Griechenlands Banken sammelten 18000 Immobilien

1. April 2018 / Aufrufe: 885

Die Banken in Griechenland haben mittlerweile 18000 Immobilien gesammelt und es stellt sich die Frage, wie diese veräußert werden sollen.

Wie zuverlässige Quellen der Branche gegenüber insider.gr bestätigten, wird veranschlagt, dass Griechenlands systemische Banken mittlerweile 18.000 Immobilien in ihren Portefeuilles kumuliert haben (siehe auch Griechenlands Banken versteigern Immobilien an sich selbst).

Die meisten davon sind Wohn- oder Gewerbeimmobilien niedrigen Wertes, jedoch befinden sich darunter auch die sogenannten „Filetstücke“ – für welche die ausländischen Funds ein intensives Interesse zeigen. Diese Immobilien sind es, für welche die Banken unter dem erstickenden Druck der Gläubiger des Landes, die Zielvorgaben bezüglich einer Reduzierung der „roten“ Kredite zu erreichen, zuerst den Verkauf auf den Weg bringen.

2018 sollen über 15.000 Immobilien unter den Hammer kommen

Die Zielvorgaben des SSM sind nicht mit den kleinen Immobilien, sondern nur mit den großen Objekten erreichbar„, führt gegenüber insider.gr ein hochrangiger Bankfunktionär an. Diese Immobilien sind hauptsächlich aus älteren Zwangsversteigerungen in den Besitz der Banken gelangt. Die Hälfte davon ist zum Verkauf an Fonds und interessierte Investoren bereit und es wird erwartet, dass sie schrittweise auf den Markt gebracht werden.

Mit der Normalisierung der elektronischen Versteigerungen nehmen die Größen jedoch zu, da ungefähr die Hälfte der unter den „Hammer“ kommenden Immobilien selbige Banken kaufen um dem Immobilienmarkt zu helfen, „am Laufen“ zu bleiben, und die Gläubiger davon zu überzeugen, dass ein Interesse besteht und die Preise auf dem Markt hoch gehalten werden.

Recherchierten Informationen zufolge ist das Ziel der Zwangsversteigerung von 15.000 Immobilien innerhalb des laufenden Jahres 2018 absolut erreichbar und diese Zahl wird möglicherweise noch weiter steigen. Wenn allerdings die griechischen Banken mit dem selben Rhythmus zu kaufen fortfahren, wird die Anzahl der in ihren Bilanzen geführten Immobilien auf Niveaus bei 22.000 – 24.000 Immobilien hochschnellen, welcher Umstand einen erstickenden Druck auf die Banken impliziert, ganze Immobilien-Pakete auf den Markt zu bringen.

„Wir warten auf den geeigneten Moment“

Hauptsorge der Banken ist, dass der Aufseher der EZB (SSM) nicht verlangt, die Banken sollen zusätzliche Rücklagen bezüglich der Absicherungen der „notleidenden Kredite“ (NPE) bilden – was geschehen wird, wenn die Immobilienpreise wegen eines Überangebots komprimiert werden. Aus diesem Grund setzt ein Verkauf der Immobilien behutsame und strategische Züge seitens der Banken voraus, damit nicht tausende Immobilien den griechischen Immobilienmarkt überschwemmen, was die Immobilienpreise, die in den Jahren der Krise einen heftigen Schlag von bis zu -40% erlitten, noch mehr drücken wird.

Wir haben ein zum Verkauf bereites Immobilienpaket, warten jedoch auf den geeigneten Moment, um es auf den Markt zu bringen„, enthüllt ein Funktionär einer anderen Bank, der eingesteht, dass eine intensive Beunruhigung bezüglich eines Drucks auf die Preise besteht, falls das Angebot die Nachfrage übersteigt. Auf der anderen Seite haben die Banken aber natürlich auch keinerlei Interesse, ein solches Kontingent an Immobilien beizubehalten, da die Kosten, die ihre Verwaltung impliziert, die Immobilien für ihren Gewinnverlauf zu einem „Klotz am Bein“ macht. „Die Verwaltung der Immobilien – speziell der Wohnungen – ist ein Albtraum„, gesteht gegenüber insider.gr ein Spitzenfunktionär einer systemischen Bank ein.

Somit wird erwartet, dass die Immobilien geringeren Wertes auf Basis ihrer gemeinsamen Charakteristika zu Gruppen zusammengefasst und in „Paketen“ verkauft werden, die höchstwahrscheinlich spezialisierte Fonds des Auslands kaufen werden, die eine kommerzielle Verwaltung ausüben und sie mit einer signifikanten Gewinnspanne wieder auf dem Markt anbieten werden.

Ein kleiner Teil der Immobilien ist dagegen von großem Wert und scheint den Banken nicht zu denken zu geben. Diese Immobilien werden schrittweise verflüssigt, und zwar entweder mittels einer speziellen elektronischen (Auktions- Plattform – wie es beispielsweise properties4sale.gr der Piräus Bank ist – oder gezielt an Fonds, die von den Banken große Immobilien für eine touristischen Verwertung wollen. Erhöht ist die Nachfrage nach Immobilien großen Wertes (über 250.000 Euro) auch seitens ausländischer Bürger (hauptsächlich Chinesen und Russen), die in das Programm „Golden Visa“ aufgenommen werden wollen.

Kontrollierter Schock auf Griechenlands Immobilienmarkt

Das zusätzliche Angebot, das entstehen wird, wenn die mittlerweile im Eigentum der Banken befindlichen Immobilien zum Verkauf auf den Markt gebracht werden, wird die Preise negativ beeinflussen, jedoch nicht in einem solchen Grad, wie es manche befürchten, schätzt ein erfahrener Immobilienverwaltungs-Berater ein. Er merkt jedoch an, das finale Ergebnis werde von den Leistungen der Asset-Manager entschieden werden, mit denen die Banken zur Verwaltung ihrer Immobilien-Portefeuilles kooperieren werden.

Wie gegenüber insider.gr ein auf die Verwaltung von Immobilien spezialisierter Funktionär einer systemischen erklärt, ist ein grundlegendes Ziel der Banken, dass die Preise stabil gehalten werden. „Wir wollen den Investoren signalisieren, dass die Preise nicht weiter nachgeben werden und es folglich keinen Sinn hat, noch länger zu warten, sich auf dem griechischen Markt zu platzieren„, betont er und fügt an, dies sei auch ein Grund, aus dem die Banken die zur Versteigerung kommenden Immobilien kaufen.

Wie Herr Ilias Ziogas, Präsident der Immobilienschätzer- und Immobilienberatergesellschaft NAI Hellas, einschätzt, wird die Situation des griechischen Immobilienmarkts sich nach dem anfänglichen Schock verbessern. Die diese Portefeuilles übernehmenden Verwalter werden ihren Wert entweder mittels ihrer Gruppierung unter Schaffung von Clusters oder mittels der Aufwertung der bereits vorhandenen Immobilien zu steigern vermögen.

Auf jeden Fall schätzen die Faktoren des Immobilienmarkts in Griechenland ein, dass die Verwaltung der Immobilien der Banken ein allmähliches Prozedere sein wird, das etliche Jahre dauern und sogar fünf oder noch mehr Jahre erreichen kann. „Es nutzt niemandem, dass massenhaft Immobilien auf den Markt kommen. Die Verkäufe werden schrittweise erfolgen, damit auch die Banken von der eintretenden Verbesserung der Werte profitieren, sofern die Transaktionen zunehmen werden„, merkt ein Spitzenfunktionär einer griechischen Immobilien-Investmentgesellschaft an.

(Quelle: insider.gr)

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