Düstere Nachrichten über Griechenlands Wirtschaft

14. Dezember 2017 / Aufrufe: 310
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Von den ausländischen Analysten und Investmenthäusern kommen schwarze Nachrichten bezüglich der Wirtschaft in Griechenland.

Nach der Veröffentlichung der Daten des BIP Griechenlands für das dritte Quartal 2017 wird von den ausländischen Analysten die offizielle Zielvorgabe für ein Wachstum der griechischen Wirtschaft um 1,6% inzwischen unverblümt in Zweifel gestellt.

Die Investment-Häuser des Auslands sprechen bezüglich der griechischen Wirtschaft von beunruhigenden Anzeichen und zeigen sich hauptsächlich wegen der schwachen Fakten in Bezug auf Konsum und Investitionen nachdenklich.

Schwache Konjunktur bringt Griechenlands Ziele in Gefahr

Infolgedessen und obwohl die offizielle Zielvorgabe bezüglich des Wachstums von den 2,7%, die vor einem Jahr der Haushaltsplan für 2017 vorsah, wiederholt zurückgestuft wurde, „sehen“ die pessimistischsten Prognosen nunmehr, dass Griechenlands BIP mit Rhythmen von marginal über 1% steigen wird. Die leitende Ökonomin der „Capital Economics“ für Europa, Jennifer McKeown, warnt sogar, die schwache Wirtschaft bringe den Ausgang Griechenlands aus dem Programm (sprich Memorandum) und das Ziel hinsichtlich einer vollständigen Finanzierung Athens mittels der Finanzmärkte in Gefahr.

An den Analysten zog natürlich nicht unbemerkt der Umstand vorbei, dass der Anstieg des griechischen BIP um 0,3% im Verhältnis zum vorherigen Quartal bedeutet, dass die griechische Wirtschaft in der längsten seit 2006 verzeichneten Folge drei fortlaufende Quartale mit einem positiven Wachstum abschloss. Es wird jedoch angenommen, dass dieser Wachstumsrhythmus, der sehr viel niedriger als die vom Markt erwarteten 1% war, die Bestätigung der Zielvorgabe bezüglich eines Anstiegs des BIP um 1,6% im gesamten Jahr 2017 schwierig bis unmöglich macht.

Um dieses Ziel zu erreichen, wird die griechische Wirtschaft im letzten Quartal des Jahres (2017) nunmehr um 1,2% wachsen müssen. Und diese ‚Latte‘ ist übertrieben hoch: Das Wahrscheinlichste ist, dass das Wachstum des vierten Quartals bei der Hälfte liegt. Und das wird den Jahres-Rhythmus auf nur 1,4% bringen„, erklärt der Bloomberg-Ökonom Maxim Sbahi.

Barclays, Capital Economics, BofA und Citi zeigen sich pessimistisch

Ein Wachstum von 1,4% erwartet auch Barclays, wobei der Ökonom des Hauses, Francois Cabau, die Verlangsamung der griechischen Wirtschaft auf den schwächeren Konsum der privaten Haushalte und den Rückgang der Investitionen zurückführt. Der Rückgang der Investitionen im dritten Quartal 2017 um 6,1% ist ein Element, dem auch die Capital Economics besondere Bedeutung zumisst und dabei erklärt, „dies bestätigt, dass die Unternehmen weiterhin ein sehr geringes Vertrauen in den Aufschwung haben und selbst jene, die investieren wollen, sich von den strapazierten griechischen Banken kein Geld leihen können„.

Nach all diesem legen die amerikanischen Häuser die Messlatte für die griechische Wirtschaft noch niedriger an, wobei die Citi Wachstumsrhythmen von 1,2% erwartet und erklärt, das BIP Griechenlands werde wegen der fortgesetzten Austerität, der Einschränkungen bei der Liquidität infolge der Kapitalverkehrskontrollen und des fehlenden Fortschritts an der Front der Wettbewerbsfähigkeit niedriger als von dem Programm (Memorandum) vorgesehen sein.

Im selben Moment schätzt die „Bank of America Merrill Lynch“ ein, das Wachstum des Jahres 2017 werde sich noch niedriger, sprich bei 1,1% bewegen. Der Umstand, dass Griechenlands Wirtschaft sich als schwächer als erwartet erweist, führt manche Analysten dazu, auch die Planung bezüglich des Ausgangs aus dem „Programm“ (Memorandum) anzuzweifeln. „Die (Finanz-) Märkte werden zurückhaltend sein, der griechischen Regierung Geld zu leihen, und es erscheint als wahrscheinlich, dass Athen auch nach dem offiziellen Ausgang aus dem Programm im kommenden August (2018) weiterhin erhebliche wirtschaftliche Hilfe brauchen wird„, führt McKeown von Capital Economics an.

(Quelle: parapolitika.gr, Autorin: Korina Samarkou)

  1. Kleoni
    14. Dezember 2017, 10:18 | #1

    Wie soll der Konsum der privaten Haushalte steigen, wenn Selbständige mit Steuern und Abgaben bis zu 80% ihres Einkommens belastet werden ?! Der Mittelstand ist verarmt und die Vermögenden haben ihr Geld im Ausland zu besten Konditionen geparkt :/

  2. Alfons
    14. Dezember 2017, 14:54 | #2

    Ja, das ist die bittere Wahrheit, die sich hinter aller Propaganda einer baldigen rosigen Zukunft verbirgt: Wer nicht von der griechischen Verschuldung profitiert, für den wird der Weg nach unten weitergehen. Interessant finde ich, dass da – laut Umfragen – viele Griechen mit ihrer eher negativen Sichtweise für die Zukunft – näher an der Wahrheit sind, als die häufig medial groß aufgemachten Ankündigungen eines Ende der Abhängigkeit Griechenland ab Sommer 2018. Ich frage mich allerding auch: Glaubt Tsipras wirklich das, was er da verkündigt?

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