Gehören Imia – Kardak zu Griechenland?

4. Februar 2018 / Aufrufe: 512
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Gehören die beiden Imia beziehungsweise Kardak genannten Eilande in der östlichen Ägäis zu Griechenlands Staatsgebiet?

Ende vergangener Woche wurde bei den Sicherheitsbehörden Griechenlands Alarm geschlagen und im letzten Moment der Versuch eines (im Außenministerium angestellten!) Mitglieds der rechtsextremistischen Organisation „Zurückeroberung“ vereitelt, nach Imia zu gelangen um sich … „heilige Erde“ zu holen – was bis hin zu einem „heißen Zwischenfall“ mit der Türkei nebst unvorhersehbaren Folgen hätte führen können. (Quelle: documentonews.gr)

Anlässlich der Enthüllung, dass nationalistische Kreise einen Besuch / eine Provokation auf den Imia-Inseln mit Ziel die Spannung in den Beziehungen zwischen Griechenland und der Türkei zu organisieren anstrebten, ergeben sich einige interessante Fragen und Rückschlüsse:

Ungeklärte Souveränität und territoriale Grauzonen

  • Waren die Imia-Inseln im Januar 1996 griechischer Boden, den die damalige Regierung Simitis zu verteidigen eilte, nachdem türkische Journalisten die von dem damaligen Bürgermeister von Kalymnos platzierte griechische Flagge niederholten (und eine türkische hissten)?
  • Lag damals im Jahr 1996 der Boden der Imia-Inseln innerhalb des griechischen Staatsgebiets oder weidete gar der als „Schäfer von Kalymnos“ bekannt gewordene und mittlerweile 90 Jahre alte Grieche Antonis Bezyropoulos seine Ziegen dort illegal?
  • Sind die Imia-Inseln heute griechischer Boden? Und wenn sie es sind, warum darf sich unabhängig von seiner politischen Positionierung kein Grieche dorthin begeben?

Die Antworten auf die obigen simplen Fragen führen auch zu simplen Schlussfolgerungen:

  1. Die Imia-Inseln waren im Januar 1996 griechischer Boden, und weil sie griechischer Boden waren, gab es auf den Inseln eine griechische Aktivität. Ein Schäfer hatte sie von der Gemeinde Kalymnos als Weidefläche gepachtet.
  2. Mit der von den Amerikanern durchgesetzten berühmt-berüchtigten „Loslösungseinigung“ (keine Ziegen, keine Fahnen, keine Streitkräfte) sind die Imia-Inseln seit dem 31 Januar 1996 kein griechischer Boden mehr. Hinsichtlich der Souveränität sind sie bestenfalls ein „graues Gebiet“. Und das trifft nicht nur auf Imia zu …

Es existiert noch eine Reihe weiterer Eilande und Inselfelsen in der Ägäis, wo jede Art von Aktivität und sogar auch ihr Besuch „verboten“ sind, da der türkischen Position stattgegeben worden ist, dass sie „ungeklärter Souveränität“ sind und ihr Status aus einem griechisch-türkischen Dialog heraus vereinbart werden muss. Das ist in der Essenz auch der Gegenstand des berüchtigten griechisch-türkischen Dialogs „über Themen hoher Politik“, der seit damals anhält, ohne offensichtlich irgendein Resultat gebracht zu haben.

Griechenlands Politiker verheimlichten die Wahrheit

Weil also „national die Wahrheit ist“, sollten wir in diesen schwierigen und gefährlichen Tagen wissen, was genau geschehen ist, und das politische System die Verantwortung und die Kosten der Entscheidungen tragen, die es in der Vergangenheit getroffen hat: im Januar 1996 endete die Imia-Krise mit einem Territorialverlust (ohne dass auch nur ein einziger Schuss fiel).

Das politische System des Landes verheimlichte die Wahrheit und bot Mythen „über ein starkes Griechenland“, Euro, Olympische Spiele, bestialische Rüstungsprogramme, Schmiergelder, und all das auf Pump … . Nun ist also der Moment gekommen, wo die Rechnung zur Begleichung vorgelegt worden ist, und wir alle pfeifen gleichgültig vor uns hin …

PS: Der Umstand, dass die Faschisten sich über diese Sache „besorgt“ zeigen, bedeutet nicht, dass auch jeder andere, der sich Sorgen macht, ein Faschist ist. Das Faschistenpack nutzt einfach nur das Unvermögen / die Abgeneigtheit des politischen Systems aus, die Wahrheit zu sagen, sich seinen Verantwortungen zu stellen und – allem voran – sich auf einen Plan (Strategie) zur Bewältigung der gefährlichen Situationen zu einigen …

(Quelle: topontiki.gr, Autor: Dimitris Milakas)

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