Verfall der Infrastrukturen in Griechenland

6. März 2018 / Aufrufe: 904

Griechenlands Infrastrukturen verfallen von Tag zu Tag.

Der am 26 Februar 2018 infolge heftiger Regenfälle verzeichnete Einsturz eines Teils der Steilwand des Kanals von Korinth und die Unterbrechung der (Wasser-) Verbindung zwischen dem Saronischen Golf und dem Golf von Korinth in den letzten Tagen brachte ein Problem an die Oberfläche, das sich über die Wartung des konkreten Projekts hinaus erstreckt.

Der Mangel an Mitteln und hauptsächlich das Fehlen eines konkreten Plans einer Strategie für die Konjunktur haben in Griechenland zu dem Verfall der Infrastrukturen und einem Verlust von Milliarden Euro für die griechische Wirtschaft geführt.

Politik, Interessen und Seilschaften bremsen Griechenlands Konjunktur aus

Wenn es um Privatisierungen oder andere Formen einer „Abnabelung“ der Infrastrukturen von dem Staat geht, haben laut einer Reportage der Tageszeitung „Kathimerini“ die politischen Kosten sowie auch die Reaktionen lokaler Interessen oder / und einschlägiger Seilschaften hemmend gewirkt.

Wie die Fakten einer Studie der Griechischen Bank und der „Stiftung für Wirtschafts- und Industrieforschung“ (IOBE) zeigen, fließen für jeden in die Infrastrukturen investierten Euro zwei weitere Euro in die Wirtschaft zurück..

Griechenlands Eisenbahnnetz und hauptsächlich die veralteten Gleisanlagen der TRAINOSE strapazieren nicht nur die Reisenden bei jeder Fahrt von Athen nach Thessaloniki (und umgekehrt), sondern erschweren auch die Entwicklung des Hafens von Piräus. Im selben Schicksal befindet sich auch das Elektrizitätsnetz Griechenlands, wobei Kreta und andere Inseln die Zuversicht hegen, 2020 (endlich …) mit dem Festland vernetzt zu werden.

Griechenlands Infrastrukturen kranken auch hinsichtlich neuer Technologien

Die Probleme bei Griechenlands Infrastrukturen sind keine Einzelfälle, sondern allgemein: Unter Ausnahme des internationalen (Athener) Flughafens „Eleftherios Venizelos“ sammelten die griechischen Flughäfen die schlechtesten Kritiken, und sogar auch heute gingen 23 periphere Flughäfen mit einem großen touristischen Verkehrsaufkommen ohne Pläne für ihre Aufwertung von dem sogenannten „Privatisierungsfonds öffentlichen Vermögens“ (TAIPED) an den neuen „Super-Fonds“ über.

Bei den (Straßen-) Verkehrsachsen – mit der Egnatia Odos an der Spitze – gibt es immer noch Mängel. Die (Anmerkung: partiell!) nicht erfolgte Durchsetzung von Mautgebühren auf der „Egnatia“ hat eine Reihe von Problemen geschaffen, wie es beispielsweise das Fehlen von „Service-Stationen für Autofahrer“ (sprich organisierten „Raststätten“) und die Existenz nur einer einzigen Tankstelle an der gesamten Länge der Straßenachse sind.

Schließlich kranken laut der „Kathimerini“ im Griechenland des Jahres 2018 die Infrastrukturen auch hinsichtlich neuer Technologien. Bezüglich der Qualität der Breitbandanbindungen bleibt Griechenland innerhalb der Europäischen Union auf dem letzten Platz, wobei eine halbe Million Euro erreichende Gemeinschaftsmittel ungenutzt bleiben. Die griechische Regierung beschloss, nicht mittels sogenannter „öffentlich-privater Partnerschaften“ (ÖPP) zum Ausbau von Breitband-Strukturen zu schreiten und legte der Europäischen Kommission einen anderen Vorschlag vor, der aber bereits vor Wochen abgewiesen wurde.

(Quelle: in.gr)

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