Griechenland ist ein Schuldturm

3. April 2018 / Aufrufe: 925

Yanis Varoufakis moniert, Griechenland bleibe 9 Jahre nach Ausbruch der Krise in der Eurozone weiterhin eine Schuldenkolonie.

Yanis Varoufakis ist zurück. Er selbst würde natürlich nicht sagen, je weg gewesen zu sein, jedoch führt in der schmerzhaften Welt der griechischen Politik sein Name zu toxischen Reaktionen.

Mit diesen Worten leitet die britische Tageszeitung „Guardian“ das an ihre Korrespondentin Helena Smith in Athen gegebene Interview des renommierten Wirtschaftswissenschaftlers und ehemaligen Finanzministers Griechenlands ein.

Varoufakis: Griechenland ist ein Schuldgefängnis

Die Journalistin traf sich mit Yanis Varoufakis anlässlich der Präsentation seiner Partei „Front Europäischen Realistischen Ungehorsams“ (Μέτωπο Ευρωπαϊκής Ρεαλιστικής Ανυπακοής / MeRA25) in Griechenland und merkt unter anderem an:

Mit seinen 57 Jahren, mit seiner Baumwolljacke und seinen Stiefeln, genießt er seine oppositionelle Rolle gegenüber dem Regime und glaubt, dass es für die ‚Genese‘ der ‚Front Europäischen Realistischen Ungehorsams‘ nicht zu spät ist. Wie er sagt, bleibt Griechenland neun Jahre nach der Explosion der Krise in der Eurozone weiterhin eine Schuldenkolonie. Premierminister Alexis Tsipras und die SYRIZA unterschrieben Deutschlands Forderungen nach Austerität als Gegenleistung für einen dritten Rettungsplan, der die Nation in eine noch schwierigere Lage brachte. Für Yanis Varoufakis war dies ein politischer – und persönlicher – Verrat.

Die Ziele seiner Partei MeRA25 präsentierend unterstreicht Yanis Varoufakis, er möchte „die 1 Million Griechen anziehen, die aus Apathie nicht wählen gehen, obwohl sie sehr politisiert sind„. Was die Verschuldung Griechenlands betrifft, betont der ehemalige Finanzminister, dass gemäß dem Programm seiner Partei „die (griechischen) Banken nationalisiert werden“ sollen und fügt an: „Es ist etwas wie mit dem Kriegsgefangenen. Er muss zu fliehen versuchen. Mein Land ist ein Schuldgefängnis.

(Quelle: kathimerini.gr)

  1. LiFe
    3. April 2018, 15:29 | #1

    Griechenland kann sich bei Schäuble bedanken. Der Mann ist mir ein Rätsel.

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