der Agentur Bloomberg hinsichtlich der Planung der griechischen Regierung für das post-memorandische Griechenland, den der griechische Finanzminister Evklidis Tsakalotos am 27 April 2018 in Sofia den Finanzministern der Eurozone präsentierte.

Gläubiger wollen weiterhin eine strenge Beaufsichtigung Griechenlands

Die Finanzminister der Eurozone erhielten einen Vorgeschmack von der „holistischen Wachstumsstrategie„, die Griechenlands Finanzminister bei der formlosen Eurogruppe in Sofia präsentierte. Einer sich im Besitz von Bloomberg befindlichen Kopie der Präsentation zufolge umfasst besagte Strategie unter anderem die Wiedereinführung der kollektiven Tarifverhandlungen, eine „schrittweise Anhebung des (gesetzlichen) Mindestlohns“ und die Schaffung der „Griechischen Wachstums-Bank„.

Laut Bloomberg allerdings „kollidieren bei der immer noch über 20% liegenden Arbeitslosigkeit die vorgeschlagene Verschärfung des Arbeitsrechts und die Lohnerhöhungen möglicherweise mit der etablierten ökonomischen Logik, während die Gläubiger (Griechenlands) sich der Schaffung einer staatlichen Wachstums-Bank in der Befürchtung widersetzen, sie werde sich zu einem ‚Verstrickungsfeld‘ entwickeln„.

In dem Konjunktur- / Wachstumsplan verspricht die Regierung des Alexis Tsipras, seit Jahren in Verzug befindliche signifikante strukturelle Reformen zu verwirklichen, einschließlich der Erstellung des „Nationalen Grundbuchs“ und der Beschleunigung der gerichtlichen Verfahren. Ebenfalls verpflichtet die griechische Regierung sich, die bürokratischen Lasten weiter zu reduzieren und die privaten Investitionen auf dem Sektor der Forschung zu ermutigen.

Jedenfalls betont Bloomberg, dass Griechenlands wirtschaftlicher Aufschwung bis heute geringer als erwartet ist, da das BIP des Landes um 1,4% stieg, gegenüber den Prognosen seitens der Kommission bezüglich eines Wachstums von 2,7%. Ebenfalls ist Griechenland in der internationalen Rangfolge der wettbewerbsfähigsten Länder zu einer Stunde abgerutscht, wo – laut ELSTAT – die Bevölkerung des Landes schrumpft und altert, während seine Banken mit der höchsten Analogie „roter“ (sprich „notleidender“) Kredite in Europa „beladen“ sind.

Bloomberg führt an, die europäischen Länder planen, Griechenland nach der Vollendung des laufenden Programms unter strenger Aufsicht zu halten, wozu Benoit Coeuré erklärte, je strenger die Beaufsichtigung Griechenlands nach August 2018 ist, um so besser sei es, da jeglicher Rückschritt das Vertrauen der (Finanz-) Märkte untergraben werde.

(Quellen: newsbeast.gr, bloomberg.com)

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