Dramatische Auswirkungen der ENFIA in Griechenland

3. Februar 2018 / Aufrufe: 1.190

Die sogenannte Einheitliche Immobilienbesitzsteuer ENFIA hat für viele Eigentümer von Immobilien in Griechenland dramatische Auswirkungen.

Eine Untersuchung der Kapa Sesearch für Rechnung des „Panhellenischen Verbands der Immobilieneigentümer“ (POMIDA) zeigt einen signifikanten Rückgang des Anteils der Eigennutzung, ein Unvermögen zur Zahlung der – von den meisten für ungerecht gehaltenen – Immobiliensteuern, ein Bestreben der Mehrheit der Eigentümer, sich ihrer Immobilien zu entledigen, diese sogar auch zu einem niedrigeren Preis als dem Einheitswert verkaufend, und eine allgemeine Abgeneigtheit zu Investitionen auf Griechenlands Immobilienmarkt auf.

Die Untersuchung wurde anlässlich der 35-jährigen panhellenischen Jubiläums-Tagung der POMIDA durchgeführt, die am vergangenen Samstag (27 Januar 2018) im historischen Saal des alten Parlamentspalast unter Anwesenheit zahlreicher Eigentümer und Funktionäre der POMIDA aus ganz Griechenland, Repräsentanten politischer Parteien, der lokalen Selbstverwaltung und des Immobilienmarkt erfolgte.

Mietrückstände bleiben enormes Problem für Vermieter in Griechenland

Die hauptsächlichen aus der Untersuchung hervorgehenden Schlussfolgerungen sind:

Der Anteil der Eigennutzung ging von 81,6% im Jahr 2006 auf 73,9% im Jahr 2018 zurück (-7,7 Prozentpunkte). Mittlerweile zählen jene mehr, die erachten, es sei vorteilhafter, eine Wohnung zu mieten (49%) als über eine im Eigenbesitz befindlich zu verfügen, während sechs von zehn Eigentümern urteilen, es sei unrentabel, Immobilien zur Vermietung bereitzustellen.

Die Verzögerungen und die Nichtentrichtung von Mietzahlungen bleiben riesige Probleme für die Eigentümer hauptsächlich gewerblicher Immobilien, wo der Anteil der nicht ihren Verpflichtungen entsprechenden Mieter 48,9% beträgt (37,6% bei den Wohnungen und 20% bei den Einfamilienhäusern). Jedoch wird in dem konkreten Thema eine erhebliche Verbesserung beobachtet, da die konsequenten Mieter spürbar zugenommen haben.

Der Hauptgrund für die Verbesserung dieses „Konsequenz-Indexes“ sind die Mietsenkungen, welche die überwältigende Mehrheit der Eigentümer vornahmen. Konkret schritten 76,4% zu Senkungen bei den Wohnungsmieten, 68% bei den Mieten für Einfamilienhäusern und 81,5% bei den Mieten gewerblicher Räume. Die Sätze der Senkungen bei den Mietungen staffeln sich bis zu über 40%.

Imposant ist die Zunahme (fast Verdreifachung) jener, die in den kommenden beiden Jahren eine Immobilien zu verkaufen beabsichtigen. Der Anteil beträgt heute 33%, gegenüber 13,3% im Jahr 2006. Gegenteilig ist die Entwicklung des Anteils der potentiellen Käufer: gerade einmal 20,3% der Bevölkerung antworten (zu Kaufabsichten befragt) derzeit „ja“ oder „vielleicht“, gegenüber 53,5% im Jahr 2009. Dramatisch ist außerdem die Herabstufung der Einschätzungen bezüglich des Verlaufs der Preise: 33,3% glauben, sie werden steigen, gegenüber 81%, die im Jahr 2004 die entsprechende Einschätzung anstellten.

Eigentümer halten Immobiliensteuern in Griechenland für ungerecht

Einer von zwei (50%) glaubt, das Interesse an Investitionen auf Griechenlands Immobilienmarkt werde in den beiden kommenden Jahren steigen (gegenüber 72,3% im Jahr 2007 und 29,9% im Jahr 2009), und zwar hauptsächlich für Küsten- und Inselregionen des Landes, wo der Anteil der Einschätzungen bezüglich einer Zunahme des Kaufinteresses auf 56,1% hochgeschnellt ist, gegenüber 26% im Jahr 2009.

7,2% der Eigentümer versuchten, 2017 eine Immobilie mittels der Plattform Airbnb und einschlägiger Internetpräsenzen zu vermieten, während 20,3% es auf traditionelle Weisen anstrebten.

76,8% der Eigentümer halten die Steuern auf die Immobilien für ungerecht, während ein entsprechender Anteil (75,9%) den Umstand für falsch hält, dass es für leer stehende und unrentable Immobilien keine Ermäßigung gibt.

38,3% erklären, sich schwer tun zu werden, die sogenannte „Einheitliche Immobilien-Besitzsteuer“ (ENFIA) zu bezahlen, und 25,4%, es nicht schaffen zu werden. Auf die Frage, was sie in Zukunft tun werden, falls sie die Steuern nicht bezahlen können, erklären 15,8%, sie würden zu einem Preis unter dem Einheitswert, und 33,4%, zu einem Preis in Höhe des Einheitswertes zu verkaufen versuchen, während 8,6% die Immobilien vom Fiskus pfänden lassen werden.

Fast jeder Dritte (28,7%) hat einen Bankkredit für den Kauf einer Immobilie und von diesen bedient jeder Vierte (24%) seinen Kredit nicht regulär. Der Anteil jener, die regulär zahlen, ist auf 76% gesunken, gegenüber 83,5% im Jahr 2012.

Die Untersuchung verzeichnet ebenfalls den breiten (Wieder-) Erkennungswert des POMIDA (56,5% kennen ihn und 17,2% haben von ihm gehört). 52,6% haben eine positive Meinung über den Eigentümerverband, während als das ernsthafteste Thema, auf das er seine Aktivität zu konzentrieren aufgerufen ist, die Immobilienbesteuerung aufgezeigt wird.

(Quelle: dikaiologitika.gr)

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