Griechenland ist Deutschlands zweitbester Kunde

14. März 2018 / Aktualisiert: 15. März 2018 / Aufrufe: 774

Griechenland ist der zweitbeste Kunde der Rüstungsindustrie Deutschlands.

Laut dem neuen Bericht des Stockholmer Friedensforschungsinstituts (SIPRI) nahm in den letzten fünf Jahren der weltweite Waffenhandel um 10% zu. Ein Drittel aller Waffen und Waffensysteme kam in Ländern des Mittleren Ostens an.

Größter Exporteur für Waffen und Waffensystem blieben dem in Schweden ansässigen „Stockholm International Peace Research Institute“ zufolge zwischen 2013 und 2017 die USA, auf die 34% der Gesamtverkäufe von Waffen und Waffensystemen entfallen.

USA und Europa sind Hauptexporteure für Waffen und Rüstungssysteme

Im Verhältnis zu den vorherigen fünf Jahren schafften die Amerikaner, ihre Exporte um 25% zu steigern. Es folgen Russland, Frankreich, Deutschland auf dem vierten Platz und China. Auf diese Länder entfallen 40,2% des gesamten internationalen Waffenhandels. (Hinweis: Die griechische Quelle nennt – offensichtlich irrig – 74%.) Die Deutschen befanden sich zwischen 2008 – 2012 noch auf dem dritten Platz, in den folgenden 5 Jahren gingen ihre Exporte aber um 14% zurück. In dem selben Zeitraum stiegen die Waffenexporte an Länder des Nahen und Mittleren Ostens jedoch um 109% an!

Obwohl es in Westeuropa und Nordamerika in den letzten Jahren einen intensiven öffentlichen Dialog bezüglich der Notwendigkeit einer Reduzierung der Verkäufe von Waffen an die Krisenherde gab, „bleiben USA und europäische Länder Hauptexporteure“ an die Länder des Nahen und Mittleren Ostens, betont der SIPRI-Experte Peter Wesemann. Mehr Waffen wurden nicht nur im Mittleren Osten, sondern auch in Asien und Ozeanien verkauft. Die Exporte an Afrika, Amerika, aber auch Europa gingen dagegen – zum Teil auch wegen der Wirtschaftskrise – zurück.

Größter Einkäufer blieb während der letzten fünf Jahre Indien. „Die Spannungen zwischen Indien und einerseits Pakistan und andererseits China fachen die Nachfrage nach Waffen in Indien an, das weiterhin nicht in der Lage ist, sie selbst zu produzieren“, erklärt Wesemann. Auf der Liste derb größten Waffenimporteure folgen Saudi-Arabien, Ägypten, die Vereinigten Arabischen Emirate und China.

Griechenland ist zweitbester „Kunde“ der deutschen Rüstungsindustrie

98 Länder der Welt mit Waffen und Waffensystemen beliefernd schafften die USA, ihre Exporte um ungefähr 25% zu steigern. Den Experten des schwedischen Instituts zufolge nutzen die Amerikaner den Waffenhandel als außenpolitisches Werkzeug um strategische Allianzen einzugehen. Ungefähr 50% der amerikanischen Waffen wurden im Mittleren Osten verkauft.

Die Verkäufe des zweitgrößten Waffenexporteurs, sprich Russlands, gingen in den letzten 5 Jahren im Verhältnis zu dem Zeitraum 2008 – 2012 um 7,1% zurück. Den dritten Platz nimmt weiterhin Frankreich ein, das sogar schaffte, seine Exporte um 27% zu steigern und dabei Deutschland auf den vierten Platz der weltweiten Rüstungs-Charta verdrängte. 42% der französischen Waffen hatten Länder des Mittleren Ostens zum Ziel, mit Hauptempfänger – und zwar mit Abstand – Ägypten. Größte „Kunden“ Deutschlands waren Südkorea, wo 14% der deutschen Waffensysteme ankamen, Griechenland mit 11% und Israel mit 8,7%.

(Quelle: dikaiologitika.gr)

  1. V 99%
    14. März 2018, 19:42 | #1

    Ja … und? 14 + 11 + 8,7 = 33,7 %, … was ist mit den übrigen 66,3 % ? Wenn 11 % fuer GR zu viel sind, einfach mal abbestellen, … dann kommen bestimmt gleich die Franzosen und verkaufen ihre Waffen!

    Der eigentliche Skandal ist dieser: „In dem selben Zeitraum stiegen die Waffenexporte an Länder des Nahen und Mittleren Ostens jedoch um 109% an!“ Das betrifft nicht nur D, sondern alle Waffenexporteure der EU. Hier werden Fluechtlingsproblem und Terroranschlaege in Europa hausgemacht!

  2. GR-Block
    15. März 2018, 00:39 | #2

    Nun ja, es ist das altbewährte Spiel des Westens. Das Wettrüsten soll die Vasallenstaaten im Schuldendienst halten, damit keiner sich vom Acker macht. Der eigentliche Skandal aber ist, dass just im Moment als Arkadaş Erdoğan Angriffslust vorgaukelt, Tsipras seine Versprechen dem Westen gegenüber einlösen kann. Als ob man sich abgesprochen hätte.
    In GR würde zurzeit kaum einer Waffenkäufe von den „Partnern“ gutheißen. Soll sich doch die NATO in der Region in Zukunft selber schützen. Wo doch gerade Jens Stoltenberg jegliche Vermittlung wegen der beiden griechischen Offiziere abgelehnt hat.
    Aber wenn die Türkei, wie kürzlich geschehen, eine zweite kleinasiatische Katastrophe androht, dann „muss“ man ja aufrüsten. Dass sie sich nicht wirklich einen Zweifrontenkrieg leisten kann, übersieht man vor lauter Panik.

    Was die reduzierten deutschen Waffenexporte angeht, laut SIPRI beziehen sich die 109% zusätzliche Waffenexporte in die Krisengebiete tatsächlich nur auf D. Offensichtlich haben die hiesigen Waffenproduzenten ihre Märkte neu sortiert. Der arabische Winter beschert ihnen nicht nur einen deutschen Frühling. Nein, man erhofft sich offensichtlich einen noch heißeren Sommer.

  3. Götterbote
    15. März 2018, 19:14 | #3

    USA = 34%
    Russland, Frankreich, Deutschland, China 74%
    Aller Waffenverkäufe.
    34 + 74 = 108.

    Habe ich was falsch verstanden?

    • Team
      15. März 2018, 20:16 | #4

      Danke für den Hinweis, die unbesehen aus der griechischen Quelle übernommene Angabe ist offensichtlich falsch und nicht einmal mit einem „Zahlendreher“ zu rechtfertigen, die korrekten Zahlen fanden wir hier:
      International arms transfers

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