Steuersenkungen überall, außer in Griechenland

10. Januar 2018 / Aufrufe: 381

Im Gegensatz zu Griechenland wird in der Europäischen Union eine allgemeine Tendenz zur Senkung der Steuersätze verzeichnet.

Einer jüngst erfolgten Untersuchung bezüglich der Steuer-Praktiken innerhalb der EU zufolge wird in den Mitgliedstaaten der Europäischen Union im Gegensatz zu Griechenland eine allgemeine Tendenz zur Senkung der Steuersätze verzeichnet.

Konkret sind schon viele Staaten wie beispielsweise Kroatien, Slowenien und Italien zu einer Senkung des Einkommensteuersatzes für Firmen (sprich Gesellschaften / juristische Personen) geschritten, während in anderen Staaten wie Luxemburg, Frankreich, Großbritannien und Belgien Steuersenkungen bereits angekündigt worden sind oder erwartet werden.

Griechenland bleibt „EU-Champion“ der Überbesteuerung

Was die Besteuerung natürlicher Personen betrifft, wird ebenfalls eine gestiegene Tendenz zur Minderung der Besteuerung beobachtet. So erfolgte in Kroatien eine Reduzierung nicht nur bei den Steuersätzen, aber zusätzlich auch bei der Anzahl der Steuerstufen. Portugal schafft schrittweise die Erhebung einer progressiven Solidaritätsabgabe ab und beginnt dabei bei den beiden niedrigsten Steuerklassen. Finnland schritt zu einer allgemeinen Reform, wobei es die niedrigsten und höchsten Steuersätze senkte und parallel die Steuerermäßigungen für die Steuerpflichtigen anhob.

  • In Finnland liegt der Spitzensteuersatz bei 31,75% und kommt auf Jahreseinkommen von über 72.300 Euro zur Anwendung.
  • In Deutschland liegt der Höchstsatz (45%) zwar auf den selben Niveaus wie in Griechenland, kommt jedoch erst auf den 254.446 Euro übersteigenden Teil des Einkommens zur Anwendung.
  • In Italien kommt der Höchstsatz von 43% auf den 75.000 Euro übersteigenden Einkommensteil zur Anwendung.
  • In Spanien beträgt der Höchstsatz 22,5% und kommt auf den 60.000 Euro übersteigenden Teil des Einkommens zur Anwendung.
  • In Großbritannien kommt der Höchstsatz von 45% ab über 150.000 Pfund zur Anwendung.
  • In Slowenien beträgt der Höchstsatz 25% und kommt auf den 35.022 Euro übersteigenden Einkommensteil zur Anwendung.

In Griechenland erreichen, wenn Steuern und Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteile zur gesetzlichen Sozialversicherung zusammengerechnet werden, die Gesamtabgaben 56,2%. In Deutschland beträgt der entsprechende Satz 44,3%, in Dänemark 55,8%, in Estland 41,2%, in Österreich 41,2%, in Irland 54,4%, in Holland 52,7%, in Norwegen 53% und in Spanien 37%.

 (Quelle: insider.gr)

Der Vollständigkeit halber sei angemerkt, dass sich in Griechenland infolge der Umsetzung sogenannter „Reformen“ die Belastung der Einkommen Gewerbetreibender, Freiberufler und allgemein Selbständiger mittlerweile auf bis zu 80% des Einkommens summiert!

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