Biologischer Tabakanbau in Griechenland

11. April 2018 / Aufrufe: 298
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In Griechenland wird eine Wende zum biologischen Anbau von Tabak forciert, der mittlerweile rund 500 Hektar umfasst.

Es war zu Beginn des 17. Jahrhunderts, als in Griechenland – anfänglich – im östlichen Makedonien systematisch mit dem Anbau von Tabak, sprich eines Produkts begonnen wurde, das einen Hauptpfeiler der griechischen Agrarwirtschaft darstellte und weiterhin darstellt.

Im weiteren Verlauf breitete der Anbau von Tabak sich auf das ganze Land aus, wobei sein Anbau außerordentliche Anpassungsmöglichkeiten sowohl an die pedologischen Bedingungen als auch die strukturellen Charakteristika des griechischen Bodens zeigte.

Wo Tabak gedeiht und zur lokalen Wirtschaft beiträgt

In Griechenland werden hauptsächlich Tabaksorten orientalischen Typs, wobei die Sorten Basmas Xanthis, Katerini, Myrodata Agriniou vorherrschen, und in geringerem Ausmaß die Sorte Virginia amerikanischen Typs angebaut. Die Produktion tangiert 27.000 Tonnen für die orientalischen und 10.000 Tonnen für die amerikanischen Tabaktypen, welche Größen im Verhältnis zu denen, die in früheren Jahren und bis 2006 herrschten, erheblich geringer sind.

Die Lagen, an denen der Tabakanbau – speziell im Fall der Sorten orientalischen Typs – gedeihen kann, sind die unfruchtbaren, leichten Böden, womit Flächen geringer Ertragsfähigkeit genutzt werden, auf denen andere Kulturen schwerlich gedeihen würden. In Griechenland entspricht die mittlere Fläche pro landwirtschaftliche Nutzung ungefähr 1 Hektar, die jedoch geeignet ist, ein bedeutsames landwirtschaftliches Einkommen zu bieten.

Parallel kommen Arbeitskräfte jeden Alters zum Einsatz (in diesen Gebieten kann bis zu 10% der Bevölkerung allein im Tabakanbau Beschäftigung finden), da der Tabak viele Arbeitsstunden erfordert und auf diese Weise zur Erhaltung der Bevölkerung in den Gebieten seines Anbaus und der Sicherstellung einer Vollzeitbeschäftigung bei einem befriedigenden Einkommen beiträgt.

Anbau von Tabak lebt in Griechenland wieder auf

Auf die Periode des Rückgangs des Tabakanbaus scheint eine besonders optimistische Periode zu folgen, wobei die Industriewelt in den Tabak investiert und damit die moderne Agrarproduktion und das Empfinden einer Stabilität stärkt, da der Tabak absolut an die sogenannte Vertragslandwirtschaft gekoppelt ist.

Parallel tragen die an griechischen Universitäten und Instituten des Landes erfolgenden Forschungen in Kombination mit Einbeziehung und Entwicklung der Technologie bei Ernte und Trocknung des Produkts zur Entwicklung der Tabakproduktion bei. Es wird mehr Nachdruck auf die Verbesserung der Qualität, die Senkung der Produktionskosten und die Eingliederung des Anbaus in Produktionssysteme integraler und biologischer Verwaltung gesetzt.

Bereits im 21. Jahrhundert angelangt, wird eine Wende zur Nutzung ökologisch orientierter Produktionssysteme mit verminderten Belastungen und Respekt vor der Umwelt und dem Menschen beobachtet, mit Ziel die Produktion qualitativ hochwertigerer und sicherer Produkte, die parallel einen Mehrwert erwerben und dem Erzeuger einen größeren Gewinn bieten.

In letzten Einschätzungen ergeht – in einem Übergangsstadium befindliche Kulturen einbeziehend – die Rede von ungefähr 500 Hektar biologischer Tabakkulturen in Griechenland. Bisher werden sie unter dem Schirm von Pilotprogrammen verwirklicht, die jedoch die Perspektiven des Anbaus aufzeigen.

Wende zum „biologischen“ Tabakanbau in Griechenland

Obwohl der Tabak der Kategorie sogenannter Industrie-Pflanzen angehört, steht er direkt mit der menschlichen Gesundheit in Zusammenhang, da die Weise seines Konsums überwiegend per Inhalation aus der Verbrennung der Blätter entstehenden Gase erfolgt. Etwas, das zwecks Schaffung eines „sauberen“ Endprodukts endlich die Erzeugung eines von toxischen Pestizid-Rückständen befreiten Produkts besserer Qualität notwendig macht und die schädlichen Auswirkungen reduziert, die das Rauchen für die Gesundheit des Konsumenten impliziert.

Wir verwirklichen langjährige Forschungen in Zusammenhang mit der Eingliederung des Tabaks in Systeme vollumfänglicher biologischer Verwaltung, mit Schwerpunkt auf der Produktionswirtschaftlichkeit kommerziellen Grades und der in Systemen reduzierter Belastung erforderlichen Steigerung der Erträge sowie auch der Verbesserung der Qualität„, erklärte gegenüber der Athener-Makedonischen Nachrichtenagentur (ANA-MNA) der Professor für Agrarwirtschaft und biologische Landwirtschaft an der Agrarwissenschaftlichen Universität Athen, Dimitris Mpilalis. Wie er sogar anmerkt, „mobilisieren wir, immer von der Deckung der Bedürfnisse der landwirtschaftlichen Produktion geleitet und den Tendenzen der Epoche folgend, neue und verbesserte alte, traditionelle Anbautechniken„.

Es ist anzumerken wert, dass den bei einem experimentellen Anbau biologischen Tabaks erfolgten Untersuchungen zufolge die Erträge für die Sorte Basmas Xanthis 2.000 Kilo, für die Sorte Katrini 3.000 Kilo und für die Sorte Myrodata Agriniou 3.200 Kilo pro Hektar erreichten und damit ein Motiv für weitere Forschungen mit Ziel die Entwicklung und Verbreitung des – mittlerweile mit der Bedingung einer (wirtschaftlichen) Tragfähigkeit verknüpften – biologischen Tabakanbaus gaben.

(Quelle: amna.gr)

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