Neues Renten-Massaker in Griechenland

6. Oktober 2017 / Aktualisiert: 06. Oktober 2017 / Aufrufe: 1.212
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In Griechenland beziehen über eine Million Rentner bis zu maximal 500 Euro brutto monatlich, während ab 2019 neue Kürzungen aller bisher gezahlten Renten anstehen.

Rund 1,2 Millionen Rentner in Griechenland beziehen derzeit eine Hauptrente, die monatlich 500 Euro brutto nicht übersteigt.

Diese Angabe publizierte jüngst das „Einheitliche Rentner-Netzwerk“ (ENDISY) und kündigte eine Demonstration am 06 Oktober 2017 um 09:00 Uhr vor dem Gebäude des Obersten Verwaltungsgerichthof Griechenlands (StE) an, der an diesem Tag bezüglich der Gesamtheit der sogenannten „Lex Katrougkalos“ (Versicherungsgesetz N. 4387/16) verhandeln wird.

Witwenrenten in Griechenland ab … 195 Euro brutto!

Dem Netzwerk zufolge wurden 22 Kürzungen sowohl bei den Hauptrenten als auch bei den Zusatzrenten, den Witwenrenten, der sogenannten „Solidaritätsbeihilfe für Rentner“ (EKAS), den Abfindungen und den Ausschüttungen verursacht. Es wird eingeschätzt, dass die Kürzungen mit der „Lex Katrougkalos“ sich bei bis zu 30% bewegen werden.

Wie das konkrete Gesetz vorsieht, beginnen die Mindestrenten, die der EFKA bei 15 Versicherungsjahren den Geringverdienern gewährt, ab 195,90 Euro für eine Witwen- / Hinterbliebenenrente und ab 288 Euro für eine geminderte Altersrente und erreichen maximal 414,90 Euro (brutto), gegenüber 486 Euro vor dem N. 4387/2016.

Griechenlands Rentner verlieren bis Ende 2021 bis zu 3 Monatsrenten

Die neuen niedrigen Mindestrenten beruhen laut dem ENDISY auf dem neuen Modus der Berechnung der beitragsbasierten Renten(anteile), da die sogenannte nationale Rente „eingefroren“ ist und sich mit 20 Versicherungsjahren auf 384 Euro und mit 15 Versicherungsjahren auf 345 Euro beläuft. Speziell für die Geringverdiener beträgt die sogenannte (Lohn-) Ergänzungsquote nur 11,55% auf die Bezüge für 15 Versicherungsjahre, womit sich die beitragsbasierte Rente für durchschnittliche Bezüge von 400 Euro auf 46,20 Euro, für Bezüge von 500 Euro auf 57,75 Euro und für Bezüge von 600 Euro auf 69,30 Euro beläuft. (Anmerkung: alle Beträge verstehen sich monatlich und brutto.)

Auf der Gegenseite beläuft die nationale Rente sich nur dann auf 384 Euro, sofern minimal 20 Versicherungsjahre erfüllt worden sind, während sie für jedes an den 20 Jahren fehlende Jahr um 2% reduziert wird. Für 15 Versicherungsjahre beträgt der Betrag der nationalen Rente 345,60 Euro, wozu die 46,20 Euro (für die 400-Euro-Bezüge) hinzukommen, womit sich eine Gesamtrente der Größenordnung von 391,80 Euro ergibt. Entsprechend beläuft sich die Rente, die der Berechtigte beziehen wird, bei einem Lohn / Gehalt von 500 Euro auf 403,35 Euro und erreicht bei einem Lohn / Gehalt der Größenordnung von 600 Euro den Betrag von 414,90 Euro. Im Fall einer vorzeitigen Verrentung (sprich in einem Alter von unter 67 Jahren) werden die obigen Beträge für einen Lohn von 400 Euro auf 288,12 Euro, für einen Lohn von 500 Euro auf 299,67 Euro und für Bezüge von 600 Euro auf 311,22 Euro gekürzt.

Das ENDISY erinnert daran, dass die Rentner wegen der Beschneidung der sogenannten persönlichen Differenz bei allen gezahlten Haupt- und Zusatzrenten um 18%, der Streichung der Familienleistungen (für Gatten und Kinder) bei allen Haupt- und Zusatzrenten, der Einfrierung der Erhöhungen bei allen Renten bis Dezember 2021 und schließlich wegen der Streichung der EKAS für 280.000 Kleinrentner jährlich bis zu drei (Monats-) Renten verlieren.

(Quelle: dikaiologitika.gr, Autor: Vasilis Angelopoulos)

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