Rettung der Banken kostet Griechenland dutzende Milliarden Euro

17. November 2017 / Aufrufe: 742

Einem vernichtenden Bericht des EuRH zufolge erlitt Griechenlands Fiskus aus der Rekapitalsierung der griechischen Banken bisher einen Schaden von 36,4 Milliarden Euro.

Sich auf den Gang Griechenlands an die Finanzmärkte beziehend warnt der Europäische Rechnungshof (EuRH) und betont, die (Erreichung der) Fähigkeit des Landes, sich völlig über die Märkte zu finanzieren, sei ein schwieriges Unterfangen.

Laut dem Bericht des Europäischen Rechnungshofs mit Titel „Die Intervention der Kommission in der griechischen Finanzkrise“ trugen die von der Europäischen Kommission in Griechenland geplanten und umgesetzten Programme (sprich Memoranden) zwar zur Neuorganisation des Landes bei, aber nur marginal.

Griechenland brachte zur Rettung seiner Banken über 45 Mrd. Euro auf

Wie der am 16 November 2017 publizierte Bericht des EuRH anführt, hat der griechische Fiskus bis Dezember 2016 für die Banken Gelder aufgewendet, die 45,4 Mrd. Euro tangierten. Der Bericht schätzt ein, der Fiskus werde davon im besten Fall 8,9 Mrd. Euro wiedererlangen können, womit der Schaden, den er erlitt, auf (bisher …) 36,4 Mrd. Euro veranschlagt wird.

Diese – wie der Rechnungshof feststellt – aus den drei Memoranden (sprich sogenannten „Hilfs- / Rettungskrediten“) herrührenden Gelder wurden den griechischen Banken für ihre Rekapitalisierung bereitgestellt (31,9 Mrd. Euro), während weitere 13,5 Mrd. Euro bereitgestellt wurden, damit die Liquidation der übrigen – geschlossenen oder von den vorherigen absorbierten – Banken voranschreitet.

Bisher hat der griechische Fiskus aus dem Produkt der Liquidation oder aus dem Verkauf von Bankaktien nur 3,2 Mrd. Euro in seine Kassen gebracht, während der Rechnungshof die Zuversicht hegt, dass der Fiskus noch weitere 5,7 Mrd. Euro beitreiben kann, und somit die gesamten Einnahmen auf 8,9 Mrd. Euro veranschlagt.

Hilfskredite wurden Griechenlands Banken praktisch „nachgeworfen“

Der Rechnungshof stellt fest, dass die im Rahmen der drei Memoranden realisierten Reformen nicht ausreichend auf Themen der unternehmerischen Leitung, aber auch Beaufsichtigung des Banksystems durch die nationalen Behörden hauptsächlich bei den kleineren Banken fokussiert war.

Wie der EuRH in dem konkreten Bericht charakteristisch anführt, ergaben sich aus einer gemeinsam von Stäben der Griechischen Bank und des SSM durchgeführten Überprüfung bei einer – jedoch nicht näher benannten – Bank äußerst ernsthafte Mängel sowohl bei der Unternehmensführung als auch bei den Praktiken, die bei der Erteilung von Krediten und hauptsächlich bei der Überprüfung des sich aus diesen implizierenden Risikos (Risikomanagement) angewendet wurden.

Wie betont wird, wurden mit dem zweiten Memorandum signifikante Gelder für die Rekapitalisierung der Banken bereitgestellt, ohne jedoch effizient die Kontrolle der privaten Unternehmensleitungen sicherzustellen. Während die Änderungen in der Beteiligungs-Zusammensetzung der griechischen Banken 2013 zu ihrer fast vollständigen Verstaatlichung führten, bildete diese Entwicklung sich entgegen der internationalen Praxis nicht auch in der Zusammensetzung der Vorstände ab.

(Quelle: eleftherostypos.gr)

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