Griechenlands Politik der Beihilfen ist eine Armutsfalle

11. Januar 2018 / Aufrufe: 620

Die von der Regierung Griechenlands praktizierte Politik der Beihilfen ist eine Armutsfalle und wird zum Gegenanreiz für Arbeit.

Die Regierung Griechenlands „gewöhnt“ die Bürger an eine Beihilfen- und Sozialpolitik, die bereits ernsthafte Verzerrungen auf dem Arbeitsmarkt schafft.

Ein Artikel der Zeitung Kathimerini beschreibt das griechische Paradoxon, dass griechische Arbeitsnehmer Lohnerhöhungen ablehnen, weil sich ihr Einkommen verringern wird, indem sie die bezogenen Beihilfen verlieren.

Wenn Arbeit und Verdienst „bestraft“ werden

Die „Armutsfalle“ des sogenannten sozialen Solidaritätseinkommens kann – rein wirtschaftlich betrachtet – der tageweisen Beschäftigung vorzuziehen sein. Die einmaligen Beihilfen oder die Leistungen wie die Ermäßigungen beim Stromtarif, Wohnbeihilfen, sogenannte „soziale Dividenden“, Leistungen an Inselbewohner und andere haben zum Resultat, dass die Steuerpflichtigen immer zurückhaltender werden, in ihrer Steuererklärung ein größeres Einkommen auszuweisen. Und dies, weil die Folge der indirekte Verlust von Nettoeinkommen sein wird.

Die Kathimerini führt drei charakteristische Beispiele und spezieller an:

  • Jemand mit zwei Kindern wird sein Einkommen nicht von 20.000 auf 21.000 Euro steigern wollen, weil er abgesehen von der zusätzlichen Steuer, mit der er belastet werden wird, auch 560 Euro aus dem Kindergeld verliert. Von den 1.000 Euro des zusätzlichen Verdienstes wird er 350 Euro für Steuern und Solidaritätsabgabe zahlen, er wird auch die 560 Euro des Kindergelds verlieren und letztendlich werden ihm gerade einmal … 90 Euro bleiben.
  • Die Eltern eines Kindes werden vorziehen, mit einem deklarierten Einkommen von 15.000 Euro zu erscheinen anstatt eine Lohnerhöhung zu bekommen, die ihnen den „Sozialtarif“ der Elektrizitätsgesellschaft (DEI), aber auch die Hoffnung nimmt, auch 2018 eine „soziale Dividende“ zu erhalten. Allein der Verlust aus dem Sozialtarif der DEI wird wenigstens 250 Euro betragen.
  • Die arbeitslos werdende Mutter eines Kindes wird vorziehen, ein Jahr lang das (sich – einen entsprechenden Anspruch vorausgesetzt – auf jährlich 4.752 Euro gestaltende) Arbeitslosengeld zu beziehen anstatt eine (Teilzeit-) Stelle mit vierstündiger Beschäftigung anzunehmen, die ihr bei der derzeit auf dem Markt herrschenden Situation bestenfalls ein Jahreseinkommen von ungefähr 4.000 Euro sicherstellen wird.

(Quelle: iefimerida.gr)

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