Wohnungsmangel in Griechenland treibt Mietpreise hoch

28. Oktober 2017 / Aufrufe: 1.335

Zunehmender Wohnungsmangel und immer populärer werdende Kurzzeitvermietungen wie über Airbnb führten zu einem imposanten Anstieg der Neubaumieten in Attika.

Der Anstieg der Kurzzeitvermietungen an Touristen über digitale Plattformen wie Airbnb in Kombination mit dem Umstand, dass in Griechenland seit etlichen Jahren keine neuen Häuser mehr gebaut werden und auch keine neuen Käufe getätigt werden, trieb die Mietpreise hoch.

In nur drei Jahren (2014 – 2017) und inmitten einer tiefen Rezession stiegen die Mieten der Neubauwohnungen in Attika um einen 30% übersteigenden Satz, wobei den größten Anstieg die wenigen Neubauimmobilien im Zentrum von Athen verzeichnen (+34,8%), einem Gebiet, wo die sprunghafte Entwicklung der Plattform für Immobilien-Kurzzeitmietungen (Airbnb) das Unterste zuoberst gekehrt hat.

Neubaumieten in Attika begannen ab 2014 kontinuierlich zu steigen

Gleichermaßen imposant war in Attika auch der Anstieg, der bei den Mieten der Neubauimmobilien in den südlichen Vorstadtbezirken verzeichnet wurde (+32,9%), während bei den entsprechenden Immobilien in den nördlichen Vorstadtbezirken der Anstieg der Mieten 30,6% erreichte.

Wie aus der Präsentation hervorgeht, die Dimitris Melachrinos, CEO einer Website für Immobilien-Inserate (Spitogatos Network), auf dem 18. Kongress für die Verwertung des Immobilienvermögens – Prodexpo abhielt, kam der Rückgang der Wohnungsmieten in Attika 2014 zum Stillstand und seitdem begannen die Eigentümer immer höhere Preise für ihre – gleich ob alten oder neuen – Wohnungen zu verlangen.

Konkret zeigen die Mietpreise sich im Durchschnitt in den nördlichen Vorstadtbezirken um 16,9% (von 6,36 €/m² im Jahr 2014 erreichten sie in diesem Jahr 7,65 €/m²), im Zentrum um 14,2% (von 6,29 €/m² im Jahr 2014 stiegen sie auf 7,33 €/m² in diesem Jahr) und in den südlichen Vorstadtbezirken um 23,8% (von 6,50 €/m² im Jahr 2014 erreichten sie 8,52 €/m²) gestiegen. Der Mietmarkt in den Gebieten der südlichen Vorstadtbezirke scheint die Krise sogar hinter sich gelassen zu haben, da das Niveau der Mieten mittlerweile höher als das entsprechende Niveau des Jahres 2011 ist. Konkret ist hier der Durchschnittswert der Mieten um 6,1% gestiegen.

Auf der Gegenseite werden im Vergleich zu vor sechs Jahren im Durchschnitt die Wohnungen sowohl im Zentrum von Athen (-9,5%) als auch in den nördlichen Vorstadtbezirken (-5,9%) zu niedrigeren Preisen vermietet.

Moderaterer Anstieg bei Altbaumieten und Rückgang bei Kleinwohnungen

Die Mieten der (bis 1980 erbauten) Altbauwohnungen haben seit 2014 bis heute ebenfalls zu steigen begonnen, obwohl der Rhythmus des Anstiegs im Vergleich zu den Neubauten niedriger ist. Tiefer in die Tasche werden all zu greifen haben, die eine Altbauwohnung in den nördlichen Vorstadtbezirken mieten möchten, da der verlangte Quadratmeterpreis von 5,71 €/m² im Jahr 2014 mittlerweile bei 7,14 €/m² angelangt ist. Jedenfalls ist der Anstieg der Periode 2014 – 2017 noch nicht so groß, auf das die Höhe der Mieten die Preise des Jahres 2011 erreicht, als die Eigentümer 40 Jahre alter Wohnungen 7,91 €/m² verlangten.

Bei den Immobilien, die in den drei Jahrzehnten 1981 – 2010 erbaut wurden, sind die Mietpreise in der Periode 2011 – 2017 fast unverändert geblieben, während in den letzten drei Jahren den größten Anstieg die Mieten der besagten Immobilien in den südlichen Vorstadtbezirken verzeichnen (von 6,88 €/m² im Jahr 2014 haben die verlangten Mieten in diesem Jahr 8,80 €/m² tangiert).

Ein weiteres interessantes Element der Untersuchung ist, dass bei den kleinen Wohnungen im Zentrum und in den südlichen Vorstadtbezirken ein signifikanter Rückgang verzeichnet wird. Speziell im Zentrum sind in den sechs Jahren 2011 – 2017 die Preise der Wohnungen von bis zu 70 m² um 45,2%, sprich von 10,91 €/m² auf 4,93 €/m² gesunken.

Preisgünstige Wohnungen mittlerer Größe verschwinden vom Mietmarkt

Hauptfaktor für den Anstieg der Mieten ist das imposant zurückgegangene Angebot, da zigtausende Eigentümer – leicht und schnell ihr Einkommen steigern wollend – sich entscheiden, ihre Wohnungen nächteweise an Touristen zu vermieten.

Es ist bezeichnend, dass im Zentrum von Athen (Koukaki, Neos Kosmos, Thisio, Ano Petralona, Kolonaki), wo die digitalen Plattformen – allen voran Airbnb – für Immobilien-Kurzzeitmietungen vorherrschen, die Makler betonen, die erschwinglichen Wohnungen mittlerer Größe, in denen bis vor wenigen Jahren Studenten, Paare oder Kleinfamilien zu leben vermochten, vom Markt zu verschwinden tendieren. Dies wird auch von den Fakten der Untersuchung bestätigt, in der angeführt wird, dass das Angebot an Mietimmobilien innerhalb von zwei Jahren um 30,9% zurückgegangen ist. Von 21,4% im Jahr 2015 ist es auf 14,8% in diesem Jahr gefallen.

Gleichermaßen gemindert ist auch das Angebot an Mietimmobilien in den südlichen Vorstadtbezirken, wo die Vermietung von Wohnungen per Internet ebenfalls populär ist. Wie aus der Untersuchung hervorgeht, verzeichnet die Anzahl der zur Vermietung anstehenden Wohnungen in den beiden letzten Jahren einen Rückgang um 25,1%. Die geringste Quote des Rückgangs hinsichtlich des Angebots zur Vermietung anstehender Immobilien wird in den nördlichen Vorstadtbezirken verzeichnet (-10,6%).

(Quelle: dikaiologitika.gr)

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